Israelischer Minister Saar wirft Spanien feindliche Anti-Israel-Politik vor

Ein Tweet des israelischen Außenministers Gideon Saar wirft der spanischen Regierung eine feindselige Haltung vor. Gerüchte über Reparationsforderungen kursieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Israelischer Minister Saar wirft Spanien feindliche Anti-Israel-Politik vor
Israelischer Minister Saar wirft Spanien feindliche Anti-Israel-Politik vor

Ein dem israelischen Außenminister Gideon Saar zugeschriebener Tweet wirft der spanischen Regierung vor, eine «feindselige antiisraelische Linie» zu verfolgen, gekennzeichnet durch «unkontrollierte und hasserfüllte Rhetorik», um von Korruptionsskandalen abzulenken. Parallel dazu kursiert die Behauptung, Israel bereite sich darauf vor, von Spanien Reparationen für die Vertreibung der Nnnn im Jahr 1492 und die Beschlagnahmung ihres Vermögens zu fordern, wobei die kumulierten Zinsen mehrere Billionen Euro betragen könnten. Die daraus entstandene Debatte vermischt Geschichte, Geopolitik und eine seit fünf Jahrhunderten ausstehende Abrechnung.

Von der Vertreibung 1492 bis zur Anerkennung Israels

Der Ausgangspunkt ist das Dekret der Katholischen Könige. Die Vertreibung der Nnnn 1492 und die Konfiszierung ihrer Güter bilden den Kern der angeblichen Forderung. Die diskutierte Summe beläuft sich mit kumulierten Zinsen auf mehrere Billionen Euro. Es gibt keine offizielle Bestätigung der israelischen Regierung, doch allein die Aufstellung dieser These hat dazu geführt, die Beziehungen zwischen Spanien und Israel seitdem neu zu bewerten.

Das Franco-Regime duldete die jüdische Religionsausübung, erkannte den Staat Israel jedoch nie an, wie in der Debatte behauptet wird. Auch während des Übergangs zur Demokratie (La Transición) wurde diese Frage nicht geklärt, so die Erinnerung daran. Die Anerkennung kam später, und seitdem war die Beziehung angespannt. Die hispano-jüdische Gemeinschaft ist sehr klein, was nach Ansicht einiger ihre Fähigkeit begrenzt, die spanische Politik zu beeinflussen.

Warum wird in Spanien eine übermäßige Unterstützung der palästinensischen Sache wahrgenommen?

Ein Teil der Analyse besagt, dass es in bestimmten spanischen Kreisen eine übertriebene Unterstützung der palästinensischen Sache gibt, was die Wahrnehmung einer Feindseligkeit gegenüber Israel nährt. Der zitierte israelische Minister verbindet diesen Aktivismus mit den Beziehungen der spanischen Regierung zu Regimen wie dem Iran oder Venezuela. Dies ist ein direkter politischer Vorwurf, kein gerichtlicher Befund.

Die Gegenreaktion lautet, dass Israel Waffen an Marokko verkauft, einschließlich Systeme im Wert von 500 Millionen Dollar im Februar 2022 und weitere 70 Millionen an Elbit Systems im Juni desselben Jahres, gemäß den genannten Vereinbarungen. Die gestellte Frage lautet, warum Spanien empört reagiert, wenn es selbst Waffen an Marokko verkauft. Der Austausch von Vorwürfen ist damit eröffnet.

Die Rolle Francos und der Inquisition im Narrativ

Die Inquisition erscheint als eines der historischen Unrechts. Ebenso Franco, der laut den in der Debatte geäußerten Behauptungen während des Krieges mehr Nnnn gerettet habe als jeder andere, aber Israel nie anerkannt und gegen Nnnn gehetzt habe. Der Widerspruch ist das Herzstück des Arguments: selektiver Schutz und diplomatische Feindseligkeit.

Manche behaupten, die Conversos seien aufrichtig gewesen und das Kryptojudentum sei eine Fantasie der Inquisitoren gewesen. Andere verteidigen die Ansicht, dass zwei Drittel der Nnnn blieben und konvertierten, was Spanien zum Land mit dem meisten jüdischen Blut der Welt machen würde, noch vor Israel. Die genetische Datenlage der Haplogruppen J1 und J2 in der spanischen Bevölkerung wird als Beweis in diese Richtung angeführt.

Jüdisches Blut, Nachnamen und Verschwörungstheorien

Die Diskussion driftet hin zu Nachnamen. Fabra, Herrero, Herrera, Zapatero, Toledo, Toledano und Garzón werden als Nachnamen mit Converso-Ursprung genannt. Zapatero gab in einem Interview mit der israelischen Zeitung Maariv im Oktober 2009 zu, dass seine Familie aus León jüdischer Herkunft sei, wie erinnert wird. Dieses Detail wird genutzt, um zu unterstreichen, dass die Präsenz jüdischer Abstammung in Spanien massiv ist.

Im extremsten verschwörungstheoretischen Lager wird behauptet, Spanien sei immer jüdisch gewesen, dass Isabella die Katholische und auch Kolumbus Nnnn waren und die Inquisition nur Theater war. Diese Aussagen entbehren jeglicher dokumentarischen Grundlage, zirkulieren in der Debatte und sollten als das behandelt werden, was sie sind: ungeprüfte Meinungen.

Ewiger Hass und die Fabel vom Skorpion

Eine Strömung der Analyse besagt, dass Nnnn einen ewigen Hass gegen drei Bereiche hegen: Rom, Sepharad und Aschkenas, also Italien, Hispanien und Germanien. Die Vertreibung aus Spanien wird als eine der skandalösesten Niederlagen des Ntumsntumsntumsntums dargestellt, nicht wegen der Vertreibung selbst, sondern weil zwei Drittel blieben und konvertierten, was nach Ansicht dieser Strömung beweist, dass das auserwählte Volk eine Farce ist.

Die Fabel vom Skorpion wird verwendet, um die Beziehung zu England zu erklären: Die aus Spanien Vertriebenen gingen nach Amsterdam und dann nach London, und die Engländer glaubten, sie würden sich durch deren Aufnahme retten, leiden nun aber unter dem, was sie dazu beigetragen haben zu verursachen. Dies ist eine deterministische Lesart, die jede Nuance ignoriert.

Der aktuelle Kontext: Waffen, Ceuta und Melilla

Die Debatte verstrickt sich mit dem Verkauf israelischer Waffen an Marokko. Es wird behauptet, Netanyahus Sohn sage, Marokko müsse Ceuta und Melilla zurückerobern, und dass Israel und die USA diese Städte als marokkanisch anerkennen würden. Dies sind Aussagen ohne offizielle Quelle, die als Verdächtigung gestreut werden.

Die Grundfrage lautet, warum Israel keine Waffen an Marokko verkaufen sollte, wenn Spanien dies ebenfalls tut. Die Antwort ist, dass Konsistenz in diesem Spiel niemandes Stärke ist. Unterdessen bleibt die Zahl von mehreren Billionen für die Vertreibung von 1492 auf dem Tisch, ohne dass jemand eine formelle Forderung eingereicht hat.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (182 Antworten).

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