Historische Fahrzeuge in Spanien: Neue Regeln, TÜV und Umweltzonen

Das neue Reglement für historische Fahrzeuge wird im Juli erwartet: TÜV alle zwei Jahre, keine Umweltplakette und 96 Fahrtage pro Jahr.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Historische Fahrzeuge in Spanien: Neue Regeln, TÜV und Umweltzonen
Historische Fahrzeuge in Spanien: Die Norm kommt im Juli – mit Fallstricken

Was kostet es heute, ein Auto als historisch einzutragen, und was ändert sich durch das für Juli erwartete Reglement? Die Diskussion beginnt mit einer konkreten Frage: Ist das Laborgutachten von rund 300 Euro weiterhin nötig oder entfällt es durch die neue Regelung? Die kurze Antwort lautet: Der Text wird seit Monaten angekündigt, ist aber noch nicht erschienen. Die lange Antwort umfasst eine Reform, die laut den von Interessierten vorliegenden Daten ermöglichen würde, dass Fahrzeuge mit gültiger Hauptuntersuchung (ITV) durch einen einfachen Vermerk an der Prüfstation zu historischen Fahrzeugen werden, während importierte oder nie zugelassene Fahrzeuge weiterhin das Laborgutachten benötigen würden, allerdings ohne behördliche Genehmigung.

Was ändert sich mit dem neuen Reglement für historische Fahrzeuge

Die wesentliche Änderung betrifft das Verfahren. Bisher erforderte die Umwandlung eines über 30 Jahre alten Autos in ein historisches Fahrzeug ein Verfahren mit Laborgutachten, behördlicher Genehmigung und Kosten von etwa 300 Euro. Mit dem erwarteten Reglement könnten Fahrzeuge, die bereits eine gültige ITV haben, durch einen Vermerk direkt an der ITV-Station anerkannt werden, ein Vorgang, der zusammen mit der periodischen Inspektion unter 20 Euro liegen könnte. Importierte oder nie zugelassene Fahrzeuge würden weiterhin das Laborgutachten benötigen, aber auf die behördliche Genehmigung verzichten können.

Der Zeitplan ist der unzuverlässigste Teil. Der Text befindet sich seit einiger Zeit beim Staatsrat (Consejo de Estado), mit einer Höchstfrist von zwei Monaten für die Vorlage beim Ministerrat, was die Genehmigung um Juni oder Juli herum platzieren würde. Die Warnung, die die gesamte Diskussion begleitet, ist, dass diese Ankündigung alle sechs Monate wiederholt wird und nie eintritt. Wer es eilig hat, sollte das alte Budget vorbereiten.

Darf man mit einem historischen Fahrzeug durch Umweltzonen fahren?

Ja, aber mit Nuancen, die zwei Lesarten desselben Textes gegenüberstellen. Das Reglement legt fest, dass historischen Fahrzeugen weder die obligatorische Verwendung von Umweltplaketten noch Fahrverbote wegen deren Nichtanbringung auferlegt werden dürfen. Daraus lässt sich ableiten, dass ein historisches Fahrzeug keine Plakette benötigt und nicht wegen deren Fehlens bestraft werden kann. Der zweite Teil ist der, der Zweifel weckt: Die Norm fordert die Gemeinden auf, die Durchfahrt durch Niedrigemissionszonen (ZBE) zu gestatten, verpflichtet sie aber nicht dazu. Das Ergebnis ist eine ungleiche Landkarte, mit Städten, die den Zugang bereits erlauben, und anderen, die ihn je nach kommunaler Satzung einschränken könnten.

Die Nutzungsgrenze ist ein weiterer Punkt in der Diskussion: 96 Tage pro Jahr. Diese Obergrenze entspricht etwas mehr als sechs Stunden täglich, wenn sie auf die 365 Tage verteilt wird, oder fast fünf Monaten Nutzung bei fünf Tagen pro Woche in Zonen mit Kameras. Die Frage, die niemand vollständig klärt, ist, wie diese Grenze kontrolliert wird: Einige weisen darauf hin, dass sie in der ITV vermerkt wird, aber es gibt keinen klaren Mechanismus zur Berechnung.

TÜV alle zwei Jahre, günstigere Versicherung und Befreiung von der Kfz-Steuer

Die praktischen Vorteile sind es, die viele dazu bringen, den Antrag in Betracht zu ziehen. Die ITV wird zweijährlich, die Versicherung sinkt und die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer (Impuesto sobre vehículos de tracción mecánica) kann beantragt werden, ein Vorgang, der in Madrid 130 Euro kostet. Auch die Zulassungssteuer wird vermieden, obwohl diese Steuer bei bereits zugelassenen Fahrzeugen nicht anfällt. Die Gesamtkosten des Verfahrens, wenn es schließlich nur ein Vermerk ist, wären im Vergleich zu den aktuellen 300 Euro geringfügig.

Das Profil des Nutzers, das in der Diskussion auftaucht, ist nicht das eines Menschen, der das historische Fahrzeug täglich nutzen möchte. Es ist das eines Besitzers eines eingelagerten Autos mit sentimentalem oder potenziellem Wert, der es legal mit minimalen Kosten erhalten möchte. Ein Audi 80 von 1989 mit mechanischer Einspritzung, ein R21 mit 32 Jahren oder ein Lieferwagen C15 fallen in diese Kategorie. Die wiederkehrende Idee ist, dass ein altes Auto Pannen haben kann, diese aber bekannt und ohne komplexe Elektronik reparierbar sind.

Kritik: Kulturgut nur für diejenigen, die es sich leisten können

Die skeptischste Lesart behauptet, dass dies alles eine Methode ist, Geld zu verdienen und das fahrbare Kulturerbe denen vorzubehalten, die es sich leisten können. Es wird darauf hingewiesen, dass homologierte Umbauten ein Eignungszertifikat eines Clubs für historische Fahrzeuge erfordern, der wiederum Gebühren erhebt und eine Mitgliedschaft vorschreibt. Es wird auch gewarnt, dass der Staat das Fahrzeug unter bestimmten Umständen beschlagnahmen kann, obwohl dieser Punkt nicht näher ausgeführt wird. Und einige erinnern daran, dass die Norm von Organisationen unterzeichnet wird, die klare Interessen daran haben, private Autos einzuschränken.



Mit diesen Voraussetzungen bleibt das Verfahren auf dem Papier günstig, aber in der Praxis teuer für jemanden ohne Geduld. Die Norm steht seit Monaten kurz vor der Veröffentlichung. Wie das bürokratische Sprichwort sagt: Wenn du es eilig hast, bereite die 300 Euro vor.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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