Kanarische Inseln: Schulschließung wegen Hitze

Auf den Kanarischen Inseln fallen am 11. und 13. Oktober die Schulen aus. Ein offizieller Hitzeprotokoll fehlt noch.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kanarische Inseln: Schulschließung wegen Hitze
Schulen auf den Kanaren wegen extremer Hitze geschlossen

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat beschlossen, den Unterricht an allen nicht-universitären Bildungseinrichtungen des Archipels für Mittwoch, den 11., und Freitag, den 13. Oktober, auszusetzen. Donnerstag, der 12. Oktober, ist ein nationaler Feiertag und fällt daher nicht unter diese Maßnahme. Der Grund: elf aufeinanderfolgende Tage mit anomalen Temperaturen, eine maximale Warnstufe vor Waldbrandgefahr und Prognosen, die darauf hindeuten, dass das Thermometer noch weiter steigt. Bildungsminister Poli Suárez begründete dies mit der "Priorität und Sicherheit" der Minderjährigen und räumte ein, dass "die Situation in vielen Zentren bereits unhaltbar ist".

Die Maßnahme folgt auf Tage, in denen die Schulen selbst Ohnmachtsanfälle, leichte Nasenblutungen und eine extreme Abhängigkeit von Wasserflaschen meldeten. Am IES Magallanes in San Isidro (Teneriffa) rief die Schülervertretung einen Streik für Schüler über 14 Jahren aus. An der CEIP Llano de las Naciones in San Miguel de Abona griffen Lehrer zu Wassersprühflaschen, um die Schüler abzukühlen, und wechselten sich beim Einkaufen von kaltem Wasser im Supermarkt ab. Die Infrastruktur, geben die Schulen zu, ist dafür nicht vorbereitet.

Warum bei 32 Grad schließen, aber nicht bei 40?

Hier beginnt der erste Konflikt. Eine Analyse besagt, dass 32 Grad auf den Kanaren nicht mit 32 Grad auf dem spanischen Festland vergleichbar sind: Luftfeuchtigkeit, fehlender Schatten und hohe Klassengrößen – in manchen Fällen fast 30 Schüler – machen die Hitze zu einem öffentlichen Gesundheitsproblem. Die andere Strömung, tonangebend in der Debatte, antwortet spöttisch: "Wenn es 32 Grad in Teneriffa und 34 in Las Palmas sind, ist das hier bei mir ein kühler Sommer." Das Kernargument lautet, dass die Aussetzung des Unterrichts bei Temperaturen, die in anderen Regionen ohne Drama ertragen werden, einen schwer rückgängig zu machenden Präzedenzfall schafft.

Der Minister kündigte an, dass sein Ressort gemeinsam mit Gesundheit und Katastrophenschutz an einem Protokoll für hohe Temperaturen arbeitet, das auf den Kanaren bisher nicht existierte, und überließ die Entscheidung über eine Teilnahme an der Schließung den Universitäten. Das heißt: Die Maßnahme wird ohne vorherigen Rahmen getroffen, allein basierend auf Wetterprognosen.

Das verlängerte Wochenende, das manche sehen

Die Schließung fällt auf Mittwoch und Freitag, mit einem nationalen Feiertag dazwischen. Der resultierende Kalender ist ein Block von fünf schulfreien Tagen. Dieses Detail hat die zynischste Lesart genährt: Dass die Hitze nur der Vorwand sei und das verlängerte Wochenende das Ziel. "Genau wenn weniger als 48 Stunden bis zum NATIONALFEIERTAG fehlen", fasst einer der häufigsten Kommentare zusammen. Ein anderer nennt es direkt "Trägheit + Nachlässigkeit + Gleichgültigkeit".

Gegen diese These stützt sich das gesundheitspolitische Argument auf dokumentierte Vorfälle in den Schulen: Ohnmachten, leichte Blutungen, unvollendete Bauarbeiten und schattenlose Schulhöfe. Es ist keine Lehrbuch-Hitzewelle, aber das Lehrpersonal improvisiert seit Tagen Notfalllösungen.

Fehlende Klimaanlage und überflüssige Heizung

Ein Punkt, an dem die Debatte unbequemer wird, ist die Infrastruktur. Die wiederkehrende Beschwerde: Spanische Schulen sind mit Heizkörpern für milde Winter ausgestattet, haben aber keine Klimatisierung für Sommer, die nicht mehr mild sind. "Alle verdammten Schulen haben Heizkörper, aber fast keine verdammt nochmal eine Klimaanlage", fasst ein Kommentar zusammen, der viel Unterstützung fand. Auf den Kanaren, wo die Winterdurchschnittstemperatur selten eine Heizung rechtfertigt, ist dieses Ungleichgewicht noch auffälliger.

Die schwebende Frage ist, woher das Geld kommt. Manche vergleichen die Ausgaben für schulische Klimatisierung mit anderen öffentlichen Posten und kommen zu dem Schluss, dass es kein Ressourcen-, sondern ein Prioritätenproblem ist. Die offizielle Antwort ist vorerst ein Protokoll im Aufbau und zwei Tage Schließung.

Von Hitze zu Klima: Der übergreifende Rahmen

Der Hintergrund der Angelegenheit ist der Klimawandel, und hier spaltet sich die Debatte. Eine Strömung akzeptiert ihn als unvermeidlichen Kontext: "Diese Fälle, fürchte ich, sind gekommen, um zu bleiben", so der Minister selbst. Eine andere tut es mit Ironie ab: "Ähnliches passierte schon 1276", "es ist nur ein Vorwand für mehr Steuern." Die Diskussion driftet dann in Richtung Steuerpolitik und wer die Rechnung für die Anpassung zahlt.

Die Anekdote, die die Absurdität zusammenfasst: Ein Teilnehmer erinnert daran, dass es im September 1997 auf den Inseln bereits "brütend heiß" war, und niemand sprach damals von Erderwärmung. Die halb scherzhafte Antwort lautet, dass die Ozonschicht und Deosprays schuld waren. Der Humor verdeckt nicht das Grundproblem: die Anpassung der öffentlichen Infrastruktur an ein Klima, das nicht mehr das des letzten Jahrhunderts ist.



Wie viele Schultage können verloren gehen, bevor das Protokoll aufhört, ein Versprechen zu sein, und zur Haushaltslinie wird? Stand dieser Diskussion bleibt die Antwort ungeschrieben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (125 Antworten).

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