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Hormuz: Öl-Exporte bei 80 Prozent, Teheran ohne Benzin
Die Öl-Exporte durch Hormuz erholen sich auf 80 Prozent des Vorkriegsniveaus, der Brent fällt um fast 2 Prozent, doch Diesel bleibt knapp und Teheran geht buchstäblich das Benzin aus
Hormuz fördert wieder Öl und Teheran geht das Benzin aus
Die Straße von Hormuz bewegt wieder Öl. Die Exporte haben sich laut Branchendaten auf 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, und der Brent ist an einem einzigen Tag um fast 2 Prozent gefallen. Die Ironie: Der Iran, der wochenlang scheinbar den Schlüssel zum weltweiten Energiehahn in der Hand hielt, steht nun vor einem inneren Problem – ihm geht buchstäblich das Benzin aus. Die Erzählung einer iranischen Blockade, die den Westen strangulierte, zerfasert, während die Tanker wieder passieren.
Die 80 Prozent, die nicht zur Schlagzeile passen
Die Zahl von 80 Prozent ist überall zu hören, verdient aber einen genaueren Blick. Das Tracking von Lloyd's List Intelligence, das den gesamten Verkehr in Hormuz erfasst und nicht nur Tanker, zeigt einen realen Anstieg der Durchfahrten. Es zeigt aber auch, dass dieser im Vergleich zum Üblichen vernachlässigbar bleibt: Die großen Reedereien meiden die Region weiterhin. Abu Dhabi hat einen staatlich unterstützten Container-Shuttledienst mit Feederschiffen eingerichtet – fünfzehn Durchfahrten im September, fast doppelt so viele wie im August. Das ist keine Normalität. Das ist eine Notlösung.
Diese Nuance ist wichtig, denn wochenlang dominierte die Erzählung vom strategischen Scheitern der Amerikaner. Die Tanker beginnen, sie zu widerlegen. Und wer behauptet, die Straße sei geschlossen, sieht sich einer unbequemen Frage gegenüber: Wenn sie geschlossen ist, wie kommen dann die Schiffe durch?
Die iranische Maut und die Route an Omans Küste
Hier beginnt das Kleingedruckte. Manche behaupten, die meisten Schiffe zahlten dem Iran für die Durchfahrt – die Blockade wäre dann eher ein Mautgeschäft als eine strategische Waffe. Andere verweisen auf eine geschützte Route entlang der Küste Omans und auf Pipelines als alternativen Weg, Förderung abzutransportieren, ohne umstrittene Gewässer zu befahren. Das praktische Ergebnis ist dasselbe: Das Öl fließt, der Iran kassiert oder nicht, und der Markt zuckt mit den Schultern.
Die EU hat reagiert. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas traf sich am Rande der UN-Generalversammlung mit dem iranischen Außenminister, um die vollständige Wiederöffnung der Straße zu erörtern. Ihre Botschaft war deutlich: Vor dem Krieg gab es keine Maut, und geben sollte es auch keine. Was Brüssel im Gegenzug angeboten hat, ist offen.
Das Rohöl fällt, der Diesel drückt
Der Brent fiel kürzlich um fast 2 Prozent an einem Tag, doch das Fass kostet weiterhin über 100 Dollar, und Benzin in Spanien bleibt über 2,1 Euro. Die kursierende Erklärung liegt nicht beim Rohölangebot, sondern bei der Raffinierung. Das heutige Problem ist nicht, dass Öl fehlt – es wird nicht genug verarbeitet, vor allem Diesel. Die russischen Raffinerien haben Schäden erlitten, die einen erheblichen Teil ihrer Kapazität betreffen, und die G7 haben unter Trumps Druck die Freigabe von 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl innerhalb von vier Monaten angekündigt. Wenn strategische Reserven freigegeben werden, ist das kein Zeichen der Fülle.
Was der Markt nicht ganz sagen will
Der erste Tanker, der die Arktis durchquert hat, ist laut Branchendaten zwanzig Tage schneller und 40 Prozent günstiger am Ziel angekommen. Das ist eine Route, die die Landkarte verändert. Unterdessen steht die Frage im Raum, warum die G7 ihre Reserven leeren, wenn das Rohöl wieder fließt. Mit einem Brent über 100 Dollar, Benzin zu 2,1 Euro und Teheran ohne Benzin: Irgendjemand lügt. Oder niemand hat das ganze Bild.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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