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Iturraldes zehn Jahre Warnungen vor Bitcoin-Kollaps
Seit zehn Jahren prophezeit Iturralde den Nullpreis von Bitcoin. Gold stieg um 82%, Bitcoin um 155%. Niemand datiert das Platzen der Blase.
Iturralde prognostiziert Bitcoin-Crash, während Gold um 82% steigt
Das Video ist elf Monate alt, die These unverändert: Bitcoin fällt. Alberto Iturralde, Börsenanalyst bei Capital Radio, Negocios TV und Intereconomía sowie Betreiber von Operativa DAX (ein Dienst, der seine Trades im deutschen Index live kopiert), wird zitiert. Ein Forum-Nutzer wirft ihm vor, seit einem Jahrzehnt den Absturz auf null anzukündigen. In dieser Zeit fiel Bitcoin von 65.000 auf 15.000 Dollar und stieg dann auf 125.000. Die Null bleibt aus.
Wer ist Iturralde und warum warnt er seit zehn Jahren vor dem Bitcoin-Absturz?
Sein erklärtes Handwerk ist das des Copy Traders: Er veröffentlicht seine Positionen, zahlende Kunden kopieren sie. Der Service läuft seit 2012 noch immer, was manche als Beweis für Substanz werten. Andere sehen opportunistisches Narrativwechseln – mal Gold als einziger Hafen, mal Silber als Konkurrent.
Die Kernfrage ist nicht, ob er recht hat. Sondern wie viel ein Treffer in zehn Jahren wert ist. Wer zehn Jahre lang den Nullpreis predigt, während sich der Asset vervielfacht, verliert an Glaubwürdigkeit durch Wiederholung. Trotzdem gibt es Publikum – und das ist das eigentliche Geschäft.
Bitcoin vs. Gold: 155% Rendite gegenüber 82%
Der Vergleich ist simpel: Gold legte 82% zu, Bitcoin 155%. Darauf baut das Argument. Wäre Bitcoin ein sicherer Hafen, dürfte er nicht so stark mit Aktien korrelieren. Das tut er auch nicht – eher folgt er dem Dollar als dem Gold.
Eine unbequeme Konsequenz: Steigt Bitcoin stärker als Gold, verliert der klassische Hafen seinen Rentabilitätsvorteil. Fällt Bitcoin, schläft der Goldbesitzer ruhig. Beides stimmt gleichzeitig, weshalb die Debatte nie endet.
Warum institutionelles Kapital bereits in Bitcoin sitzt
Der zweite Wandel betrifft die Käufer. Es sind keine Retail-Investoren mehr, sondern Staatsfonds, Finanzprodukte mit Bitcoin als Basiswert und vermögende Familien mit politischem Profil. Berichten zufolge investierte ein Sohn des US-Präsidenten 2,8 Milliarden Dollar in eine Firma seines Vaters. China kaufte früh, westliche Pensionsfonds sind eingestiegen. Und abgeleitete Produkte werden verkauft.
Das verändert das Crash-Szenario, eliminiert es aber nicht. Ein unkontrollierter Markt kann von großen Akteuren bewegt werden. Alte „Whales“ nutzen Hochs zum Ausstieg. Das Risiko: Offizielles Geld könnte jederzeit abfließen und andere mit offenen Positionen zurücklassen.
Manche kalkulieren umgekehrt: Wenn ein Staat mit einer Million Bitcoins einen Zehnfach-Gewinn macht, könnte er Billionen Schulden tilgen. Was passiert mit Pensionsfonds, wenn der Preis halbiert wird?
Kann jemand Bitcoin von innen sprengen?
Kurze Antwort: Niemand weiß es. Lange Antwort: Ein mächtiger Akteur könnte das System sabotieren, obwohl heute kein Interesse besteht – zu viel offizielles Geld ist involviert. Auch Fonds, die draußen blieben, könnten einen Crash begrüßen, um Konkurrenz auszuschalten.
Was passiert mit Bitcoin, wenn das Internet fällt?
Das extremste Szenario ist ein elektromagnetischer Impuls (EMP). Nukleare Explosionen in großer Höhe über drei Kontinenten würden Elektronik zerstören; Ersatzteile wären monate- oder jahrelang knapp. Ohne Netz keine Bitcoins. Festplatten wären unbrauchbar. Die Kryptowährung wäre verdampft, ohne dass eine Münze bewegt wurde.
Das Gegenargument kommt schnell: Dann egalisiert sich alles – Bitcoin, S&P 500, DAX, Euro, Gold. Man müsste Dosen sammeln. Eine Widerlegung, die nichts widerlegt und alles widerlegt.
20 Kilogramm Gold: Von 200.000 auf zwei Millionen Euro
Der physische Kontrapunkt hat eigene Mathematik. 20 kg Gold sind heute etwa zwei Millionen Euro wert; vor 25 Jahren kosteten sie rund 200.000. Aber diesen Wert am Flughafen zu transportieren ist schwierig. Beide Assets sind komplementär: Gold trotzt Netzausfällen, Bitcoin Grenzkontrollen.
Auch die Skalierung zählt. Für Normalverdiener ist Goldtheorie fern. Bitcoin lässt sich per Smartphone in Bruchteilen kaufen. Darin liegt seine kommerzielle Stärke – und seine Falle.
Gold haftet zudem ein Verdacht an: Behält es Kaufkraft, wenn Papiergeld verfällt, sinkt der Wert des Papieres, nicht des Metalls. In der deutschen Hyperinflation gab es Goldmark und Papiermark; nur eine behielt ihren Wert.
Am Ende stockt die Analyse stets im selben Punkt: Alle erwarten einen harten Crash; niemand datiert ihn. Das Video ist elf Monate alt, die Warnung zehn Jahre, der Preis hat sich in vier Jahren achtfach erhöht. Solange das offizielle Narrative druckt, rollt die Kugel weiter. Wenn sie stoppt, sehen wir, wer drin saß.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein 20%-Rückgang bei Kryptowährungen ist Routine, keine Nachricht. Das eigentliche Problem ist nicht der Preis, sondern die emotionale Belastbarkeit der Anleger.