Hochbetten im Trend: Der spanische Zimmervermietungsmarkt wandelt sich

Hochbetten setzen sich in vermieteten Zimmern durch, weil Grundstückspreise explodieren. Praktische Lösung oder Symptom der Wohnungskrise? Eine Analyse des Trends.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vom Stockbett zum vertikalen Loch: Wie der Mietmarkt jeden Kubikmeter auspresst

500 Euro für ein Zimmer zu zahlen reicht längst nicht mehr. Jetzt verlangt der Vermieter, dass du zwei Meter über dem Boden schläfst, damit darunter ein Schreibtisch und ein Stuhl passen. Hochbetten, früher etwas für klamme Studenten oder Eltern mit Kindern im Etagenbett, sind zum neuen Standard beim günstigen Wohnen auf Zeit geworden. Amazon verkauft sie als 'loft beds', die Anzeigen verfolgen dich überall, und der Markt reagiert auf eine Realität: Wohnraum wird zunehmend in Kubikmetern gemessen.

500 Euro für 15 Quadratmeter, Leiter inklusive
Die Zimmerpreise haben die Nachfrage nach Möbeln in die Höhe getrieben, die jeden Zentimeter ausnutzen. Auf dem Markt gibt es inzwischen Optionen, die Bett, Schreibtisch und Schrank in einem einzigen vertikalen Möbel vereinen. Ein Mieter erzählte, er habe vor 15 Jahren in Chile ein Zimmer mit Hochbett für 120 Euro im Monat inklusive Nebenkosten gemietet. Heute kostet dieselbe Lösung 500 Euro monatlich ohne Extras. Die Mietinflation hat aus einer einst studentischen Besonderheit ein Geschäft für Vermieter gemacht.

Praktisch oder dystopisch: Der Kampf um das vertikale Schlafzimmer
Die Meinungen gehen auseinander. Die einen sehen in diesen Betten eine clevere Lösung für kleine Zimmer, vor allem für Kinder oder Studenten. Die Platzoptimierung ist unbestreitbar: Ein Hochbett gibt den Boden für einen Schreibtisch, ein Sofa oder sogar ein weiteres Bett frei. Kritiker verweisen jedoch auf den Komfortmangel: Betten machen zur Qual, nachts die Leiter hochzuklettern ist gefährlich, und die niedrige Decke kann klaustrophobisch wirken. Manche prophezeien bereits den nächsten Schritt: Schichtvermietung, bei der zwei Personen dasselbe Bett zu entgegengesetzten Zeiten nutzen. Andere erinnern daran, dass Käfigwohnungen in Hongkong seit Jahrzehnten Realität sind.

Die Zukunft: Hot Beds oder Käfigbetten?
Die Debatte ist nicht neu. Hochbetten gibt es bei Ikea seit mindestens zehn Jahren, doch ihre Beliebtheit ist mit der Wohnungskrise gestiegen. Während sich die einen damit abfinden, in Lochwohnungen zu leben, schlagen andere Alternativen wie das japanische Futon oder das ausklappbare Ausziehbett vor. Die Frage, die in der Luft liegt: Entwickelt sich der spanische Immobilienmarkt hin zum asiatischen Modell der Mikrowohnungen, oder platzt die Mietblase vorher? Die Möbelhersteller reiben sich vorerst die Hände: Noch nie hat sich ein Kubikmeter so gut verkauft.


Derweil wird in Madrid ein 10-Quadratmeter-Zimmer mit Hochbett für 500 Euro vermietet. Die Frage lautet: Wann wird man anfangen, für die Luft zu verlangen, die man darin atmet?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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