Holzhausers Sieben Zeitalter: Apokalypse-Prophetie bis heute
Der Ehrwürdige Bartholomäus Holzhauser, ein Exeget des 17. Jahrhunderts, hinterließ eine Interpretation der Offenbarung, die die Kirchengeschichte in sieben Epochen unterteilt. Sein Werk, heute fast unmöglich zu finden, steht wieder im Zentrum der Diskussion. Die kursierende These besagt, dass das fünfte Zeitalter – Sardes – mit der protestantischen Reformation begann und wir nun seine Endphase erleben, mit unzähligen „kleinen Antichristen“, die den Weg für den letzten bereiten. Dies ist keine neue Theorie: Im Material wird behauptet, dass Benedikt XVI. bereits vor Selbstzufriedenheit gewarnt hat. Doch die Debatte über Daten und die Bedeutung der Siegel und Posaunen bleibt lebendig.
Wer war Bartholomäus Holzhauser und warum ist sein Werk so schwer zu finden?
Bartholomäus Holzhauser (1613–1658) war ein deutscher Priester, ehrwürdig in der katholischen Kirche, Autor einer monumentalen Interpretation der Apokalypse, die die Kirchengeschichte in sieben Perioden gliedert, entsprechend den sieben Kirchen Kleinasiens. Laut dem Material ist sein Werk „entscheidend zum Verständnis der zweitausend Jahre des Katholizismus“. Das Problem ist praktisch: Ein einzelner Band kann 90 Euro kosten und verschwindet vom Markt, sobald er zum Verkauf steht. Wer tiefer eintauchen möchte, muss sich mit Geduld und Budget wappnen.
Holzhausers Interpretation ist keine gewöhnliche Prophetie. Nach dem verwendeten Schema sind die Zeitalter: Ephesus (apostolisches Zeitalter), Smyrna (Verfolgungen), Pergamon (Erleuchtung), Thyatira (mittelalterliches Christentum), Sardes (Trübsal und Läuterung, das aktuelle), Philadelphia (Trost und Triumph, mit einem heiligen Papst und einem Großen Monarchen) und Laodizea (letzte Verwüstung, mit dem Antichristen und der Wiederkunft). Es ist ein Rahmenwerk, das zur katholischen Tradition passt, Geschichte als Folge von Prüfungen und Erneuerungen zu deuten.
Das fünfte Zeitalter: Sind wir in der Endphase von Sardes?
Die Diskussion konzentriert sich darauf, ob das fünfte Zeitalter – Sardes – seinem Ende entgegengeht. Holzhauser identifizierte es mit der Ära der Trübsal, die mit der protestantischen Reformation begann und sich bis zur Großen Strafe erstrecken würde. Im Material wird argumentiert, dass „wir einen Teil gesehen haben, aber noch mehr bevorsteht“. Das bedeutet, dass Korruption in der Gesellschaft und Häresie innerhalb der Kirche Zeichen dafür sind, dass die Periode reif für den Wandel ist.
Einige argumentieren, dass die „kleinen Antichristen“ – ideologische und politische Systeme, die den Glauben verfolgen – bereits hier sind und tiefgreifende Auswirkungen haben. Sie sind nicht der letzte Antichrist, aber sie bereiten den Boden vor. Die Warnung von Benedikt XVI. wird als Unterstützung zitiert: Man darf nicht selbstzufrieden sein, auch wenn der letzte Antichrist noch fern ist. Der Übergang zum sechsten Zeitalter, Philadelphia, könnte näher sein als es scheint, aber niemand wagt ein Datum festzulegen.
Der letzte Antichrist: Jerusalem, Rom und die Herrschaft des siebten Zeitalters
Laut Holzhausers Werk wird der Antichrist am Beginn des siebten Zeitalters (Laodizea) im Osten erscheinen. Er wird im Geheimen aufgezogen, eine antireligiöse Doktrin verkünden und seinen Thron in Jerusalem errichten, mit Rom als zweiter Hauptstadt. Der hl. Irenäus und der hl. Anselm werden als Unterstützung zitiert: Der Antichrist wird Jerusalem wiederaufbauen und zum Zentrum seines Weltimperiums machen. Es ist ein Szenario, das im Material als entfernt, aber nicht unmöglich dargestellt wird.
