„Großisrael“: Der Plan, der Israel ohne Belege zugeschrieben wird

Der Plan, der Israel zur Vorherrschaft im Nahen Osten zugeschrieben wird, stützt sich auf fünf Punkte ohne jede dokumentarische Grundlage. Iran, die USA und Gaza unter der Lupe

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

„Großisrael“: Der Plan, der Israel ohne Belege zugeschrieben wird
„Großisrael“ und die fünf Punkte eines Plans ohne Belege

Gibt es einen Plan, der Israel zum Mittelpunkt der Welt machen soll? Die Idee kursiert unter großspurigen Namen —„Großisrael“, der „große Knotenpunkt der Welt“— zusammen mit einer Fünf-Punkte-Roadmap, die durch ständige Wiederholung den Anschein einer ernsthaften Analyse gewonnen hat. Es gehört gleich in die erste Zeile: Es existiert kein Dokument, kein Leak und keine offizielle Erklärung, die dieses Konzept belegt. Was es gibt, ist ein spekulatives Konstrukt, das überprüfbare Fakten mit unbeweisbaren Hypothesen vermischt und in seiner radikalsten Version behauptet, in den Worten eines Teilnehmers, Israel beherrsche bereits den gesamten Planeten.

Welche fünf Punkte werden dem Plan zugeschrieben?

Das kursierende Schema ruht auf fünf Säulen. Die erste ist ein Krieg gegen den Iran, dargestellt als das Hindernis, das die übrigen Akteure der Region stützt; ohne Teheran, so die These, wäre der Konflikt im Nahen Osten beendet und nebenbei würden die asiatischen Volkswirtschaften erdrosselt, die von seinem Öl abhängen. Die zweite besteht darin, die Vereinigten Staaten so weit zu schwächen, dass sie aufhören, die führende Macht zu sein, indem man sie in denselben Konflikt hineinzieht, bis zur Pleite und zum Rückzug. Die dritte zielt darauf ab, die Rivalität zwischen den westlichen Verbündeten anzustacheln.

Dann folgen die beiden umstrittensten Säulen. Die eine behauptet, antijüdische Feindseligkeit passe Israel, weil sie die Einwanderung in das Land befördere – eine These, die mit jeder elementaren Lektüre der jüngeren Geschichte kollidiert. Die andere sieht den Wiederaufbau Gazas als Smart City voraus, ein technologisches Paradies, das laut einem Teilnehmer beim Davoser Forum präsentiert wurde.

Warum erscheint Iran als Schlüsselstück der Erzählung?

Innerhalb dieses Konstrukts nimmt der Iran die Rolle des zentralen Gegners ein. Es wird argumentiert, dass die Hisbollah, die Hamas und die übrigen Israel gegenüberstehenden Akteure auf die eine oder andere Weise von iranischem Einfluss gespeist würden, sodass die Neutralisierung Teherans den gesamten regionalen Konflikt mit einem Schlag abschalten würde. Das Fazit ist doppelt: Die vom Öl der Region abhängigen asiatischen Volkswirtschaften würden fallen und der Weg für einen indirekten Konflikt zwischen China und Japan wäre frei. Keine dieser Prognosen stützt sich auf einen einzigen Hinweis zum Zeitpunkt dieser Diskussion.

Die These der „zwei Blöcke“ und der amerikanische Bürgerkrieg

Ein weiterer Ableger des Konzepts behauptet, in den Vereinigten Staaten existierten zwei Blöcke im offenen Konflikt – ein nationalistischer und ein globalistischer – und allein der zweite bediene zionistische Interessen in Erwartung eines versprochenen technologischen Paradieses. Es ist eine Behauptung ohne dokumentarische Grundlage. An ihr klammern sich jene, die die Auseinandersetzungen um die Migrationskontrollen als Vorspiel eines Bürgerkriegs lesen. Nichts im Material stützt diese Lesart.

Von Gaza zur Smart City von Davos

Der Punkt, der die Theorie am meisten befeuert hat, ist die Zukunft des Gazastreifens. Die Idee, Gaza als Smart City wiederaufzubauen und es zu einem Investitionsziel zu machen, sei laut einem Teilnehmer bei internationalen Wirtschaftsgipfeln vorgebracht worden, und ein Teil der Analyse deutet das als Beweis dafür, dass die vorausgegangene Zerstörung Teil des Konzepts war. Nichts im Material erlaubt es, diese frühere Absicht zu belegen.

Die Erzählung, die alles mit fünf Punkten erklärt

In ihren extremsten Versionen verzichtet die Theorie auf jede Feinheit und behauptet, in den Worten eines Teilnehmers, Israel kontrolliere bereits alle Länder der Welt; Monarchien, Religionen und sogar Seuchen gehorchten einem einzigen Plan. An diesem Punkt löst sich die Analyse auf, und es bleibt nur die Parole. Dagegen ist die unbequemste Antwort zugleich die einfachste: Würde es einen solchen Plan geben, hätte ihn jemand durchstechen müssen. Bislang ist der einzige Beleg, der ihn trägt, das Beharren derer, die ihn wiederholen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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