Heizkostenverteiler: Weniger Lüftung in spanischen Wohnungen

In Spanien führt die individuelle Abrechnung der Zentralheizung zu höheren Rechnungen und weniger Lüftung, was Atemwegsinfektionen begünstigen könnte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Heizkostenverteiler: Weniger Lüftung in spanischen Wohnungen
Heizkostenverteiler: Kältere Häuser und weniger Lüftung

Der Zähler ändert nicht das Klima im Haus. Er ändert, wie Menschen mit ihren Fenstern umgehen. Seit jede Wohnung für den verbrauchten Strom oder Gas selbst zahlt, wird der Thermostat niedriger eingestellt, die Luft wird seltener erneuert und in Arztpraxen tauchen saisonale Atemwegserkrankungen auf, die früher selten waren. Betroffene berichten von diesen Fällen. Zwar liegen noch keine epidemiologischen Datenreihen vor, doch der beschriebene Mechanismus ist klassisch: weniger Lüftung, mehr Feuchtigkeit und anhaltende Kälte im Innenraum.

Was sich ändert, wenn die Rechnung nicht mehr kollektiv ist

Der Heizkostenverteiler misst den Verbrauch jedes einzelnen Heizkörpers, und die Rechnung der zentralen Kesselanlage wird entsprechend verteilt. Bisher war diese Kosten in einer monatlichen Gemeinschaftsgebühr von etwa 100 Euro enthalten, und niemand wusste genau, was es kostet, die Wohnung auf 25 Grad zu heizen. Jetzt ist das klar. Und man handelt entsprechend: Ventile werden geschlossen, Heizkörper in leeren Räumen abgeschaltet, man trägt warme Kleidung drinnen, und ein Fenster bleibt nicht mehr den halben Vormittag offen. Einsparungen werden dort gesucht, wo schnell gekürzt werden kann – beim Thermostat.

Von 100 auf 250 Euro pro Monat: Die Zahlen des Wandels

Der häufigste Fall betrifft eine Wohnung, bei der die Heizung vorher in einer Gemeinschaftsgebühr von etwa 100 Euro enthalten war und nun 250 Euro pro Monat kostet, um eine ähnliche Temperatur zu halten, wobei die Gemeinschaftsgebühr um etwa 50 Euro gesenkt wurde. Manche behaupten, der Preis habe sich vervierfacht, andere entgegnen, dass das Heizen dieser Wohnung schon immer gleich viel kostete; der Unterschied sei nur, dass es früher von anderen bezahlt wurde. In Gebäuden mit zentraler Gasheizung machte der Brennstoff oft 60% des jährlichen Budgets aus, was erklärt, warum viele Eigentümergemeinschaften die Änderung ohne großen Widerstand genehmigten.

Auf der anderen Seite steht das Argument der Verschwendung. Bei pauschaler Bezahlung war es leicht, Nachbarn in Sommerkleidung mit offenen Fenstern und voll aufgedrehten Heizkörpern zu sehen, bis hin zu Wohnungen, die auf 25 Grad gemessen wurden und zum Schlafen unerträglich waren. Die Individualisierung der Kosten wurde genau dafür eingeführt, um dies zu korrigieren, und nun erfolgt die Anpassung durch Kälte.

Warum wird weniger gelüftet, wenn warme Luft Geld kostet?

Weil das Öffnen des Fensters im Januar die gesamte Morgenenergie auf die Straße bläst, und die erste Maßnahme auf der Liste der Einsparungen ist die Lufterneuerung. Tägliches Lüften, egal ob kalt oder warm, ist die klassische Empfehlung, aber die kollektive Gewohnheit hat wenig technische Grundlage. Die Hälfte der Haushalte lüftet beim Aufstehen zwischen 6 und 7 Uhr, was meist die kälteste und feuchteste Tageszeit ist; die Alternative, am späten Nachmittag zu lüften, wird wegen der Temperatur bevorzugt, obwohl die Außenluftqualität vom Standort abhängt und davon, ob Nachbarn Holz oder Pellets verbrennen.

Fünfzehn bis zwanzig Minuten reichen aus, um die Luft in einer Wohnung zu erneuern. Wer nicht vom manuellen Öffnen abhängig sein möchte, spricht von speziell platzierten Lüftungsgittern, damit die Luft den ganzen Tag zirkuliert, ohne schlagartig Wärme zu verlieren. Der blinde Fleck liegt bei Kaminen: Ein CO2-Messgerät zeigt in einem Haus mit brennendem Kamin sofort einen Anstieg von Kohlendioxid und anderen Gasen an, und eine ganze Nacht mit aktiver Verbrennung lässt sich nicht durch das Öffnen des Fensters am nächsten Morgen beheben.

Das Nash-Gleichgewicht des Treppenhauses

Bei pauschaler Kostenteilung ist der individuelle Anreiz, maximal zu heizen: Die Kosten verteilen sich auf alle, der Nutzen ist privat. Dies ist das Dilemma, das als Nash-Gleichgewicht auf ein Mehrfamilienhaus angewendet wird und ein Lehrbuchbeispiel für jede Wirtschaftsfakultät wäre. Bei individueller Abkehr kehrt sich der Anreiz um – weniger zahlen, indem weniger geheizt wird –, und das aggregierte Ergebnis kann entweder ein Rückgang des Verbrauchs oder ein kälteres und feuchteres Gebäude sein. Das erklärte Ziel der Individualisierung ist ersteres. Die Berichte deuten auf letzteres hin.

Leben bei 12 Grad: Zwischen Wahl und Energiearmut

Manche akzeptieren dies als eigene Entscheidung: 12 Grad im Haus, Bademantel, Handschuhe, Schal, Decke auf dem Sofa und Heizung den ganzen Winter über ausgeschaltet. Andere leiden darunter, ohne es gewählt zu haben. Unterhalb von 10 Grad und ohne körperliche Aktivität fühlt sich der Körper nicht wohl, und die praktische Lösung, die geteilt wird – das Leben auf ein kleines Zimmer konzentrieren und es mit einem Heizkörper, einem elektrischen Wärmestrahler oder einem Butanofen heizen – ist eine Notmaßnahme, keine Lösung. Bei wiederkehrenden Atemwegssymptomen sollte man einen medizinischen Reaccionariorzt aufsuchen.

Es fehlt das Argument, das alles relativiert: Atemwegsinfektionen hatten immer ihren Höhepunkt im Winter, unabhängig davon, wie das Haus beheizt wird. Wenn das von Betroffenen beschriebene Muster bestätigt wird, hätte die individuelle Abrechnung den kollektiven Verbrauch gesenkt und die Gesundheitsrechnungen erhöht, wodurch die Kosten vom Heizkessel zur Arztpraxis verlagert würden. Dies ist eine logische Hypothese, kein Ergebnis. Um schlechte Luft von Viren, Kälte und sozialem Kontakt zu trennen, sind Daten erforderlich, die bisher niemand vorgelegt hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (187 Antworten).

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