Grüne Sitze in der Metro Madrid: reserviert, nicht dekorativ

Für Fahrgäste der Metro Madrid sind die grünen Sitze reservierte Plätze, doch die Beschilderung macht das nicht deutlich

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die grünen Sitze in der Metro Madrid sind reserviert, aber unsichtbar

Warum gibt es in der Metro Madrid grüne Sitze? Die kurze Antwort lautet, so die Teilnehmer der Diskussion: Sie sind nicht dekorativ, sondern reservierte Plätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ältere Fahrgäste, Schwangere und Reisende mit Kleinkindern. Die lange Antwort: Die Beschilderung erklärt es nicht, und ein Großteil der Öffentlichkeit hat beschlossen, dass die Farbe reine Ästhetik ist. Wenn niemand erklärt, wozu etwas dient, füllen die Leute die Lücke mit dem ersten Gedanken, der ihnen einfällt: Sie seien ökologisch, ein Witz, oder ein Platz, auf dem man besser nicht sitzt.

Für wen sind die grünen Sitze in der Metro reserviert?

Für alle, die nicht stehen bleiben können, ohne ein Risiko einzugehen. Laut einer Teilnehmerin ist diese Farbe für Menschen mit sichtbaren Verletzungen, ältere Menschen und Mütter mit Babys gedacht. Und laut einem anderen Teilnehmer auch für Menschen mit einer unsichtbaren Behinderung. Hier beginnt das praktische Problem: Wer betroffen ist, muss es einem Fremden erklären, wenn er sitzen möchte – und um sechs Uhr morgens hat man dazu nicht immer Lust. Manche vergleichen es mit Behindertenparkplätzen, wo der gelegentliche Nutzer immer behauptet, es sei nur für einen Moment.

Das Schild über den grünen Sitzen sagt nicht, was es scheint

Über diesen Plätzen hängt laut einem Nutzer ein Schild mit der Aufschrift „dieser Zug ist dein Ladegerät“. Dasselbe Schild hängt an den blauen Sitzen am anderen Ende des Wagens. Die Beschilderung hilft also nicht, einen reservierten Platz von einer Handy-Ladestation zu unterscheiden: Der Nutzer sieht Grün und sieht Werbung. Und wenn der Code nicht erklärt wird, lautet die Schlussfolgerung des Fahrgastes die naheliegende: Es ist hässlich, und niemand weiß, wozu es da ist.

Die 25-Prozent-Rechnung: eine Schätzung der Nutzer

Das zweite Streitthema ist das Design. Nach der Rechnung eines Nutzers lassen drei Personen auf einer Viererbank den vierten nur noch einen schmalen Streifen übrig – das praktische Ergebnis wäre, dass rund 25 % der Kapazität dieser Reihe verloren gehen. Derselbe Nutzer führt an, dass in Barcelona diese Plätze alle beieinander stehen, während sie in Madrid verteilt neben den Haltestangen und Griffen angeordnet sind. Stimmt die Rechnung, ist dieser Viertel einer Bank in der Stoßzeit verlorene Kapazität in einem ohnehin vollen System.

Platz anbieten: die Beschwerde derer, die ihn brauchen

Das Design löst die halbe Aufgabe. Die andere Hälfte ist sozial, und da hilft keine Farbe: Laut einer Teilnehmerin tun sich die Sitzenden so, als sähen sie die Person vor ihnen nicht, und der Rest des Wagens schweigt. Ein Teil der Unterhaltung kippte in feindselige Kommentare gegen Migranten – eine Richtung, die mit dem Funktionieren der U-Bahn nichts zu tun hat und hier nicht wiedergegeben wird, aber zeigt, wie aufgeheizt das Thema ist. Zwischen Resignation und Verärgerung bleibt die geschriebene Regel unbeachtet.



Eine Farbe ohne Erklärung bedeutet am Ende alles Mögliche. Die Metro hat eine Regel gemalt und nicht erklärt. Kein Wunder, dass niemand aufsteht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (34 Antworten).

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