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Josef Ajram: Spanischer Ultra-Läufer und Trader polarisiert
Josef Ajram, Day Trader und Ultra-Ausdauersportler, spaltet die Meinungen in Spanien: erfolgreicher Investor oder Selbstvermarkter?
Josef Ajram: Spanischer Ultra-Läufer und Trader polarisiert
Ein Mann, der einen Ultraman-Wettbewerb absolvierte – 515 Kilometer über drei Tage hinweg, darunter 10 km Schwimmen, 421 km Radfahren und 84 km Laufen – und im Fernsehen Futures erklärt, mit derselben Leichtigkeit, mit der er einen gewichteten Marathon läuft. Josef Ajram, Day Trader, Redner und Autor von Büchern über Aktienmärkte, saß im Dezember 2011 in der spanischen Sendung Salvados und präsentierte seine Sicht auf den Markt. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: totale Spaltung zwischen denen, die ihn als Profi sehen, der beim Traden ein Vermögen gemacht hat, und denen, die behaupten, es sei alles nur Selbstmarketing.
Wer ist Josef Ajram und warum sorgt er für so viel Kontroverse?
Ajram ist kein Unbekannter. Er ist Day Trader, arbeitet mit Radio und Fernsehen zusammen, gibt Kurse über Aktienmärkte und hat Sponsoren wie Red Bull. Sportlich ist sein Lebenslauf beeindruckend: Er war der erste Spanier, der einen Ultraman beendete, eine Prüfung über 515 km in drei Tagen. Manche haben ihn bei Marathons gesehen, wie er mit einem beschwerten Rucksack lief, um sich auf den Marathon des Sables vorzubereiten. Sein offenes Wesen und sein Talent vor der Kamera haben ihm Sympathien eingebracht, aber auch Misstrauen.
Das am häufigsten wiederholte Argument der Skeptiker ist einfach: Wer wirklich Geld an den Märkten verdient, muss keine Bücher verkaufen oder sich im Fernsehen blamieren. Die Logik ist schonungslos simpel. Wenn das Traden funktioniert, wozu dann der Medienzirkus? Die Antwort seiner Verteidiger ist ebenso simpel: Er weiß sich zu verkaufen, und das ist kein Verbrechen.
Das Geschäft mit Futures: die Erklärung, die Salvados schuldig blieb
Einer der am meisten kritisierten Punkte der Sendung war die Erklärung der Futures. Sie wurde als Ungerechtigkeit dargestellt, dass Banken Familien und Unternehmen keine Kredite geben, Spekulanten aber schon. Die technische Realität sieht anders aus: Bei einem Future-Kontrakt ist der Nominalwert viel höher als die geforderte Sicherheit, aber das bedeutet nicht, dass der Intermediär Ihnen Geld leiht. Der Nominalwert ist nur die Basis für die Berechnung von Gewinnen und Verlusten. Bewegt sich der Markt gegen Sie, verlangt der Broker mehr Sicherheit; wenn Sie diese nicht nachreichen, wird die Position geschlossen.
Demagogie funktionierte jedoch im Bildschirmformat. Und genau dort liegt das Problem: Wenn Aufklärung mit Erzählung vermischt wird, bleibt dem Zuschauer die Emotion, nicht der Mechanismus. Positiv bewertet wurde der entmystifizierende Ton gegenüber „den Märkten“: Jeder mit Geld kann Aktien kaufen und verkaufen, und der Prozess ist relativ einfach. Dieser Teil war zumindest ehrlich.
Wie viel verdient ein Day Trader wie Ajram wirklich?
Die Millionen-Frage. Manche behaupten, er sei reich, unter Berufung auf Daten von gemeinsamen Freunden und Steuerberatern, die seine Angelegenheiten regeln. Andere erinnern daran, dass sein Vater Kinderarzt ist, wohlhabend, aber ohne großes Vermögen. Die Spannbreite ist groß. Niemand bestreitet, dass er davon lebt und seinen Namen in eine Marke verwandelt hat.
Die eigentliche Debatte ist eine andere: Was ist Erfolg? Für manche ein Familienvater, der die Seinen durch harte Arbeit durchbringt. Für andere jemand, der sich in einer kompetitiven Branche einen Platz erkämpft und diesen monetarisiert. Neid, sagen einige, erklärt mehr Kritik als die Daten selbst.
Ultra-Ausdauer als Metapher für das Traden
Ajram ist nicht der Beste in hochklassigen Rennen, aber im Ultra-Bereich gehört er zur Spitze. Diese Belastbarkeit, die Fähigkeit, Schmerz auszuhalten, ist dieselbe, die nötig ist, um einen Drawdown zu verkraften. Wer sieben Ironmans in sieben Tagen geschafft hat, kennt Disziplin. Die Frage ist, ob das ihn zu einem besseren Trader macht oder nur zu einem besseren Verkäufer seiner eigenen Geschichte.
Manche vergleichen ihn mit anderen Gurus, die ebenfalls Bücher und Kurse verkaufen. Das Muster wiederholt sich: Wer kann, tut; wer nicht kann, lehrt. Oder so heißt es. Die Realität ist differenzierter: Lehren ist auch ein Geschäft, manchmal profitabler als das Traden.
Persönliche Marke als finanzieller Vermögenswert
Am Ende hat Ajram etwas aufgebaut, das viele Trader beneiden: eine Marke. Er verkauft Bücher, Kurse, Vorträge, Sponsoring. Sein Gesicht ist überall. Finanziell betrachtet ist das ein diversifizierter Vermögenswert. Wenn das Traden in einem Jahr schlecht läuft, generiert die Marke weiterhin Einnahmen. Ist das schlecht? Hängt davon ab, wen man fragt.
Was klar ist, dass die Figur Gesprächsstoff liefert. Und in der Aufmerksamkeitsökonomie ist das bares Geld wert. Ist Ajram ein Börsengenie oder ein Marketinggenie? Vielleicht beides. Oder vielleicht keines von beiden. Wie immer liegt die Antwort im Auge des Betrachters.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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