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In meiner Eigentümergemeinschaft in Spanien...
Eigentümergemeinschaften mit mehr Stimmberechtigten als Bewohnern. Erfahren Sie, wie das spanische „Enkelgesetz“ die Nachbarschaftsdemokratie verzerrt und wer am Ende die Reparaturen zahlt.
In manchen Eigentümergemeinschaften liegt die Entscheidungsmacht bei einer großen Zahl abwesender Eigentümer, während die ständigen Bewohner die Kosten und die auferlegten Entscheidungen tragen. Dieses Ungleichgewicht erzeugt surreale Situationen, in denen die Prioritäten derjenigen, die dort gar nicht wohnen, den Kurs des Gebäudes bestimmen.
Das Abstimmungssystem in manchen Eigentümergemeinschaften hat sich zu etwas entwickelt, das einer historischen Lotterie ähnelt. Stellen Sie sich vor, Sie müssten für die Entscheidung, ob ein neuer Fußabtreter im Eingangsbereich angeschafft wird, 170 Personen überzeugen, die das Gebäude größtenteils nie betreten haben. Das Kurioseste daran: Diese 170 Stimmberechtigten sind Nachkommen ehemaliger Eigentümer, die ihre Wohnungen vor Jahrzehnten verkauft haben, einige sogar vor fünfzig Jahren. Ihre Vorfahren besaßen eine Wohnung, vielleicht nur für ein paar Monate, und nun haben ihre Erben, die Tausende Kilometer entfernt leben und keine Ahnung vom Leben im Gebäude haben, ein Stimmrecht.
## Das Paradox der Repräsentation
Diejenigen, die wirklich im Gebäude leben und miteinander auskommen, die mit dem Wasserschaden im fünften Stock oder dem Lärm der Nachbarn von oben zu tun haben, sind kaum zwanzig. Doch ihre Entscheidungen, ihre täglichen Bedürfnisse, gehen in der Flut der Stimmen derjenigen unter, die nur eine rein genealogische Verbindung zum Eigentum haben. Die Situation wird komisch, fast surreal, wenn Entscheidungen genehmigt werden, die für die Bewohner keinerlei praktischen Sinn ergeben. Ein Beispiel ist der Einbau eines automatischen Tores für eine Garage, die schlicht nicht existiert. Die Einweihung war ein Ereignis, Rede inklusive, doch für die Bewohner war der Nutzen null.
## Entscheidungen, die Geld kosten
Das Problem ist nicht nur der fehlende gesunde Menschenverstand bei den Entscheidungen, sondern auch die Kosten, die sie verursachen. Während die 170 „Geistermitglieder“ aus der Ferne abstimmen, oft ohne die tägliche Realität zu kennen, müssen die 20 ansässigen Nachbarn die Beiträge, Sonderumlagen und Reparaturen stemmen. Es werden Regeln beschlossen wie: Wäsche nur an ungeraden Tagen aufhängen, oder weiße Wäsche nur, wenn der Tag eine Primzahl ist – mit der Begründung, die Gemeinschaft „gehöre auch denen, die eine historische Verbindung pflegen“. Unterdessen ist ein Wasserschaden im fünften Stock seit drei Jahren blockiert, weil die Stimmberechtigten aus Übersee kein Interesse zeigen.
## Die Zukunft der Gemeinschaft
Die aktuelle Situation stellt eine erhebliche demokratische Herausforderung dar. Wenn die Mehrheit der Stimmberechtigten von ihren Entscheidungen nicht direkt betroffen ist und zudem die Bewohner die wirtschaftliche Last tragen, verliert das System seinen Sinn. Es werden Projekte vorgeschlagen wie ein beheizter Pool im Zählerraum oder die Umbenennung des Gebäudes in „Residencial Memoria Democrática“. Das sind Ideen, die zweifellos das „Gemeinschaftsgedächtnis“ bereichern, aber die praktischen Probleme der Bewohner nicht lösen. Dieses Modell, ironisch als „Eigentümergemeinschaft nach dem Enkelgesetz“ bezeichnet, zeigt, wie Distanz und mangelnde echte Beteiligung kollektive Entscheidungsprozesse verzerren können. Man sollte sich daran erinnern, dass das Wohnungseigentumsgesetz dem reibungslosen Ablauf und dem Zusammenleben in Gebäuden dienen soll, und es ist ratsam zu prüfen, ob diese Ziele eingehalten werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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