Japan, das am höchsten verschuldete Land: Warum seine Schuldenquote von 252 % trägt

Japans Schulden liegen dank inländischer Finanzierung bei über 250 % des BIP, doch steigende Anleihezinsen schlagen Alarm auf den globalen Märkten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Japan, das am höchsten verschuldete Land: Warum es nicht pleitegegangen ist und welches Risiko nun droht

Warum ist Japan, dessen Schulden über 250 % seines BIP ausmachen, bis heute nicht in den Default gerutscht? Die klassische Antwort beruht auf drei Säulen: Fast alle Schulden befinden sich in japanischer Hand, die Zinsen sind extrem niedrig, und die Zentralbank tritt als Käufer letzter Instanz auf. Diese Stabilität beginnt jedoch zu bröckeln.

Der Schutzschild der inländischen Finanzierung

Das Land finanziert seine Schulden überwiegend mit inländischem Sparen: Japanische Bürger und Institutionen kaufen Staatsanleihen, was die Abhängigkeit von ausländischen Anlegern verringert und die Zinskosten auf einem Minimum hält. Im Vergleich dazu zahlt die USA, deren Schulden bei rund 120 % des BIP liegen, höhere Zinsen und ist auf ausländisches Kapital angewiesen. Deshalb kann eine niedrigere Quote auf Dauer riskanter sein.

Dieses Gleichgewicht hat jedoch ein Verfallsdatum. Japan altert rasant, und die Ersparnisse der Rentner, die die Schulden tragen, sind ein schrumpfendes Polster.

Warnsignale an den Märkten

Im vergangenen Jahr sind Risse aufgetreten: Die Rendite der zehnjährigen Anleihe erreichte 1,71 %, den höchsten Stand seit 2008, und stieg anschließend auf 2,94 %, ein Niveau, das es seit 1996 nicht mehr gegeben hatte. Der Nikkei stürzte um 2,5 % ab, weil der Bank of Japan weitere Zinserhöhungen erwartet werden, und japanische Pensionsfonds zogen 1,1 Billionen US-Dollar aus amerikanischen Anleihen ab.

Wenn der Markt das Vertrauen in die Anleiheauktionen verliert oder die Zinsen stark steigen, könnte sich der Dominoeffekt auf das gesamte globale Finanzsystem auswirken. Manche fassen es in einem seemännischen Bild zusammen: Die Schulden treiben wie Wind an, doch im Sturm bringen sie das Schiff zum Sinken. Der Wind hat sich gerade gedreht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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