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Hazte Oír erhebt sechs Straftaten gegen den Regierungsdelegierten in Ceuta
Hazte Oír wirft dem Regierungsdelegierten in Ceuta sechs Straftaten vor, weil die Anklage von über 100 Toten ausgeht, teilweise sind sogar bis zu 140 die Rede.
Sechs Straftaten gegen den Regierungsdelegierten in Ceuta
Hazte Oír wirft dem Regierungsdelegierten der spanischen Regierung in Ceuta sechs Straftaten vor – Rechtsbeugung, unterlassene Hilfeleistung, Totschlag, fahrlässige schwere Körperverletzung sowie Unterlassung der Pflicht zur Verfolgung und Verhinderung von Straftaten – im Zusammenhang mit den mehr als 100 Toten, die die Anklage mit der massenhaften Einreise in die autonome Stadt in Verbindung bringt. Die Zahl der Opfer ist nicht unumstritten: Es gibt Angaben von 130 Toten, andere sprechen von bis zu 140. Im Zentrum der Kritik steht laut Kritikern die Frage, ob die spanische Regierung vorab über das drohende Geschehen informiert war und keine Mittel einsetzte: Liegt eine Straftat vor oder nur politische Nachlässigkeit ohne Konsequenzen?
Liegt in Ceuta eine Straftat wegen unterlassener Hilfeleistung vor?
Die Antwort hängt von einem Detail ab, das bislang niemand geklärt hat: wann der Staat von der unmittelbar bevorstehenden Massenüberquerung erfuhr und was er mit dieser Information machte. Die Anklage geht von vorherigem Wissen und bewusstem Unterlassen aus, was unter den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung fallen würde. Aus juristisch konservativerer Sicht wird eingewandt, dass der tragfähigste strafrechtliche Vorwurf fahrlässige Tötung wäre – ein anderer Tatbestand mit engeren Beweisanforderungen. Beide Thesen bestehen nebeneinander, ohne dass eine gerichtliche Entscheidung in Sicht ist.
Kritik an der Opposition und den europäischen Institutionen wegen ihres Schweigens
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Zentralregierung. Eine kritische Strömung bemängelt, dass die Opposition den Fall nicht an internationale Menschenrechtsorganisationen herangetragen hat und dass Brüssel angesichts der Opferzahlen geschwiegen hat. Diplomatisch kursiert zudem der – unbestätigte – Verdacht, Spanien werde Marokko am Ende finanziell entschädigen. All das beruht auf Indizien, ohne dass eine Entscheidung es bestätigt.
Die Sache ist weiterhin ohne bekannte gerichtliche Entscheidung. Solange es keinen Beschluss gibt, der klärt, wer was wusste und wann er davon erfuhr, bleibt die Frage nach der unterlassenen Hilfeleistung genau dort, wo sie begann: unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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