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In Spanien: Fast jeder zweite junge Bewohner Kataloniens ist Ausländer
Laut Zensus zum 1. Januar 2024 sind in Katalonien 45,5 % der 30- bis 34-Jährigen ausländischer Herkunft. Der demografische Wandel wird zunehmend durch Migration geprägt.
Fast jeder zweite junge Bewohner Kataloniens ist Ausländer
Der Zensus zum 1. Januar 2024 liefert ein unbequemes Bild für die autonome Region Katalonien (Spanien): In der Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen sind 45,5 % der Einwohner ausländischer Herkunft. Bei den 25- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 43,1 %, ebenso bei den 35- bis 39-Jährigen. Die generationelle Erneuerung der Gemeinschaft wird immer stärker von der ausländischen Bevölkerung getragen. Die Organisation Renaixença Demogràfica fasst es so zusammen: «Erstmals seit Jahrzehnten ist eine Generation von Katalanen innerhalb Kataloniens zur Minderheit geworden.»
Dieser Wert ist kein isolierter Ausschlag. Er ist der Höhepunkt einer jahrelang schwelenden Tendenz, die sich nun genau in jenen Lebensjahren zeigt, in denen Kinder geboren werden. Unterhalb von 25 Jahren hält sich die einheimische Bevölkerung noch: In der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen machen die in Katalonien Geborenen 67 % aus, gegenüber 31 % Ausländern. Ab 40 Jahren sinkt das Gewicht der ausländischen Bevölkerung wieder. Die statistische Anomalie liegt genau in der Mitte.
Was die Daten des Zensus vom 1. Januar 2024 zeigen
Die Zahlen sind stur. Zwischen 25 und 29 Jahren sind 43,1 % der Einwohner Kataloniens ausländischer Herkunft. Zwischen 30 und 34 steigt der Anteil auf 45,5 %. In der Spanne von 35 bis 39 stabilisiert er sich bei 43,1 %. Das bedeutet: Im zentralen Abschnitt des Berufs- und Fortpflanzungslebens ist fast jeder zweite Einwohner Ausländer.
Der Vergleich mit den Jüngeren widerlegt die These, dass es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt. In der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen sind die in Katalonien Geborenen in der Mehrheit: 67 % gegenüber 31 % Ausländern. Das Gleichgewicht kippt genau beim Überschreiten der 25-Jahres-Schwelle. Was passiert danach? Die einheimische Bevölkerung altert, und die ausländische Bevölkerung füllt die demografische Lücke, die die lokale Geburtenrate nicht decken kann.
Warum die generationelle Erneuerung nicht mehr von Katalanen abhängt
Der Rückgang der einheimischen Geburtenrate ist der Hintergrund. Die katalanischen Generationen werden immer kleiner, während die Zuwanderung aus Regionen mit höheren Fruchtbarkeitsraten dieses Defizit kompensiert – und übersteigt. Die Konsequenz ist mechanisch: Die generationelle Erneuerung wird immer stärker von der ausländischen Bevölkerung getragen.
Von Renaixença Demogràfica wird gewarnt, dass der Kontext anders ist als bei früheren Migrationswellen, wie etwa der Ankunft spanischer Bürger im 20. Jahrhundert. «Eine alternde Gesellschaft hat weniger Kapazität, Migration zu absorbieren, da die Gruppen junger Menschen immer kleiner werden», heißt es. Das Argument ist nicht geringfügig: Die Integrationsfähigkeit hängt vom Verhältnis zwischen Neuankömmlingen und der aufnehmenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab.
Auswirkungen auf die katalanische Sprache und Identität
Ein weiterer Punkt, der Analysten beunruhigt, ist die sprachliche Kontinuität. Laut Renaixença Demogràfica ist ein Teil der zweiten Generation, die in Katalonien geboren wurde, nicht in die «katalanische Identität» integriert und gibt die Sprache nicht weiter. Die Diagnose ist hart: Masseneinwanderung beeinträchtigt angeblich das kulturelle und sprachliche Überleben Kataloniens.
In der öffentlichen Debatte behaupten einige, Einwanderer wählen Spanisch als Alltagssprache, was die Verdrängung des Katalanischen beschleunige. Andere argumentieren, dass die Sprache nicht von der Herkunft, sondern von Immersionspolitiken und sozialem Prestige abhänge. Das Material enthält keine Daten zur Entwicklung der regelmäßigen Katalanischsprecher.
Die Debatte über den «demografischen Austausch»
Demografieexperten betonen, dass «eine Population nicht in allen Altersgruppen eine Minderheit sein muss, damit ein Prozess des demografischen Austauschs stattfindet»; es reicht aus, wenn dies in den Altersgruppen geschieht, in denen Nachkommen gezeugt werden. Genau das zeigen die Daten: Die Altersgruppe von 25 bis 39 Jahren konzentriert die meisten Geburten.
Die Diskussion verschärft sich, wenn man dieses Phänomen mit anderen spanischen Regionen vergleicht. Einige vertreten die Ansicht, dass Madrid oder ganz Spanien ähnliche Muster aufweisen, was die spezifisch katalanische Situation verwässern würde. Dagegen spricht das Argument, dass Katalonien Faktoren wie eine eigene Sprache, regionale Zuständigkeiten für Integration und ein Sozialsystem kombiniert, das Neuankömmlinge anzieht.
Was steht für Katalonien im nächsten Jahrzehnt auf dem Spiel
Die Analyse stößt an einen Punkt: Es gibt keinen Konsens darüber, ob die Integration der zweiten Generation das Problem lösen oder verschärfen wird. Ein Teil der Analysten vertraut darauf, dass die in Katalonien geborenen Kinder von Einwanderern sich mit dem Territorium und seiner Sprache identifizieren werden. Ein anderer Teil warnt, dass Wohnraumsegregation und die Konzentration ausländischer Bevölkerung in bestimmten Stadtvierteln diese Integration erschweren.
Unterdessen nehmen die Zahlen ihren Lauf. Die Altersgruppe von 25 bis 39 Jahren ist bereits mehrheitlich ausländisch. Die Gruppe von 20 bis 24 Jahren noch nicht. Die Frage, die niemand mit Daten beantwortet, lautet: Was passiert, wenn diese junge Generation die Schwelle von 25 Jahren überschreitet und die Statistik erbt, die heute die Schlagzeilen bestimmt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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