Guardiola wirft Vox Machthunger vor: Regierungsbildung blockiert

María Guardiola beschuldigt Vox der Sitzgier; die Partei lehnt ab. Die PP in Extremadura steht ohne Koalitionspartner für eine Regierungsbildung da.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Guardiola wirft Vox Machthunger vor: Regierungsbildung blockiert
Guardiola wirft Vox Machthunger vor: Regierungsbildung blockiert

María Guardiola, Präsidentin der Volkspartei (PP) in Extremadura, hat ihre erste Woche als Wahlsiegerin in einen politischen Balanceakt verwandelt. In einem Social-Media-Post erklärte die PP-Führerin, es wäre „leicht gewesen, das Gesagte zu verraten und mit denen zu regieren, die von veralteten Debatten leben“, und fügte hinzu: „Sie wollten Sitze, ich wollte eine stabile Regierung.“ Obwohl sie Vox nicht namentlich nannte, wurde die Äußerung als direkter Angriff auf die Partei von Santiago Abascal gewertet, mit der die PP für eine Koalition in der Region zusammenarbeiten musste. Vox antwortete prompt: „Erst beleidigen Sie uns, dann bitten Sie um unsere Stimmen… Nun, nein, Frau, denn unsere rote Linie ist die Wahrheit und der Respekt gegenüber unseren Wählern.“

Der Konflikt ist erheblich. Guardiola gewann die Wahl, hatte aber keine Mehrheit für eine Alleinregierung. Laut Berechnungen unter Analysten erhielt die PSOE mehr Stimmen als die PP-Kandidatin. Das Paradoxon ist offensichtlich: Die PP-Anführerin fordert eine stabile Regierung, lehnt aber die einzigen potenziellen Partner ab, die diese ermöglichen könnten. Die institutionelle Pattsituation in Extremadura ist zum ersten großen Test für Alberto Núñez Feijóo nach dem Wahlzyklus geworden.

Warum Vox angreifen, wenn Stimmen benötigt werden?

Guardiolas Strategie basiert auf einer zweischneidigen Kalkulation. Einerseits versucht sie, sich vom rechtsensrecht Kurs abzugrenzen, um gemäßigte Wähler anzusprechen und sich als Führerin zu präsentieren, die sich den Forderungen von Vox nicht beugt. Andererseits will sie Vox unter Druck setzen, ihre Unterstützung ohne Gegenleistung zu geben, was Abascals Partei entschieden ablehnt. „Wenn Sie das nicht verstehen, einigen Sie sich mit der Linken; dort fühlen Sie sich wohler“, konterte Vox online.

Für Guardiola besteht das Problem darin, dass viele ihre Rhetorik als totale Ablehnung der Vereinbarungen werten, die die PP in anderen Regionen mit Vox getroffen hat. In Valencia, den Balearen oder Murcia akzeptierte die PP die Unterstützung von Vox mit weniger Aufsehen. Die Führerin aus Extremadura hat jedoch den Ton verschärft und Vox Sens, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie vorgeworfen. Der Widerspruch ist eklatant: Wenn Vox all dies ist, warum verhandelt die PP dann im halben Land mit ihnen?

Entlassener Berater und Drohungen gegen Abascal

Das bizarrste Ereignis der Woche war der Fall von Santiago Martínez Vares, Guardiolas Berater, der entlassen wurde, nachdem bekannt wurde, dass er Abascal und mehrere Journalisten bedroht hatte. Die PP-Führerin kündigte seinen Vertrag, wie veröffentlichte Berichte bestätigten. Der Berater stellte die Trennung nicht stillschweigend hin, sondern gab eine Erklärung heraus, in der er die Trennung als freiwillige Entscheidung zum Schutz seiner Mandantin darstellte – ein Standardmanöver, das niemanden täuschte.

Die Entlassung trübt die Situation zusätzlich. Wer hat die Strategie entwickelt, Vox anzugreifen? War es Guardiolas persönliche Entscheidung oder eine Anweisung aus der nationalen Parteizentrale (Génova)? Fragen bleiben unbeantwortet. Innerhalb der PP in Extremadura wächst derweil das Gefühl, dass die Kandidatin eine unnötige Front eröffnet hat. „Sie könnte genauso gut die Kandidatin der PSOE sein“, bemerkte eine wiederkehrende Analyse in politischen Kreisen.

Das Casado-Vorbild und Feijóos Vermeidung

Der Schatten von Pablo Casado liegt über diesem Konflikt. Der ehemalige PP-Chef versuchte, sich von Vox zu distanzieren, und wurde schließlich von seiner eigenen Partei zerrissen. Feijóo, der daraus gelernt hat, hat sich entschieden, nicht direkt in den Konflikt in Extremadura einzugreifen und Guardiola sich selbst überlassen. Die Kollateralschäden sind jedoch offensichtlich: Jeder Tag ohne Regierung in Extremadura erinnert daran, dass die PP keinen klaren Fahrplan für den Umgang mit der Rechtsensrecht hat.

Vox hat in Extremadura unterdessen eine perfekte Bühne gefunden, um seine Vetomacht zu demonstrieren. „Ich würde Extremadura nutzen, um eine starke Botschaft zu senden“, schlug eine Analyse vor, die Guardiolas Strategie kritisierte. Die Botschaft ist klar: Wenn die PP regieren will, muss sie ihren Stolz schlucken. Wenn nicht, warten Neuwahlen.



Der Ausgang dieses Pattes wird den Ton der Legislaturperiode bestimmen. Guardiola hat auf einen offenen Konflikt mit Vox gesetzt, doch ihr Handlungsspielraum ist null. Ohne Vox gibt es keine Regierung. Mit Vox muss sie alles zurücknehmen, was sie gesagt hat. Die Politik in Extremadura ist zu einem Schachbrett geworden, auf dem jeder Zug zählt. Und das Spiel hat gerade erst begonnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

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