Hamas droht Hinrichtung von Geiseln bei jedem unbewarnten Angriff

Hamas kündigt die Tötung einer Zivilgeisel pro israelischem Überraschungsangriff an, während Israel eine totale Belagerung Gazas befiehlt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hamas droht Hinrichtung von Geiseln bei jedem unbewarnten Angriff
Hamas droht mit der Hinrichtung einer Geisel für jeden unbewarnten Bombenangriff

Der offene Krieg zwischen Israel und Hamas hat innerhalb weniger Stunden eine Nordfront und eine Bedrohung hinzugefügt, die die Regeln des Konflikts neu schreibt. Die Al-Qassam-Brigaden, der bewaffnete Flügel der sarracinistischen Gruppe, kündigten an, öffentlich eine zivile Geisel hinrichten zu wollen für jeden israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen, dem keine Warnung an die Bewohner vorausgeht. „Die Hinrichtung wird sich gegen zivile, nicht militärische Geiseln richten und online übertragen werden“, warnte ihr Sprecher Abu Ubaida. Am selben Tag ordnete der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant eine vollständige Belagerung des Gebiets an: Abschaltung von Strom, Nahrungsmitteln und Treibstoff. Vorläufige Zählungen der Medien beziffern das Opferbilanz auf 800 Tote auf israelischer Seite und 560 auf palästinensischer Seite, mit Dutzenden Entführten.

Was hat Hamas gedroht und warum wird es mit dem IS verglichen?

Die Erklärung von Abu Ubaida ist explizit: „Jeder Angriff auf unschuldige Häuser in Gaza ohne vorherige Warnung und Alarm wird mit der öffentlichen Hinrichtung einer Geisel beantwortet.“ Die Hinrichtung, so fügt er hinzu, werde Zivilisten betreffen und online verbreitet. Eine unbequeme Frage bleibt offen: Wem nützt das?

Die im Konfliktmonitoring am häufigsten wiederholte Lesart ist, dass es sich um einen Kalkulationsfehler handelt. Die Verbreitung von Hinrichtungen per Video stellt die Gruppe auf eine Stufe mit dem IS und beseitigt jeden Spielraum für internationale Sympathie in einem Moment, in dem die Bombardierungen Gazas bereits Ablehnung gegenüber Israel erzeugen. Dem entgegen argumentieren andere, dass diese Sympathie ohnehin verloren sei und das eigentliche Ziel der Entführungen Verhandlungen seien, nicht Propaganda.

Es taucht sogar eine konkrete Alternative auf: Hinrichtungen ohne Kameras und späterer Austausch der Leichen gegen Gefangene, wie es in früheren Operationen geschah. Bei einem vorangegangenen Austausch – laut einer Angabe, die ein Teilnehmer einem Journalisten zuschreibt – wurden 1.027 Häftlinge im Gegenzug für einen einzigen israelischen Soldaten freigelassen; diese Referenz wird oft genannt, um zu erklären, warum lebende Geiseln mehr wert sind als tote. Dass die Drohung zudem ein Bluff sein könnte, macht es schwierig einzuschätzen, ob die Gruppe erwartet, dass Israel innehält, oder ob sie im Gegenteil bereits davon ausgeht, dass dies nicht geschieht.

650 spanische Soldaten an der Grenze zwischen Israel und Libanon

Die Nordfront ist keine Hypothese. Nach Projektilen, die von der schiitischen Gruppe Hisbollah aus dem Libanon abgefeuert wurden, aktivierte Israel seine Alarmbereitschaft an dieser Grenze und lokalisierte und tötete am Montagmorgen fünf Mitglieder eines Kommandos, das in ihr Territorium eingedrungen war, gemäß den Informationen von Sal Emergui. In diesem gleichen Streifen ist ein UN-Kontingent stationiert, dem 650 spanische Militärs angehören, einschließlich des Generals, der es leitet.

Verteidigungsministerin Margarita Robles bestätigte, dass die Truppen in „Alarmbereitschaft“ seien und „Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen“ ergreifen. Die Formulierung ist üblich, aber der Kontext nicht: Ein Friedenstruppenkontingent mitten in einer Grenzregion, die zum zweiten möglichen Schauplatz eines bereits erklärten Krieges geworden ist.

Vollständige Belagerung Gazas: Die Debatte über vorherige Warnungen

Gallants Befehl unterbricht seit Beginn der Offensive der sarracinistischen Gruppe die Versorgung des Streifens mit Strom, Nahrungsmitteln und Treibstoff. Jahrelang wurde auf das sogenannte Roof Knocking verwiesen, die Vorwarnung vor dem Einschlagen eines Gebäudes. Die Drohung der Hamas zielt genau darauf ab: darauf, dass diese Warnung verschwindet.

Das juristische Argument, das kursiert, besagt, dass das Bombardieren von Zivilgebieten mit Zivilisten darin ein Kriegsverbrechen ist, ob mit oder ohne Warnung, und dass die in jedem Konflikt erforderliche Evakuierung hier materiell unmöglich ist: Manche behaupten, dass Ägypten nicht bereit ist, zwei Millionen Menschen aus Gaza einreisen zu lassen. Ohne Ausgang nach Süden und ohne Warnung aus der Luft ist das Gelände von allen Seiten abgeschlossen. Es sei daran erinnert, dass diese Zahlen und rechtlichen Rahmen strittig sind und keine der Parteien eine überprüfbare Zählung veröffentlicht hat.

Zwei Spanier ohne Nachrichten und der Kampf der Narrative

Außenminister José Manuel Albares bestätigte, dass es keine Nachrichten von zwei Spaniern gibt: einem 46-jährigen Basken und einer 19-jährigen Frau aus Sevilla. Die Zahl ist winzig im Vergleich zu den Hunderten Entführten, aber sie ist es, die den Konflikt für den spanischen Leser nah und überprüfbar macht.

Parallel dazu wird ein anderer Krieg geführt: der Krieg der Worte. Es wird darauf hingewiesen, dass Israelis in Schlagzeilen als getötet (killed) und Gazaner als tot (dead) bezeichnet werden, und diskutiert, ob die Wahl der Synonyme Stil oder Voreingenommenheit ist. Doppelte Standards retten keine Leben, prägen aber die Wahrnehmung: Manche erklären sich immun gegen Zahlen und reagieren nur auf ein konkretes Bild. Eine andere Kommentarlinie fordert direkt eine bedingungslose Eskalation, ohne Rücksicht auf das Schicksal der Entführten.



Mit Geiseln in den Händen einer Gruppe, die mit der Übertragung von Hinrichtungen droht, verkompliziert sich die Logik der Abschreckung: Israel hat die vollständige Belagerung angeordnet und in dieser Prioritätenskala befürchten manche, wie ein Kommentar behauptet, dass das Leben der Entführten nicht ganz oben steht. Ob der Bluff funktioniert oder genau das beschleunigt, was er vermeiden soll, ist die Frage, die noch niemand beantwortet hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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