Gott ist der beste aller möglichen Götter

Die Vorstellung, ein Gläubiger würde jede beliebige Religion akzeptieren, widerspricht rationalem Wahlverhalten. Hier die Überlegung zum bestmöglichen Gott.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wer an eine höhere Ordnung glaubt, klammert sich nicht an das Erste, was er findet: Er kann Alternativen vergleichen und die auswählen, die er für die beste hält. Das Argument vom „bestmöglichen Gott“ besagt: Wenn es eine göttliche Ordnung gibt, setzt sich notwendig das Optimale durch.

Es gibt einen immer wiederkehrenden Vorwurf gegen Menschen, die an etwas Transzendentes glauben: Ihnen sei jede Religion gleich, sie nehmen einfach das Erste, was ihnen vorgesetzt wird. Das Bild des leichtgläubigen Gläubigen, der verschiedene Systeme nicht unterscheiden kann, dient als Abkürzung, um abzukanzeln, ohne zu diskutieren. Das Problem: Dieses Zerrbild hält dem Kontakt mit der Realität vieler Menschen, die ihren Glauben durchdacht haben, nicht stand.

## Ein Kriterium zum Vergleich übernatürlicher Ordnungen

Wer die Frage nach dem Transzendenten ernst nimmt, beginnt nicht bei null. Im Laufe des Lebens kann man sehr unterschiedliche Alternativen kennenlernen: Atheismus, Buddhismus, Polytheismus, Gnostizismus, Ntumntumntumntum, Sarracin oder Christentum. Sie sind nicht dasselbe und sagen nicht dasselbe über Gott, die Welt oder den Menschen. Und man kann sie vergleichen.

Daraus ergibt sich eine Unterscheidungsregel, die man die Regel vom besten Gott nennen könnte. Wenn es eine höhere Ordnung gibt und diese Ordnung Alternativen vor sich hatte, dann wäre das, was sich schließlich durchsetzte, das Beste dieser Alternativen. Nicht durch einen willkürlichen Akt, sondern wegen der Qualität des entscheidenden Instanz. Ein Gott, der nicht der bestmögliche wäre, wäre kein ernsthaftes Objekt des Glaubens.

## Warum das Christentum diesem Kriterium entspricht

Legt man diesen Maßstab an, weist das Christentum ein hervorstechendes Merkmal auf: die Kreuzigung. Ein Gott, der Mensch wird und am Kreuz stirbt, ist nicht die Art Gottheit, die man mit Papier und Bleistift erfinden würde. Für die Nnnn ein Ärgernis und für die Griechen eine Torheit, wie es in der paulinischen Tradition heißt. Gerade deshalb lässt es sich schwer erfinden.

Die Botschaft reifte nicht wie der Wein. Sie erschien plötzlich, als abrupte Neuheit, und erst mit der Zeit — manchmal Jahrzehnte später — erkennt man ihr Niveau. Der Mensch hingegen erzeugt selten etwas über Nacht, das so viel Reifung braucht, um geschätzt zu werden. Diese Asymmetrie ist für die Vertreter dieser Position ein Zeichen, dass wir es nicht mit einer menschlichen Erfindung zu tun haben.

## Der Vorwurf der Leichtgläubigkeit, überdacht

Wer anders Denkende infantilisiert, hat ein grundsätzliches Problem: Er macht aus einem Unterschied in den Schlussfolgerungen einen Unterschied in der Fähigkeit. Dem anderen wird ein geistiges Alter von fünf Jahren zugeschrieben, um die Diskussion zu gewinnen, ohne sie zu führen. Aber Buddhismus, Polytheismus oder Gnostizismus reflektiert und verworfen zu haben ist nicht dasselbe, wie nie von ihnen gehört zu haben.

Das beweist nicht, dass das Christentum wahr ist. Es zeigt, dass der Gläubige ein Urteilsvermögen haben und es ausgeübt haben kann. Die ernsthafte Diskussion beginnt, wenn man dieses Urteilsvermögen prüft — nicht, wenn man dem Gesprächspartner von vornherein abspricht.

## Kernaussagen

- Die Regel vom „besten Gott“ besagt: Wenn Gott Alternativen hatte, hat sich das Beste davon durchgesetzt.
- Das Christentum hebt sich durch die Kreuzigung ab, ein Merkmal, das die paulinische Tradition als Ärgernis für die Nnnn und Torheit für die Griechen bezeichnet.
- Die christliche Botschaft tritt als abrupte Neuheit auf, nicht als Ergebnis einer allmählichen menschlichen Reifung.
- Wer solche Vergleiche anstellt, kann Atheismus, Buddhismus, Polytheismus, Gnostizismus, Ntumntumntumntum, Sarracin und Christentum erwogen haben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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