José Andrés fordert von Spaniens Regierung: weniger Propaganda, mehr Wohnungen
Mehr Wohnungsbau löst das Zugangsproblem nicht allein, aber ohne Neubau trägt keine Rechnung. Das ist die These, die der Koch José Andrés in seinen sozialen Medien veröffentlicht hat, aufgegriffen von THE OBJECTIVE: „Der Wohnungsmangel wird nicht gelöst, indem man die wenigen bestehenden Wohnungen besser verteilt. Er wird gelöst, indem viel mehr entstehen.“ Der Schlusssatz ließ keinen Spielraum: „Weniger Propaganda und mehr Wohnungen“. Und der Adressat war eindeutig, denn die Botschaft kritisiert die Regierung wegen ihrer Wohnungspolitik.
Die Reaktionen kamen aus allen Richtungen. Manche applaudieren dem wirtschaftlichen Teil seiner Diagnose, andere bestreiten absolut alles Übrige. Der Koch bringt ein öffentliches Profil mit sozialen Initiativen und humanitären Projekten mit und sieht sich nun in der unangenehmen Lage, von außerhalb des Feldes, auf dem entschieden wird, Lektionen über den Wohnungsbau zu erteilen.
Worum es in der Botschaft von José Andrés genau geht
Der Post richtet sich gegen Maßnahmen, die auf die Verteilung des bereits Gebauten abzielen, und verteidigt den Neubau als Lösungsweg. „Weniger Propaganda und mehr Wohnungen“ ist eine kurze, fast schon sloganartige Formel, gerichtet an die Regierung. Eine der Lesarten in der Debatte geht über den Inhalt hinaus: Manche ordnen die Mobilisierung dieser Woche in einen Vorwahlkalender ein und deuten sie als Regierungspropaganda, vermittelt über subventionierte Vereine. Für diese Verkettung gibt es keinerlei Beweise; es ist politische Interpretation, kein Fakt.
Wie viele Wohnungen fehlen? Das Defizit, Zahl für Zahl
Hier hört die Sache auf, eine Phrase zu sein, und wird zur Rechnung. Ausgangspunkt ist eine Berechnung, die ein Teilnehmer der Debatte vorstellt: ein Fehlbestand von 750.000 Wohnungen, der zudem um rund 150.000 pro Jahr wachsen würde. Der Vergleich, der das erklärt, ist einfach: Es entstehen etwa 250.000 Haushalte pro Jahr, aber nur rund 100.000 Wohnungen. Mit diesen Zahlen müsste man viermal so viel bauen wie derzeit, um die Lücke zu schließen.
Die komplette Projektionsrechnung —wie viele nötig wären, über wie viele Jahre und auf welchem Bauland— sprengt jede Schlagzeile, aber die Zahl, die alles zusammenfasst, versteht sich von selbst: 400.000 Wohnungen pro Jahr über fünf Jahre, nur um das Problem halbwegs in den Griff zu bekommen, laut derselben Rechnung. Als Präzedenzfall wird 2006 genannt, als 650.000 Wohnungen übergeben wurden, ein absoluter Rekord; mit dem Einwand, im selben Atemzug, dass das andere, sehr unterschiedliche Zeiten waren. Im politischen Kreuzfeuer taucht eine weitere Zahl auf, ebenfalls nur gestützt auf die Behauptung dessen, der sie anführt: 184.000 versprochene Wohnungen bei den Wahlen 2023, bei drei Vierteln der Legislaturperiode bereits verstrichen.
Wer einzieht und wer kauft: die Vorwürfe, die zum Defizit hinzukommen
Ein Teil der Antworten bestreitet nicht die Notwendigkeit, mehr zu bauen, sondern verlagert den Fokus auf die Nachfrage. Das Argument, von mehreren Teilnehmern vertreten, lautet, dass jeder Bauaufwand durch die kontinuierliche Zuwanderung von Bevölkerung aus dem Ausland absorbiert würde, sodass sich das Defizit von selbst auffüllen würde. Es ist eine These, die im aktuellen Klima der Debatte über Demografie und Wohnen sehr präsent ist, und sie wird ohne eine einzige Zahl zur Untermauerung formuliert.
Der zweite Vorwurf richtet sich gegen den Käufer. Manche behaupten, dass Investmentfonds Wohnungen kaufen, um sie später zu deutlich höheren Preisen weiterzuverkaufen, sodass aus der Knappheit ein Geschäft wird. Auch hier gibt es keinen Beleg für die Behauptung. Überprüfbar ist der Rahmen: das Gesetz von Angebot und Nachfrage, das sich so zusammenfassen lässt: Wenn es wenige Wohnungen und viele Käufer gibt, steigen die Preise.
Ein vom Glück verwöhnter Koch predigt über den Wohnungsbau
Die persönlichste Front der Debatte greift nicht seine Zahlen an, sondern seine Position, sie zu verkünden. Ihm wird vorgeworfen, sich standardmäßig jeder sozialen Initiative anzuschließen, eine konkrete öffentliche Wohnungsmaßnahme hingegen als Propaganda zu bezeichnen. Andere ergänzen das biografische Argument: Kontakte, Erleichterungen und eine glückliche Karriere, die ihm — so diese Lesart — die Autorität nehmen würden, denjenigen Lektionen zu erteilen, die nur auf Hindernisse stoßen.
Nach den Zahlen, mit denen die Debatte arbeitet, würde das Defizit um 150.000 Wohnungen pro Jahr wachsen und die Produktion viermal unter dem Nötigen liegen, sodass die Lücke sich voraussichtlich weiter vergrößert, sofern sich nicht vieles ändert — vieles davon durch den Staat. Allerdings sollte man sein Gehalt nicht darauf verwetten, dass das bald geschieht: Beim Wohnen kommt fast alles, was angekündigt wird, zu spät oder gar nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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