Girauta wirft Europa vor, Israel nicht zu hören – das Forum kontert

Girauta behauptet, der Westen habe Israel als Vorposten gegen die Barbarei ignoriert; im Forum wird ihm ein doppeltes Maß bei Marokko und Gaza vorgeworfen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Girauta wirft Europa vor, Israel nicht zu hören – das Forum kontert
Girauta wirft Europa vor, Israel nicht gehört zu haben

Ein Tweet von Juan Carlos Girauta behauptet, der Westen habe Israel als «Vorposten» gegen die Barbarei ignoriert und es vorgezogen, sein Recht auf Selbstverteidigung zu verurteilen, während er seine Feinde weißgewaschen habe. Die Nachricht, zusammen mit einem weiteren Beitrag über Afghanistan und die Hungerkrise veröffentlicht, von der vier Millionen Kinder betroffen sind, hat die Debatte über das doppelte Maß bei der Bewertung des Konflikts neu entfacht. Das Gespräch lenkte schnell auf ein anderes Thema: die Waffen, die Spanien an Marokko verkauft.

Girautas Vorwurf und die Antwort mit dem doppelten Standard

Das Argument des Politikers stützt sich auf eine einfache Idee: Israel hat gewarnt, und niemand hat gehört. Von dort aus verlagert sich seine Kritik auf diejenigen, die nach seiner These die israelische Verteidigung verurteilt, die Verbrechen des 7. Oktober verborgen oder relativiert und die von ihm so genannte Genozid-Lüge verbreitet haben. Seine zweite Nachricht, ein «No Jews, no news» zusammen mit einer Meldung über Afghanistan, dient als Illustration: Der Hunger von vier Millionen afghanischen Kindern schafft es nicht auf vergleichbare Schlagzeilen.

Die häufigste Gegenrede dreht den Rahmen um. Es wird argumentiert, dass das Recht auf Selbstverteidigung nicht den Tod von Zehntausenden Kindern, Frauen und alten Menschen deckt und dass die Ausrede des Terroranschlags das Ausmaß der Reaktion nicht erklärt. Dasselbe Maß, so das Argument, lege man nicht an die Waffen an, die Spanien an Marokko liefert und die damals als legitime Verteidigung gegen die Barbarei dargestellt wurden. Der Kontrast, mehr als die juristische Detailfrage, ist es, der die Empörung speist.

Der 7. Oktober als Trennlinie der Erzählung

Das Datum des Angriffs vom 7. Oktober funktioniert als Achse der gesamten Diskussion. Für die einen ist er der Ausgangspunkt, der jede spätere Reaktion rechtfertigt; für die anderen der Vorwand, mit dem verdeckt wird, was danach kam. Manche gehen weiter und behaupten, die Operation sei mit Hubschraubern und Militärmitteln durchgeführt worden, nicht mit Motorrädern und Schrotflinten, und bestreiten damit die offizielle Version des Überfalls. Diese Behauptung kursiert ohne überprüfbare Belege und bleibt eine ins Blaue geschossene Hypothese.

Das Terrain des Verdachts erstreckt sich auf die Finanzierung. Es wird behauptet, Israel habe seine eigenen Feinde geschaffen, ausgebildet und finanziert, und an die Rolle der Mächte im Kalten Krieg als Präzedenzfall für maßgeschneiderte Stellvertreter erinnert. Das sind Verschwörungsdeutungen, die das Material nicht belegt, aber sie erklären, warum Girautas Vorwurf bei vielen Lesern auf taube Ohren stößt.

Der Verratvorwurf und das ausländische Geld

Der Vorwurf bleibt nicht bei der Außenpolitik. Es taucht der Verdacht auf, dass bestimmte Amtsträger den Interessen eines fremden Staates dienen, mit runden Zahlen, die ohne Beweis kursieren: drei tausend Euro im Monat, so wird es gesagt, als Bezahlung für Dienste. Es ist eine haltlose Beschuldigung, die mit Vorsicht zu behandeln ist. Was tatsächlich Tragweite hat, ist die Grundsatzdebatte: Inwieweit beeinträchtigt Spaniens strategische Abhängigkeit von Israel und Marokko seinen Handlungsspielraum.

An diesem Punkt stellt die kühlste Analyse fest, dass die Interessen der USA und Israels nicht immer übereinstimmen und dass ein offener Konflikt mit Marokko Spanien in eine heikle Lage bringen würde. Die automatische Ausrichtung an Israel, so das Argument, garantiert nichts und kann an der Südflanke teuer zu stehen kommen.

Die Wendung zu Marokko und den Waffen

Das Gespräch endet dort, wo es meistens endet: an der Straße von Gibraltar. Es wird bemängelt, dass Marokko bis an die Zähne bewaffnet wird, während man von Israel Härte fordert, und daran erinnert, dass Spanien seit Jahrzehnten unter Regierungen verschiedener Couleur eine unterwürfige Rolle gegenüber Rabat spielt. Der Vergleich zwischen beiden Nachbarn zeigt die Heuchelei derer, die Prinzipien nur in eine Richtung verlangen.

Der unbequemste Abschluss kommt von der demografischen Seite. Es wird behauptet, dass ein Großteil der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, aus Kriegen stammt, in die Israel eingegriffen hat, und dass wer sie provoziert, die Folgen nicht trägt. Eine harte Art zu sagen, dass das Problem nicht in Gaza bleibt.



Die Frage bleibt unbeantwortet: Wenn Israel der Vorposten des Westens ist, warum schauen so viele Westler lieber weg? Die verstörende Tatsache ist nicht Girautas Vorwurf, sondern dass vier Millionen afghanische Kinder hungern, ohne dass jemand einen Gipfel einberuft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (197 Antworten).

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