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Großbritannien schließt Abschuss russischer Jets über der Ukraine aus
Boris Johnson lehnt eine Flugverbotszone ab, da der Abschuss russischer Maschinen einen direkten Konflikt mit Moskau bedeuten würde.
Boris Johnson schließt eine Flugverbotszone in der Ukraine aus
Boris Johnson sprach mit einer Offenheit zu Wolodymyr Selenskyj, die in offiziellen Kommuniqués selten vorkommt: Das Vereinigte Königreich kann der Ukraine nicht die gesamte geforderte Unterstützung gewähren. Konkret bedeutet dies, dass es den Luftraum nicht sperren kann. Eine Flugverbotszone würde die britische Luftwaffe zwingen, russische Flugzeuge abzuschießen, was im Klartext einen direkten militärischen Konflikt mit Moskau bedeuten würde. „Das können wir uns nicht leisten“, fasste der Premierminister zusammen. Die offene Frage – wenn London dieses Risiko nicht eingehen kann, warum sollte Kiew es dann tun? – bildet das Kernproblem.
Was ist eine Flugverbotszone und warum setzt sie niemand durch?
Es handelt sich um die Verpflichtung, den Flugverkehr über einem Gebiet gewaltsam zu unterbinden. Aus diesem Grund hat kein NATO-Land eine solche Zone über der Ukraine eingerichtet: Ihre Durchsetzung erfordert den Abschuss jeder Maschine, die sie kreuzt. Diese Verwirrung ist weit verbreitet und erklärt viele Missverständnisse. Den Luftraum für kommerzielle Fluggesellschaften zu sperren, ist eine andere Maßnahme und erfordert keinen Abschuss von Kampfjets. Zivilflugverkehr zu verbieten ist etwas anderes als militärische Flugzeuge abzuschießen.
Daher hielten einige Analysten die Schlagzeile über den Verzicht für irreführend: Abgelehnt wurde die Beteiligung an Luftkämpfen, nicht die übrige Unterstützung. Die gegenteilige Lesart besagt: Ohne Flugverbotszone bleibt die zugesagte Hilfe unvollständig, und die Botschaft an Moskau ist eine klare Grenze.
Die tatsächlich eingesetzte Waffe: das wirtschaftliche Druckmittel
Wo die Luftwaffe nicht eingreift, greifen Sanktionen. Nach Ansicht eines Teilnehmers würde die finanzielle und handelspolitische Einkreisung die russische Wirtschaft selbst bei einer Besetzung der Ukraine ruinieren, während der Westen eine ukrainische Exilregierung stützt und die Wiederherstellung eines souveränen Staates als Ziel ausgibt. Es ist das alte Rezept: Man gewinnt nicht an der Front, sondern in der Bilanz.
Das Problem ist, wer die Kosten dieser Strategie trägt. Die Ukraine ist, wie im Diskurs betont wurde, die Kornkammer Europas,[/B] und Eingriffe in diesen Markt haben sofortige Auswirkungen auf die Getreidepreise. Die Rechnung für die Sanktionen wird nicht nur von Moskau bezahlt. Auch die normale russische Bevölkerung und der europäische Verbraucher, der Waren aus dem Schwarzen Meer kauft, tragen diese Last.
Georgien 2008 und ein Präzedenzfall, den niemand wiederholen will
Der Vergleich mit Georgien im Jahr 2008 tauchte schnell auf: Damals sei man mit den Georgiern genauso verfahren. Die daraus gezogene Schlussfolgerung war bitter: Kleine Verbündete werden nur so lange unterstützt, bis die Hilfe Geld oder eigenes Risiko kostet. Danach scheint keine westliche Großmacht bereit zu sein, den Schritt zu tun, der einen regionalen Krieg in einen kontinentalen Konflikt verwandeln würde.
Wer zahlt die Zeche in Europa?
Wie im Diskurs hervorgehoben wurde, verschob sich der Fokus innerhalb von sechs Tagen. Was als Machtkampf zwischen Russland und den USA begann, wandelte sich durch Kalender- und Wirtschaftsfaktoren zu einem Machtkampf zwischen Russland und Europa. Energiekosten, Rezession und Handelsabhängigkeit treffen den Kontinent, nicht Washington.
Eine These lautete, dass das Vereinigte Königreich, nun außerhalb der EU, kurzfristig wenig zu verlieren und viel zu gewinnen habe, wenn der Block geschwächt wird. An die Gründungsrolle der NATO erinnert – die USA drinnen, Russland draußen und Deutschland unten zu halten – als Erklärung dafür, warum jedes Stück am richtigen Ort bewegt wird. Und es wurde betont, dass die aktuellen Entscheidungen Haushalte betreffen, die keine davon gewählt haben.
Eine Seemacht in einem Landkrieg
Ein grundlegendes Argument zieht sich durch die Analyse: Das Vereinigte Königreich ist eine Seemacht, und seine Tradition war nie die Führung langer Kriege auf dem Kontinent. Der Zweite Weltkrieg kostete es das Empire, wie angemerkt wurde, und ein Dritter würde keinen Einfluss hinterlassen. Daher die Verteidigung einer anderen Rolle: jene, die andere an die Front treibt, während man selbst das finanzielle und diplomatische Hinterland verwaltet.
Hätte die Ukraine neutral bleiben sollen?
Hier besteht totaler Dissens ohne Mittelweg. Ein Lager argumentiert, die Ukraine hätte die Option gehabt, Neutralität zu wahren und Zerstörung zu vermeiden, und die Schuld liege bei ihrer eigenen Führung. Das Gegenlager entgegnet, die ukrainische Sache sei gerecht, ein angegriffenes Land wähle seinen Krieg nicht, und Widerstand sei der einzige würdige Weg. Zwischen beiden Ansichten irritiert eine Tatsache: Diejenigen, die Kapitulation fordern, können ihr keinen Termin setzen.
Sechs Tage. So lange dauerte es, bis der Schwerpunkt des Konflikts vom Machtkampf zwischen Russland und den USA zum Machtkampf zwischen Russland und Europa wurde. Und keines der Elemente auf dem Tisch – weder die Flugverbotszone, noch die Sanktionen, noch die Exilregierung – hat ein Verfallsdatum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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