H&M schließt 28 Filialen in Spanien und entlässt rund 600 Mitarbeiter

H&M schließt 28 Filialen in Spanien und baut fast 600 Stellen ab. Trotz eines Umsatzwachstums von 20 % sank der Gewinn um 67 %. Der stationäre Handel zahlt den Preis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

H&M schließt 28 Filialen in Spanien und entlässt rund 600 Mitarbeiter
H&M schließt 28 Filialen und streicht 600 Stellen in Spanien

H&M schließt 28 Filialen in Spanien und kündigt fast 600 Mitarbeitern. Die Ankündigung, zuerst vom El Mundo gemeldet, kam als dringende Nachricht ohne öffentliche Liste der betroffenen Standorte. Man könnte dies als vorübergehenden Konsumrückgang deuten. Doch die Realität ist unbequemer: Manche Ketten verkaufen mehr als zuvor und schließen trotzdem ihre Türen.

Was hat H&M angekündigt und wie viele Mitarbeiter sind betroffen?

Das Unternehmen meldet die Schließung von 28 Standorten und den Abbau von fast 600 Arbeitsplätzen. Bislang gibt es keine öffentliche Liste der betroffenen Städte, was bei den Belegschaften Unsicherheit schürt: Niemand weiß, ob sein Laden auf der Liste steht oder wann die Schließung vollzogen wird. Auch unklar bleibt, wie ein solcher Schritt umgesetzt wird, wenn Kunden im Geschäft sind und Personal noch anwesend ist.

Der Widerspruch liegt in der Chronologie. Wochen vor der Ankündigung hatten Gewerkschaften und das Unternehmen einen Vorvertrag geschlossen, der den Streik in den Filialen beendete und im Gegenzug eine Aufstockung des Personals vorsah. Ein Abkommen, das mit mehr Jobs beworben wurde und nun mit 600 Entlassungen kollidiert. Eine schwierige Lage.

Warum schließt H&M, obwohl der Umsatz um fast 20 % stieg?

Weil mehr Umsatz nicht automatisch mehr Gewinn bedeutet. Die Kette verzeichnete fast zwei Jahre lang Verluste; bereits Anfang 2023 war von einem Einbruch des Nettogewinns um 67 % die Rede, trotz eines Umsatzanstiegs von rund 20 %. Analysen nennen explodierende Stromkosten, steigende Transportausgaben und höhere Einkaufspreise. Wenn die Margen schrumpfen, wird jeder Quadratmeter Verkaufsfläche vom Asset zum Ballast.

Dies widerlegt die einfache These, dass die Menschen nicht mehr kaufen. Sie kaufen, aber anders und woanders, während der stationäre Handel weiterhin die Struktur eines Modells trägt, das für einen anderen Zyklus entwickelt wurde.

Die Konkurrenz, die keine Miete zahlt

Die Verlagerung zum Online-Handel und zur Second-Hand-Wirtschaft erklärt einen Großteil des Problems. Amazon, Temu, Shein und AliExpress sowie Resale-Plattformen wie Vinted und Wallapop ziehen den preisbewussten, impulsive Kauf und Wiederkäufe an sich. Ohne Schaufensterbeleuchtung und ohne Gehälter für Verkaufspersonal.

Es geht nicht nur um Preise, sondern um Opportunitätskosten. Ein Käufer gab an, seine jährliche Ausgaben für Kleidung von 1.000 Euro auf 100 Euro reduziert zu haben: voller Kleiderschrank, stabile Größe, kein Nachkaufbedarf. Das Segment, das auf hoher Umschlagsgeschwindigkeit basierte, hat seinen Treibstoff verloren.

Benetton, Primark und die leere Handelslandschaft

H&Ms Rückzug trifft keinen unbekannten Boden. In manchen Regionen müssen Kunden aufgrund des Verschwindens von Ketten wie Benetton bereits mehr als 20 Kilometer fahren, um Mode im stationären Handel zu kaufen. Jede Schließung reduziert den Wettbewerb, verteuert das lokale Angebot und hinterlässt Leerstand in Straßen, die davon lebten.

Am anderen Ende des Spektrums, beim Minimalpreis, beschreiben einige Szenarien reinen Überlebenskampfes: Ladendiebstähle werden hingenommen, weil die Alarmanlagen teurer sind als die Ware selbst, und Margen lassen keine Verluste zu. Dies ist Anekdote, keine Statistik, zeigt aber den Druck auf ein Modell, das nicht einmal mehr Sicherheitspersonal finanzieren kann.

Werbedebatte und Kostenerklärungen

Ein Teil der Öffentlichkeit führt den Niedergang auf Kampagnen zurück, die sich von der traditionellen Käuferschicht entfernen: Die Werbung habe diese Zielgruppe nicht mehr angesprochen, und die Kosten seien letztlich an der Kasse spürbar gewesen. Die Gegenargumentation lautet, dass solche Kunden existieren, kaufen und genauso profitabel sind wie andere, und dass das Problem nicht die Werbung, sondern die Marge sei. Diese Strategie soll laut dieser Sichtweise auch auf andere spanische Ketten übergegriffen haben.

Parallel dazu kursiert die Kostenthese. Steigende Mindestlöhne, steuerlicher Druck und die Verlagerung der Produktion in Länder mit geringeren Lasten erklären aus dieser Perspektive, warum Unternehmen verschiedener Sektoren ihre Präsenz in Spanien neu ordnen. In diesem Rahmen ist die Filialschließung eine Entscheidung der Gewinn-Verlust-Rechnung, kein Unfall.

Darüber hinaus dominiert die politische Deutung: Wer in jeder solchen Ankündigung den Beweis für einen Verfall sieht, den offizielle Indikatoren nicht abbilden. Es ist Interpretation, kein Faktum, prägt aber weite Teile der Diskussion.

Angesichts dieser Zahlen ist Vorsicht geboten: Weitere Ankündigungen sind wahrscheinlich, nicht weniger. Die Liste der betroffenen Standorte bleibt unveröffentlicht, der Zeitplan offen, und Belegschaften anderer Ketten blicken nervös voraus. Wiederholt sich dieses Muster, kommt die nächste Mitteilung wieder als „dringend“ – mit denselben unbeantworteten Fragen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (180 Antworten).

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