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HelloFresh fällt auf 2,65 Euro – der Markt preist das Ende ein
HelloFresh fällt auf 2,65 Euro, und der Markt preist das Ende des Unternehmens ein. Das Geschäft wirft Cash ab, verfügt über 246,9 Millionen Euro Liquidität und erwartet für das…
HelloFresh blutet an der Börse aus: 2,65 Euro – der Markt preist das Ende ein
Warum fällt HelloFresh auf 2,65 Euro, obwohl die Zahlen Gewinne und Liquidität zeigen? Die Antwort liegt laut einem Foren-Teilnehmer in einer Folie aus der Ergebnis-Vorabveröffentlichung, die eine Schrumpfung des Geschäfts ankündigt. Der Markt, der Wachstum verlangt, strafte die Aktie bis auf historische Tiefstände ab. Das Unternehmen ist an der Börse weniger als 10 % seines Umsatzes wert – eine Bewertung, die laut kursierenden Rechnungen davon ausgeht, dass das Geschäft verschwindet. Dem ist nicht so: HelloFresh hat im ersten Halbjahr 50 Millionen Euro Cash generiert und erwartet für 2026 mehr als 100 Millionen.
Die Folie, die den Sturm auslöste
Auslöser war laut einem Foren-Teilnehmer eine Grafik in der Ergebnispräsentation. Sie kündigte für die kommenden Quartale eine Schrumpfung des Geschäfts an. Der Markt reagierte mit massiven Verkäufen. Die Aktie fiel innerhalb weniger Handelstage von 3,42 auf 2,65 Euro – ein Rückgang von über 20 %. Dem Management sei es laut Kritik nicht gelungen zu vermitteln, dass es sich um eine bewusste Entscheidung handelt: Umsatz opfern, um die Rentabilität zu steigern. Das Unternehmen hat die Preise erhöht, um unprofitable Kunden loszuwerden, die nur mit Coupons und Rabatten kauften. Diese Strategie senkt den Umsatz, verbessert aber die Margen. Der Markt sieht jedoch nur den Umsatzrückgang.
Der Widerspruch in den Zahlen: Cash, Margen und Schulden
Die veröffentlichten Zahlen zeigen ein Unternehmen, das Geld verdient. HelloFresh verfügt über 246,9 Millionen Euro Cash, nach 211,1 Millionen im Vorjahr. Bank- und Anleiheschulden belaufen sich auf 174 Millionen. Es wird Cash generiert: 50 Millionen im ersten Halbjahr, und die Prognosen weisen auf mehr als 100 Millionen für 2026 hin. Die prozentuale Marge steigt wieder. Das Unternehmen hat aufgehört, Cash zu verbrennen. Dennoch bewertet der Markt die Aktie mit dem 0,1-Fachen des Umsatzes, was bedeutet, dass die Anleger glauben, das Geschäft werde verschwinden. Manche halten dagegen, dass diese Erzählung den gesunden Menschenverstand trübt und die Marktkapitalisierung irgendwann das Dreifache erreichen wird.
Das Geschäft: von Kochboxen zu Fertiggerichten
HelloFresh ist weltweiter Marktführer bei Kochboxen im Abo. Die Pandemie beflügelte das Geschäft, doch das Ende der Einschränkungen war ein Dämpfer. Das Unternehmen hat sich mit der Übernahme von Factor in den USA ins Geschäft mit Fertiggerichten (Ready to Eat) diversifiziert, wo es über die drittgrößten Produktionsküchen des Landes verfügt. Auch in Deutschland ist Factor gestartet. Die Herausforderung besteht darin, den Umsatz zu stabilisieren und zu beweisen, dass das Geschäft profitabel ist und Cash abwirft. Gelingt das, sollte der Markt die Multiples eines going concern ansetzen, nicht die eines Unternehmens in Liquidation. Dort läge das Rerating.
Die Aktivisten kommen ins Spiel
Das Unternehmen steht im Visier aktivistischer Investoren. Nach deren Rechnungen ist die Aktie verschenkt: 2 Milliarden Euro Marktkapitalisierung bei einem Umsatz von über 6 Milliarden. Ein Fonds könnte ein Delisting-Angebot von 5 oder 6 Euro je Aktie starten – eine Prämie von 50-80 % auf den aktuellen Kurs. Der Aktivist Schuhbauer hat seinen Anteil mit weiteren Käufen von über einer Million Euro innerhalb weniger Tage erhöht. Dieser Geldzufluss erklärt einen Teil des jüngsten Anstiegs von 2,65 auf 2,89 Euro. die Leerverkäufer, die die Aktie auf Tiefstände gedrückt hatten, müssen ihre Positionen schließen.
Die Bewertungsdebatte: 10, 12 oder 14 Euro?
Die optimistischsten Projektionen sehen das Kursziel bei 14 Euro je Aktie. Das würde einer Marktkapitalisierung von 2 Milliarden Euro entsprechen, mit einem EBITDA von 500 Millionen (Multipel von 8) und einem Umsatz von 5,5 Milliarden. Die Frage ist, ob HelloFresh eine EBITDA-Marge von 10 % erreichen kann. Bei 6 Milliarden Umsatz wären das 600 Millionen EBITDA, abzüglich 200-250 Millionen jährlicher Investitionen bleiben 400 Millionen freier Cashflow. Mit einem Multipel von 5 ergäbe das eine Bewertung von 2 Milliarden, mehr als 13 Euro je Aktie. Das konservativste Szenario spricht von 10-12 Euro. Das Unternehmen muss die Erzählung brechen, es könne das Geschäft nicht stabilisieren.
Die Aktie bleibt im Abwärtstrend. Der Chart zeigt noch keine klare Akkumulation. Wer am Tief gekauft hat, freut sich über jeden Rebound. Wer nachgekauft hat, auch. Aber der Markt verschenkt nichts: HelloFresh muss beweisen, dass es aufhören kann zu schrumpfen und im zweiten Halbjahr wieder wachsen kann. Gelingt das, kann der Anstieg steil werden. Wenn nicht, wird die Folie weiterhin recht behalten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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