HPV-Impfstudie räumt ungeklärte Fragen ein

Eine pro-HPV-Studie gibt unbeantwortete Fragen zu und reduziert die klinische Wirksamkeit auf einen Labor-Marker. Der p-Wert rettet nicht die Berechnung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die HPV-Impfstudie, die ungeklärte Zweifel eingesteht

Ein im Journal of Clinical Investigation veröffentlichter Artikel, verfasst von Befürwortern des Impfstoffs gegen das humane Bicho (HPV), räumt schriftlich ein, dass es »mehrere wichtige unbeantwortete Fragen« gibt, die eine Vorhersage der tatsächlichen Auswirkung des Impfstoffs erschweren. Der Text, in einem wirtschaftsbezogenen Diskussionsforum übersetzt und verbreitet, hat die Debatte darüber neu entfacht, was genau unter »Impfstoffwirksamkeit« verstanden wird: Ist es eine nachgewiesene klinischer Schutz oder nur die Reduktion eines Labor-Markers?

Das Paper, das den Impfstoff nicht kritisiert, sondern ihn befürwortet, schätzt, dass selbst im besten Szenario – bei Annahme einer typspezifischen Wirksamkeit von 90 % – die Reduktion von CIN2+-Läsionen in Industrieländern um ein Drittel bis zur Hälfte geringer ausfallen würde. Das bedeutet, dass der Impfstoff das Screening nicht überflüssig macht: Geimpfte Frauen müssen weiterhin die üblichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Der Text selbst betont die Notwendigkeit, medizinisches Personal und Patienten über diese Einschränkung aufzuklären.

Was die als Beweis angeführte Studie tatsächlich misst

Die Studie, die als Hauptbeleg dient – publiziert in PubMed – folgte Frauen über einen Median von 17,4 Monaten. Das Ergebnis: Null persistierende HPV-16-Infektionen in der geimpften Gruppe gegenüber 3,8 pro 100 Frauenjahren in der Placebogruppe. Ein p-Wert unter 0,001 wird als statistischer Erfolg präsentiert.

Der Einwand ist zweifach. Erstens ist der Endpunkt keine klinische Erkrankung, sondern der Nachweis von viraler DNA mittels PCR bei zwei oder mehr Besuchen. Zweitens, und wichtiger: Es wird gefragt, wo der Beleg dafür liegt, dass das Vorhandensein oder Fehlen dieser DNA eine reale gegenwärtige oder zukünftige Krankheit vorhersagt. Diese Frage ist nicht rhetorisch. Im Bereich HIV wurde argumentiert, dass die Bicho jahrelang als Surrogatmarker verwendet wurde, ohne dass eine klare Korrelation mit dem Krankheitsverlauf bestand; etwas, das Kary Mullis, Nobelpreisträger für Chemie wegen der Erfindung der PCR, öffentlich infrage stellte.

Surrogate markers, heißen sie. Marker, die sich bewegen, aber deren Bewegung in die richtige Richtung laut Kritikern nichts für den Patienten bedeuten muss.

Die Rechnung, die die Schlagzeile zur Wirksamkeit entkräftet

Übersetzt man das Ergebnis in absolute Zahlen, beträgt die Reduktion 3,8 Prozentpunkte: von 3,8 % persistierender Infektion in der Placebogruppe auf 0 % in der geimpften Gruppe. Manche argumentieren, dass die absolute Verbesserung innerhalb der Fehlermarge der PCR selbst liegt. Der Prozentsatz der »Verbesserung« wäre somit Messrauschen.

Der p-Wert misst, ob das Ergebnis dem Zufall zuzuschreiben ist, nicht ob es klinisch relevant ist. Ein statistisch signifikantes Ergebnis kann klinisch irrelevant sein, wenn der Effekt minimal ist. Diese Unterscheidung, die jedes Lehrbuch für Biostatistik enthält, verschwimmt, wenn die Schlagzeile »100 % Wirksamkeit« lautet.



Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage nicht detailliert beschreibt

Die Debatte verlagert sich anschließend auf die Bestandteile. Zutaten wie Rinderserum, Sorbitol oder Gelatine werden aufgelistet, die nach Ansicht dieser Kritiker mit Bindegewebserkrankungen, gastrointestinalen Problemen oder allergischen Reaktionen assoziiert sind. In dem Material wird keine Primärstudie vorgelegt, die einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen Hilfsstoffen und diesen Symptomen belegt.

Berichtet wird auch der Fall einer Minderjährigen, die nach der Impfung fünf Tage lang Fieber bis 40 Grad sowie Gelenkschmerzen hatte, woraufhin der Arzt dies auf ein »saisonales Bicho« zurückführte. Dies ist ein individuelles Zeugnis, kein Kausalitätsbeweis, illustriert jedoch das Misstrauen, das den Skeptizismus nährt.

Der Verdacht, der nicht verstummt: Impfstoffe ohne Placebo-Kontrolle?

Eine der schärfsten Linien der Debatte ist die Behauptung, dass für viele Impfstoffe randomisierte kontrollierte Studien gegen Placebo fehlen. Es wird behauptet, dass Tausende solcher Studien für Paracetamol oder Aspirin existieren, aber sehr wenige für Impfstoffe. Wenn nach einer Grippeimpfstudie gefragt wird, ist die neueste gefundene von 1991. Und in der Nebenwirkungsstudie von 1993 wurden bei 900 Geimpften und 900 Placebo-Patienten 210 adverse Reaktionen in der Impfgruppe gegenüber 127 in der Placebogruppe registriert. Die Zusammenfassung bezeichnet diese als »leicht«, obwohl grippeähnliche Symptome darunter waren.

Die unangenehme Frage, die im Raum steht: Wenn Placebos ebenfalls Nebenwirkungen hervorrufen, was wird dann genau gemessen?

Vom HPV-Impfstoff zum Vertrauensverlust

Der Thread entwickelt sich zu einem breiteren Thema: dem Vertrauen in Gesundheitsinstitutionen. Mehrere Beiträge prognostizieren, dass viele Eltern nach den Ereignissen von 2020 ihre Kinder nicht mehr impfen lassen werden, ohne zuvor alle Belege gelesen zu haben. »Seit 2020 KEINE MEHR für Kinder«, fasst ein Beitrag zusammen. Andere verteidigen, dass Impfstoffe die Kindersterblichkeit gesenkt haben und Länder mit besseren Impfraten länger und besser leben.

Das JCI-Paper liefert Munition an beide Seiten, indem es einräumt, dass unbeantwortete Fragen bestehen. Für Kritiker bestätigt es, dass die klinische Wirksamkeit nicht bewiesen ist. Für Befürworter kommt derselbe Text zu dem Schluss, dass die Auswirkung unter bestimmten Annahmen erheblich wäre. Der Unterschied ist, dass Annahmen keine Daten sind.



Am Ende ist die verwirrende Tatsache nicht der p-Wert oder der Wirksamkeitsprozentsatz. Es ist, dass der Artikel, der zur Verteidigung des Impfstoffs herangezogen wird, damit beginnt, einzuräumen, dass die tatsächliche Auswirkung unbekannt ist.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (167 Antworten).

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