Handel mit Terminen: das Geschäft, das niemand stoppt

In den sozialen Medien wimmelt es von Anzeigen für den Verkauf von Behördenterminen, während Bürger kaum einen bekommen. Dahinter: ein Geschäft, das niemand verfolgt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Betrug mit dem Terminverkauf: Warum wird nicht eingeschritten?

Die sozialen Medien sind voller Anzeigen, die Behördentermine für 20, 30 oder 50 Euro anbieten. Gleichzeitig ist es für den Normalbürger unmöglich, einen Termin beim Arzt, beim SEPE (spanisches Arbeitsamt) oder zur Verlängerung des DNI (spanischer Personalausweis) zu bekommen. Der Paradoxon ist kein Zufall: Es gibt einen ganzen Schwarzmarkt, der von der künstlichen Knappheit gespeist wird, die das System selbst erzeugt.

Fälle von manipulierten Terminplänen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Ein Arzt in Barakaldo wurde entlassen, weil er seinen Plan mit Scheinterminen füllte, um keine weiteren Patienten behandeln zu müssen. In Sevilla wurde ein anderer Mediziner untersucht, weil er Zulagen für Termine kassierte, die nie stattfanden. Die Krönung war, als das SEPE gegen einen Beamten ein Disziplinarverfahren einleitete, weil er in einem leeren Büro Menschen ohne Termin bediente. Die Verwaltung jagt lieber den, der arbeitet, als den, der mit Terminen spekuliert.

Das Weiterverkaufsgeschäft: eine Kette mit Komplizen

Hinter dem Terminverkauf stecken nicht nur einzelne Betrüger. Manche behaupten, dass Beamte und Politiker ihren Anteil kassieren. Das Terminsystem sorgt, weit davon entfernt, Ordnung zu schaffen, eher dafür, dass Staatsbedienstete ihre tatsächliche Arbeitslast reduzieren. Leere Wartezimmer stehen im Kontrast zur Unmöglichkeit, einen Termin zu bekommen. Und wer einen Service anbietet, um einen zu besorgen, profitiert von einer Knappheit, die der Staat selbst nicht behebt.

Manche sagen, das Problem konzentriere sich auf Termine für Einwanderer, doch in Wirklichkeit betrifft es alle Bereiche: Gesundheitswesen, Sozialleistungen, Ausweis... Die einzige Ausnahme scheint die Hacienda (spanische Steuerbehörde) zu sein, wo das System reibungslos funktioniert. Zufall oder nicht – ausgerechnet die Steuerbehörde verfolgt am eifrigsten.

Während Termine auf Telegram und Wallapop verkauft werden, schauen die Verantwortlichen weg. Vielleicht, weil das administrative Chaos für manche lukrativ ist. Oder vielleicht, weil die Abschaffung des Terminsystems bedeuten würde zuzugeben, dass der Staat nicht mehr herrscht. Fest steht: Der Bürger bleibt gefangen zwischen Betrug und Bürokratie.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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