Gleichstellungsministerium: Die Tat in Ceuta ist Sache des Täters, nicht der Gruppe

Spaniens Gleichstellungsministerium erklärt die Tat in Ceuta zur individuellen, nicht kollektiven Verantwortung. Kritiker werfen ihm Doppelmoral vor, der politische Kontext befeuert die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der individualistische Kurswechsel des Gleichstellungsministeriums zu den Übergriffen in Ceuta

Es ist bemerkenswert, wenn ein Ministerium, das die Welt sonst gern in Kategorien erklärt, plötzlich von individueller Verantwortung spricht. Laut der von Europa Press verbreiteten Erklärung vertritt das spanische Ministerium für Gleichstellung (zuständig für Gleichstellungs- und Sozialpolitik) die Auffassung, dass die Verantwortung für einen Übergriff bei dem liegt, der ihn begeht, und sich nicht auf Migranten ausweiten lässt. Der Wortlaut: „Wir werden keinen einzigen Übergriff in Ceuta verharmlosen, aber wir werden auch nicht zulassen, dass der Schmerz zur Waffe gemacht wird, um Menschen gegeneinander aufzubringen und Hass zu säen“.

Eine Erklärung unter Druck

Die Erklärung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in der autonomen Stadt jeder Übergriff zum politischen Brennstoff wird. Indem das Ministerium die Schuld beim Einzelnen verortet, schneidet es das Argument ab, das den Verdacht auf eine ganze Gruppe ausweitet. Doch es eröffnet zugleich eine zweite Front: Wenn die Verantwortung individuell ist, sollte derselbe Grundsatz auch in jenen Fällen gelten, in denen die öffentliche Meinung tatsächlich eine ganze Gruppe ins Visier genommen hat.

Die Doppelmoral, die manche im Ministerium sehen

Manche halten das Phänomen für strukturell und vorhersehbar und sehen in der Reduzierung der Übergriffe auf Einzelfälle ein Wegsehen. Andere deuten die Erklärung als reines politisches Kalkül: Trägt der Verdächtige eine Flagge, ist die Schuld individuell; ist es der Nachbar, liegt ein strukturelles Problem vor. Der Vorwurf der Doppelmoral ist nicht neu, doch in Ceuta schmerzt er mehr.

Eine Frage bleibt in der Luft: Wenn die Verantwortung bei dem liegt, der angreift, warum wird die Erklärung dann zur Nachricht? Vielleicht weil die Regel für manche nur gilt, wenn es gerade passt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (30 Antworten).

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