Das sechste Zeitalter hingegen wird als Zeit des Trostes beschrieben: Ein heiliger Papst und ein Großer Monarch werden eine Ära geistlicher Erneuerung einsetzen, die 1000 Jahre dauern wird. Der Sarracin wird laut der Prophetie praktisch eliminiert sein. Es ist ein auffälliger Kontrast: Nach der Trübsal eine Atempause des Friedens vor dem endgültigen Ausgang. Holzhausers Werk ist daher nicht nur ein Buch der Katastrophen; es umfasst auch einen Horizont der Hoffnung.
Marienprophetien und der Kalender des Endes
Die Überzeugung, dass wir im fünften Zeitalter leben, stammt nicht allein von Holzhauser. Sie stützt sich auf Marienprophetien, die laut dem Material in seinem Werk „gut widergespiegelt“ sind. Es ist ein zirkuläres Argument: Erscheinungen der Jungfrau würden das Schema bestätigen, und das Schema würde die Erscheinungen erklären. Für Skeptiker ist es ein Kartenhaus; für Gläubige eine Bestätigung.
Das Problem ist, dass fehlgeschlagene Prophetien zahlreich sind. Im Material wird erwähnt, dass man „nur fehlgeschlagene Prophetien hört, die sich nicht erfüllen“. Dies ist der klassische Einwand: Wenn so viele Daten gescheitert sind, warum sollte dieser anders sein? Die gegebene Antwort lautet, dass es um Zeitalter geht, nicht um konkrete Daten, und dass der Übergand Generationen dauern kann. Es ist ein Argument, das schwer zu widerlegen, aber auch schwer zu verifizieren ist.
Gericht der Nationen und permanente Revolution
Holzhausers Werk sagt auch den Sturz der Monarchien und die Errichtung von Republiken voraus, die ihrerseits vom Chaos erschüttert werden. Es ist die „Ära der Bedrängnis“, die mit der Protestantischen Revolution begann und bis zur Großen Strafe anhält. Im Material wird Margaret C. Galitzin zitiert, die diese Ära als Zeit der Häresie innerhalb der Kirche und vollständiger Korruption der Gesellschaft beschreibt.
Es ist eine zyklische Sicht der Geschichte: Permanente Revolution, politisches Chaos und Glaubensverlust sind Zeichen dafür, dass die Periode endet. Es ist keine Prophetie, die an einem Tag erfüllt wird, sondern ein Prozess, der sich über Jahrhunderte entwickelt. Die Frage ist, ob wir uns in der Endphase dieses Prozesses befinden oder ob noch viel zu sehen ist.
Newton, das Ende der Welt und das Öl-Peak
Isaac Newton war neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler auch ein Kenner biblischer Prophetien. Er berechnete, dass das Ende der Welt im Jahr 2060 eintreten würde. Dies ist kein Datum, das in Holzhausers Werk zitiert wird, aber das Material erwähnt es als Kuriosität: Newton konnte es nicht wissen, aber sein Datum fällt mit dem „Peak Oil“ und dessen Folgen zusammen. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich Prophetien mit Wissenschaft und Ökonomie vermischen.
Die Anekdote dient dazu, zu illustrieren, dass das Interesse an der Apokalypse nicht Theologen vorbehalten ist. Auch Wissenschaftler und Ökonomen haben Signale in heiligen Texten gesucht. Der Unterschied ist, dass Newton nicht von Zeitaltern sprach, sondern von konkreten Jahren. Und dort scheitern Prophetien meist.
Die Debatte über Holzhausers sieben Zeitalter ist nicht neu, aber sie bleibt lebendig. Das Werk ist schwer zu finden, die Interpretationen variieren und die Daten sind flüchtig. Was klar zu sein scheint, ist, dass das fünfte Zeitalter, Sardes, seinem Ende entgegengeht. Oder vielleicht doch nicht. Die einzige Möglichkeit, dies zu erfahren, ist abzuwarten. Und solange, weiter lesen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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