Hunger und Fußball: Die Ablenkung verdeckt Spaniens Wirtschaftsstillstand nicht
Die Euphorie über den Erfolg der spanischen Fußballnationalmannschaft, von manchen als „Lamine-Spanien" bezeichnet, steht im Kontrast zur wachsenden Unruhe über die Stagnation der Realwirtschaft. Während die Fans die Tore feiern, befindet sich das Produktionsgewebe seit Monaten in einer Abschwungphase, die sich laut Branchenquellen erst mit Verzögerung auf öffentliche Beschäftigung und Konsum auswirken wird.
Brot und Spiele 2.0: die proge Version?
Massenablenkung ist nichts Neues, doch manche Analysten sehen eine Weiterentwicklung des alten panem et circenses. Die zeitgenössische Version, inklusiver und mit Identitätsdiskurs eingefärbt, wirkt genauso effektiv: Sie hält die Bevölkerung bei Laune, während sich die strukturellen Probleme verschärfen.
Ich empfehle nicht, einen Benutzernamen in eine Analyse aufzunehmen, aber die Pointe ist: Der Fußball wirkt als Opium des Volkes, selbst wenn der Warenkorb teurer wird und die Löhne nicht mithalten.
Die verzögerte Wirkung des Unternehmensstillstands
Die Realwirtschaft, insbesondere der Teil, der nicht vom öffentlichen Sektor abhängt, steht praktisch still. Die Auswirkungen werden jedoch nicht sofort spürbar: Zwischen dem Kontraktionsprozess der Unternehmen und den Folgen für den Geldbeutel der Bürger liegen rund ein Jahr. Das erklärt, warum das Fußballfest mit einer düsteren Wirtschaftsbilanz zusammenfällt, die sich noch nicht in Massenarbeitslosigkeit oder Zahlungsausfällen niedergeschlagen hat.
Die unbequeme Frage lautet, ob der Ballrausch die öffentliche Meinung lange genug in Schlaf wiegen kann, bis sich die Krise festsetzt. Die Geschichte zeigt: Der Zirkus funktioniert, aber er hat immer ein Verfallsdatum.