Kalenderreform: Die Jahreszeiten würden am Ersten beginnen

Ein Vorschlag verteilt die 365 Tage des Jahres so, dass jede Jahreszeit am Ersten ihres Monats beginnt, vom Winter im Januar bis zum Herbst im Oktober.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kalenderreform: Die Jahreszeiten würden am Ersten beginnen
Die Jahreszeiten würden am Ersten beginnen: Der Vorschlag zur Kalenderreform

Das Frühlingsäquinoktium fällt jedes Jahr auf etwa den 21. März. Die Sommersonnenwende liegt nahe am 21. Juni. Keines dieser Daten fällt auf den Beginn eines Monats, und genau darin liegt das Problem: Der Kalender misst die Zeit nach zwei verschiedenen Regeln, eine für die Monate und eine für den Himmel. Auf dieser Inkonsistenz ist ein Vorschlag für eine totale Reform aufgebaut —einschließlich einer Neuverteilung der Tage—, der jede Jahreszeit am Ersten ihres jeweiligen Monats beginnen ließe.

365 Tage verteilt, damit jede Jahreszeit am Ersten beginnt

Die vorgeschlagene Verteilung ergibt genau 365 Tage und bricht mit der Tradition von Monaten mit 28 bis 31 Tagen. Der Winter würde am 1. Januar beginnen, mit Januar (30), Februar (29) und März (30). Der Frühling am 1. April, mit April, Mai und Juni, alle drei mit 31 Tagen. Der Sommer am 1. Juli, mit Juli (31), August (32) und September (31): August wäre der einzige Monat des Jahres mit 32 Tagen. Und der Herbst am 1. Oktober, mit Oktober (30), November (29) und Dezember (30).

Die Idee geht über die Daten hinaus. Vorgeschlagen wird auch, die aktuellen Namen —die unordentlichen Zahlwörter, so heißt es— zu begraben und durch andere zu ersetzen, die sich auf die Zeit, die Umwelt oder die Astronomie beziehen, im Stil des Kalenders, der Begriffe wie Floréal oder Brumaire populär machte.

Warum das Jahr nicht am Perihel beginnen kann

Der am meisten umstrittene Punkt sind nicht die Monate, sondern wo das Jahr geschnitten wird. Das Perihel —der Punkt der Erdumlaufbahn, der der Sonne am nächsten liegt— tritt zwischen dem aktuellen 2. und 3. Januar ein. Wäre nur die Astronomie ausschlaggebend, wäre es der natürliche Kandidat.

Der Nachteil: Würde man das Jahr am Perihel verankern, gerieten die Jahreszeiten aus dem Einklang mit dem Ersten jedes Monats, und man verlöre genau das, was man suchte. Die verteidigte Lösung ist die gegenteilige: auf das Perihel verzichten und den 1. Januar an den Winteranfang binden.

Russland teilt die Jahreszeiten bereits so ein, aber es bedeutet nicht dasselbe

Bald erhebt sich der Einwand, andere Länder hätten bereits Jahreszeiten, die am Ersten beginnen. In Russland ist die Einteilung tatsächlich administrativ: Frühling vom 1. März bis 31. Mai, Sommer vom 1. Juni bis 31. August, Herbst vom 1. September bis 30. November und Winter vom 1. Dezember bis 28. oder 29. Februar.

Es ist eine kulturelle und behördliche Konvention. Äquinoktium und Sonnenwende bleiben, wo sie immer waren, denn das Beginndatum einer Jahreszeit ist ein astronomisches Ereignis, keine administrative Entscheidung. Beide Ebenen zu verwechseln —die kulturelle und die orbitale— ist das Missverständnis, das einen großen Teil der Diskussion durchzieht.

Der klimatische Einwand und 1.500 Jahre Trägheit

Gegen die Reform spricht das meteorologische Argument: In manchen Regionen Spaniens geht man Anfang März in Kurzärmeligem aus, und das Winter zu nennen, trifft auf niemanden zu. Die Antwort lautet, dass der astronomische Kalender nie das lokale Klima eines bestimmten Punkts des Planeten beschrieben hat.

Und dann ist da noch die Vorgeschichte. Der julianische Kalender galt rund 1.500 Jahre mit seiner angesammelten Abweichung, und niemand korrigierte ihn, bis die gregorianische Reform 10 Tage, die nie existiert hatten, einfach tilgte. Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob der aktuelle Kalender Nähte hat. Sondern wie lange man warten muss, bis es jemanden genug interessiert, um sie zu vernähen.

Was mit der aktuellen Monatsverteilung passieren würde

Keiner der zwölf vorgeschlagenen Monate deckt sich mit den heutigen, außer zufällig, und das erzwingt die Neuanpassung jeder Berechnung, die heute vom Kalendermonat abhängt: Gehälter, Steuerquartale, Verträge oder Tourismussaisons. Die Reform erschöpft sich nicht am Himmel.

Lohnt es sich, ein System anzufassen, das regelmäßig funktioniert, nur damit das Äquinoktium auf einen Kalendermontag fällt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (32 Antworten).

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