Heißluftfritteuse: Gut für vieles, schlecht für Pommes

Die Heißluftfritteuse frittiert keine Pommes: Nur eine Schicht bei 200 Grad für 20 Minuten; das Öl-Crunching ist nicht wiederherstellbar.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Heißluftfritteuse: Gut für vieles, schlecht für Pommes
Die Heißluftfritteuse frittirt keine Pommes: dünne Schicht und 20 Minuten

Wer eine günstige Heißluftfritteuse kauft, hat oft ein festes Ziel vor Augen: Pommes frites, ohne Öl und in unbegrenzter Menge. Erfahrene Nutzer warnen jedoch, dass das Gerät dafür ungeeignet ist. Die Enttäuschung liegt nicht am Gerät selbst, sondern an der Erwartungshaltung: Es handelt sich nicht um einen Frittierautomaten, sondern um einen kleinen Ofen, der heiße Luft zirkuliert und Speisen bräunt, wobei nur eine einzige Schicht Platz findet. Wer einen Ersatz für siedendes Öl sucht, erhält stattdessen einen kompakten Backofen mit kleinen Portionen.

Ab diesem Punkt gliedert sich die Diskussion in drei Bereiche: Was lässt sich wirklich gut zubereiten, welche Kosten entstehen dabei und wie wirkt sich das Ergebnis auf die Gesundheit aus?

Wie viele Pommes passen in eine Heißluftfritteuse?

Die kurze Antwort lautet: Eine Schicht, die den Boden bedeckt. Stapelt man mehr darauf, bleiben einige roh, während andere verkochen. Dies ist eine Grundregel des Geräts und erklärt, warum große Mengen oder Familienhaushalte oft scheitern. Für zwei Personen wird mindestens ein Modell mit 5 Litern empfohlen; es gibt auch Geräte mit 1,5 Litern sowie Varianten mit 8 Litern. Die Maschine ist für geringes Volumen und hohe Bequemlichkeit konzipiert.

Um diese Grenze zu umgehen, schütteln manche den Korb zur Hälfte der Garzeit durch. Ein häufiger Trick besteht darin, die Schublade nach fünf bis zehn Minuten herauszuziehen und sie leicht zu rütteln, damit die Kartoffeln ihre Position wechseln. Dies funktioniert besser bei Modellen mit Gitterboden und Seitenöffnungen, die Fett abtropfen lassen. Es gibt auch Varianten mit einem rotierenden Drahtkorb oder mehreren Ebenen im Stil eines Backofens.

Dass das Gerät keinen großen Frittierautomaten ersetzt, bedeutet nicht, dass es nutzlos ist. Manche behaupten, es ersetze Backofen, Pfanne, Friteuse und Grill gleichzeitig, und wer es morgens programmiert, findet abends ein fertiges Essen vor. „Alles außer Kochen und Kaffee machen“, fasst diese Gruppe zusammen.

Warum werden Pommes in der Heißluftfritteuse nicht knusprig?

Weil kein siedendes Öl vorhanden ist, sondern nur sehr heiße Luft. Bei frischen Kartoffeln wiederholt sich folgendes Verfahren: Sie sollten nicht zu dick geschnitten sein, gründlich mit Küchenpapier getrocknet werden – Feuchtigkeit ist der Feind der Knusprigkeit –, dann mit Ölspray besprüht und gemischt werden. Danach folgt 20 Minuten bei 200 Grad mit Vorheizen. Der Schnitt ist wichtig, aber das Trocknen ist noch entscheidender.

Bei Tiefkühlware sinkt die Zeit: In einigen Modellen dauert es nur 12 Minuten im Standardprogramm. Hier taucht der am häufigsten genannte Nuance auf. Die vorgegarten Pommes von Lidl beispielsweise enthalten bereits Sonnenblumenöl, sodass nichts hinzugefügt werden muss. Den Korb halb voll füllen und alle fünf Minuten schütteln ergibt ein gutes, wenn auch nicht außergewöhnliches Ergebnis. Es erreicht nie den Bräunungsgrad einer echten Friteuse.

Das Spray fungiert als großer Vermittler. Das Besprühen mit Öl – oder das Bestreichen mit einem Silikonpinsel – verbessert die Textur, gleicht sie aber nicht aus. Ein Teil der Analyse fasst es direkt zusammen: Vergiss den knusprigen Goldton, den Öl erzeugt; du kannst ihn kaschieren, aber nicht erreichen. Niemals. Kroketten bleiben weiß und weich; Nuggets und Flügelchen gelingen deutlich besser.

Ölkanister für 20 Euro gegenüber zwei Sprühstößen

Die häufigste Berechnung geht von einem Ölkanister für 20 Euro aus. Dem stehen zwei Sprühstöße für zwei Portionen Pommes gegenüber. Das Gerät würde sich schnell amortisieren, wenn die Ölkosten das einzige Kriterium wären. Hinzu kommt die Reinigung: Kein spritzendes Öl auf Herd, Fliesen oder Abzugshaube, und kein Fettansatz in einer elektrischen Friteuse nach wenigen Nutzungen. Der Antihaft-Innenraum lässt sich leicht reinigen und riecht nicht.

Manche zahlen 30 Euro für ein Importmodell und verteidigen es als einen der besten Käufe des Jahres. Andere warnen vor dem Stromverbrauch: Der Vergleich der 50 Liter eines mittleren Backofens mit den zehn Litern dieser Geräte ist das übliche Argument zur Rechtfertigung des Verbrauchs. Was nicht zusammenpasst, ist die Zeit. Wer mit Öl frittiert, sagt, das Gericht sei in acht Minuten fertig und in zwanzig Minuten gegessen. Mit Heißluft dauert es 20 Minuten Garzeit plus Vorheizen.

Macht Kochen ohne Öl schlank?

Die Prämisse der Heißluftfritteuse ist, dass Kochen ohne Öl weniger Kalorien enthält. Die Gegenargumentation kommt schnell: Dick macht die Kartoffel, nicht das Öl. Manche gehen weiter und behaupten, diese Geräte förderten letztlich das Gegenteil dessen, was sie versprechen, da sie schnell und bequem sind und dazu verleiten, stark verarbeitete Lebensmittel zu erhitzen, von Kroketten und Nuggets bis hin zum Abendbrot-Brot. Dies ist kein gemessener Wert, sondern ein Eindruck, der jedoch hartnäckig kursiert.

Relativer Konsens herrscht beim Fleisch. Fettreiche Lebensmittel gelingen hervorragend: Das untere Gitter lässt Fett abtropfen, und marinierte Rippenstücke werden goldbraun und saftig, ohne Überschuss. Mageres Fleisch neigt dagegen zum Austrocknen, weshalb die Temperatur gesenkt werden muss. Das Gerät glänzt bei fettreichem Essen und versagt bei Dingen, die Öl zum Bräunen benötigen.

Die Bilanz folgt einer unbequemen Logik. Die Heißluftfritteuse gewinnt bei allem Nebensächlichen – Reinigung, Komfort, keine Flecken, kein Geruch – und verliert genau dort, wo viele sie gekauft haben: bei echten Pommes frites. Tiefkühlware gelingt laut verschiedenen Nutzern ordentlich. Niemand bestreitet jedoch, dass sie mit den klassischen Pommes mithalten können.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (141 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver