Jiu-Jitsu-Weltmeister in São Paulo erschossen

Leandro Ló, mehrfacher Jiu-Jitsu-Champion, wurde in São Paulo nach einer Auseinandersetzung mit einem Militärpolizisten erschossen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Jiu-Jitsu-Weltmeister in São Paulo erschossen
Jiu-Jitsu-Meister nach Überwältigung eines Polizisten erschossen

Die Szene beginnt in der Nacht zum Sonntag im Club Sirio im Süden von São Paulo während einer Party mit populärer Musik. Dort gerät Leandro Ló Pereira do Nascimento, mehrfacher Weltmeister im brasilianischen Jiu-Jitsu, in Streit mit einem offenbar betrunkenen Mann. Er fixiert ihn mit einem Armhebel „um ihn zu beruhigen“. Freunde trennen die beiden. Der Mann steht auf, geht um den Tisch herum, zieht eine Waffe und schießt dem Sportler in den Kopf. Im Krankenhaus verstarb er.

Der Beschuldigte war kein Unbekannter. Laut vorläufigem Bericht handelt es sich um Henrique Otávio Oliveira Velozo, einen Militärpolizisten. Dieses Detail, nicht die Matte, ist das Beunruhigende.

Die Kugel als großer Gleichmacher

Der meistzitierte Satz seitdem: „Gott schuf die Menschen; Samuel Colt machte sie gleich.“ Egal ob Schwarzgurt oder perfekter Hebel. Eine Schusswaffe macht aus einem kleinen Mann jemanden, den man fürchten muss. Manche gehen so weit zu behaupten, ohne Waffen sei keine Demokratie möglich, da nur sie den körperlich Schwachen auf Augenhöhe mit dem Brutalsten bringen. Das Gegenargument wiegt schwer: In Brasilien hat diese „Gleichmacherin“ nicht jeder, und in diesem Club besaß ein Gesetzeshüter sie.

Ist brasilianisches Jiu-Jitsu bei Straßenkämpfen effektiv?

Hier scheiden sich die Geister. Ein Lager argumentiert, der Boden sei ein schlechter Ort: Glasscherben, Kopfstöße, Bisse und die Gefahr, dass ein Dritter zuschlägt, während man einen anderen fixiert. Besser sei es, im Stehen zu schlagen und zu fliehen; Boxen, mit Vorbehalten, als effizienteres Werkzeug. Das andere Lager kontert mit dem Offensichtlichen: Ló hätte den Angreifer bewusstlos machen oder ihm ein Gelenk brechen können, tat es aber nicht. Es mangelte nicht an Technik, sondern am Willen. Diese Zurückhaltung, im Training Disziplin, kostet auf der Straße.

Wer darf in Brasilien Waffen tragen?

Zum Zeitpunkt des Falls durften laut den im Diskurs genannten Informationen nur Soldaten und Polizisten Waffen tragen. Die vorherrschende Erzählung deutet auf Waffen hin, die aus den USA kommen, auf weite, schlecht überwachte Grenzen, unzureichendes Personal und eine politische Klasse, der vorgeworfen wird, nicht genug in Sicherheit zu investieren. Über die brasilianische Militärpolizei kursiert ein weit verbreitetes negatives Bild: das von Korps, die Probleme durch Schüsse lösen. Dieser Vorfall widerlegt dieses Bild nicht.

Der Rat der Instruktoren: Nicht kämpfen

Ein brasilianischer Lehrer formulierte dies Jahre vor dem Fall für seine Schüler: „Wenn ihr euch verteidigen müsst, tut es, aber demütigt niemanden“, denn man selbst vergisst den Vorfall, der Gedemütigte nicht. Ein anderer Meister war noch direkter: Wenn es nicht anders geht, schalte den Gegner aus oder breche ihm etwas, denn wer sich sofort ergibt, könnte eine Pistole ziehen. Und dann gibt es noch die emotionale Kontrolle, die Option, die kaum jemand trainiert. Am Rande: Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die Qualität bestimmter Gymnasien und den Stil eines bekannten Instruktors, dem spöttisch vorgeworfen wird, viel zu reden und nichts zu beweisen. Niemand bestreitet, dass Lós Problem nicht im Dojo lag.

Wo die Analyse feststeckt

Denn der Fall stützt zwei unvereinbare Narrative. Eins: Jede Kampfkunst ist gegen eine Waffe nutzlos, das Ende war vorherbestimmt. Das andere: Ló machte einen Fehler, indem er den Fixierten losließ, und bezahlte dafür mit seinem Leben. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und keines beantwortet die entscheidende Frage: Wie verhindert man, dass eine Barstreitigkeit mit einem Kopfschuss endet. Einige haben bereits von São Paulo nach Madrid und Barcelona geschwenkt, überzeugt davon, dass sich die Szene wiederholt. Bei offenem Aktenzeichen hat noch niemand bewiesen, wo Berechnung endet und Glück beginnt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (138 Antworten).

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