GTA 6 und der Hype in Spanien: Debatte um den Launch

Debatte über GTA 6: minimale Werbung in Spanien, 30 fps auf der Basiskonsole und keine angekündigte PC-Version, so die Teilnehmer.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

GTA 6 und der Hype in Spanien: Debatte um den Launch
GTA 6 und die Debatte über den Launch in Spanien

Wo ist die Begeisterung geblieben? Diese Frage zieht sich durch die Diskussion über den Launch von GTA 6, und die Antwort, die sich unter den Teilnehmern durchsetzt, ist unbequem: Das spanische Publikum ist vom Enthusiasmus der früheren Teile zu einer Gleichgültigkeit übergegangen, die fast schon Verachtung ist. Die These, mit der die Analyse eröffnet wird: Rockstar ist sich dank seiner Marktforschung der angeblichen Verdummung des Durchschnittskonsumenten bewusst und hat deshalb die Werbung in Spanien auf ein gesponsertes Video mit einem Content-Creator und einen Zeitungsartikel beschränkt. Dem Ausgangspunkt zufolge ist kein einziges Magazin und kein Werbematerial zum Launch für das spanische Publikum bestimmt.

Eine Kampagne, die Spanien ignoriert

Der Kontrast zur Erinnerung an den vierten und fünften Teil ist der Ausgangspunkt. Damals gab es Begeisterung; heute nichts Vergleichbares. Die vorherrschende Lesart: Der spanische Markt wurde aus der Werbestrategie ausgeschlossen: ein einziges gesponsertes Video und ein Presseartikel, gegen die Maschinerie, die andere Launches aufbieten. Manche ergänzen einen Kalenderfaktor: Der Release fällt mit den Wahlen zusammen, und ein Teil der jüngeren Generation wird sich mehr für die Ergebnisse in den sozialen Medien interessieren als für das Spiel.

Realismus und Gameplay-Loop als Bremse

Das wenig schmeichelhafte Argument ist auch das am häufigsten genannte: Viele, die es aus Gewohnheit kaufen, werden es irgendwann liegen lassen. Als Ursache wird der extreme Realismus genannt und ein Spieldesign für Menschen mit viel Freizeit, ein Loop, der Hingabe verlangt und den Gelegenheitsspieler nicht belohnt. Die Prognose: Diesmal wird es keinen einfachen Abverkauf über Gebrauchtplattformen geben wie beim Western-Titel, weil das Aufgeben vor dem Weiterverkaufen kommt.

Die Hardware-Hürde

Hier erscheint die Zahl, die in der Diskussion am meisten wiegt: Die meisten werden es auf der Basiskonsole spielen, mit 30 Bildern pro Sekunde, und die verbesserte Version kostet 1.400 Euro. Dazu kommt der Bedarf an einem 120-Hz-Fernseher, um es nicht „wie ein Ruckelvideo“ zu spielen, wie es in dem Beitrag heißt. Das Ergebnis ist ein Launch, der in der Praxis eine Ausgabe verlangt, die weit über den Preis des Spiels hinausgeht. Ein Gegenpunkt kommt von außerhalb Spaniens: In der Schweiz haben Arbeitskollegen von 30, 40 und sogar 50 Jahren sich die High-End-Konsole gekauft, ohne dass sie die Ausgabe stört, denn selbst ein Reinigungsgehalt liegt bei rund 2.000 Euro netto.

Wer bleibt da noch zum Spielen?

Die Frage zieht sich durch die Analyse der Spielerprofile. Fans der großen Content-Creator sehen lieber zu, wie andere es spielen. Das eher nerdige Publikum, so das Argument, habe ein Gehirn, das auf Zwanzig-Minuten-Formate geprägt ist, und passe nicht zu einem Spiel dieses Kalibers. Und der Spieler mit Familienpflichten sagt es ohne Umschweife: Mit einem einjährigen Kind, einer Hypothek, der schwangeren Frau und der Selbstständigenbesteuerung bleibt für Videospiele kein Raum.

Die Synchronisation und das Warten auf die PC-Version

Zwei weitere Ärgernisse kommen auf die Liste. Das erste: Das Spiel erscheint nicht mit spanischer Synchronisation, man wird also stundenlang lesen statt spielen. Das zweite ist das Warten. Die Geschichte der Reihe dient als Anhaltspunkt: Der vierte Teil kam im April 2008 auf Konsolen und im Dezember desselben Jahres auf den PC, etwa acht Monate später; der fünfte im September 2013 auf Konsolen und im April 2015 auf den PC, gut anderthalb Jahre; der Western-Teil im Oktober 2018 und November 2019, ein Jahr. Für diesen Teil sind nur Konsolen angekündigt, ohne Datum und ohne PC-Version, daher verlegt das realistische Szenario den PC-Start auf 2027 oder 2028. Dafür erscheint diese Version meist polierter, mit mehr Bildern und mit Mods.

Das Fazit ist das gewohnte: Die einen zahlen aus Gewohnheit, die anderen warten, und die Mehrheit diskutiert in den sozialen Medien darüber, wie viele Parlamentssitze man beobachten muss, statt wie viele Polygone die Stadt lädt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (32 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver