Getötete palästinensische Kinder: Anstieg von 91 auf 6.150 in sechs Wochen

Die Zahl getöteter palästinensischer Kinder stieg vom 9. Oktober bis zum 23. November von 91 auf 6.150, nach über 2.300 Minderjährigen seit 2000.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Getötete palästinensische Kinder: Anstieg von 91 auf 6.150 in sechs Wochen
Von 91 auf 6.150 Kinder: Eine Statistik, die täglich wächst

Die Zahl beunruhigt weniger durch ihre Größe als durch ihre Dynamik. Am 9. Oktober 2023 lag die Zahl der getöteten palästinensischen Kinder bei 91. Am 23. November 2023 waren es 6.150. Zwischen diesen Daten vervielfachte sich die Anzahl der getöteten Minderjährigen um das 67-Fache, ohne dass ein einziger Tag einen Rückgang verzeichnete. Diese Entwicklung widerlegt den Begriff des „Kollateralschadens“. Wer die Kurve genau betrachtet, erkennt, dass der größte Anstieg nicht am Anfang, sondern in der Mitte des Zeitraums liegt.

Wie ist die Zahl der getöteten palästinensischen Kinder gestiegen?

Der Anstieg erfolgt stufenweise und ist kaum linear. In den ersten Oktobertagen waren die Zahlen niedrig: 91 am 9., 140 am 10. und 326 am 11. Ab dem 12. Oktober springt die Zahl auf 500 und bleibt danach stets im dreistelligen Bereich. Innerhalb von zwei Wochen steigt sie von 724 auf 3.542 an; Ende November erreicht sie die im Bericht genannten 6.150.

  • 09.10.2023: 91 getötete Kinder
  • 16.10.2023: 1.030
  • 31.10.2023: 3.542
  • 12.11.2023: 4.609
  • 23.11.2023: 6.150

Der starke Anstieg in den ersten Tagen resultiert aus einer ununterbrochenen Luftoffensive; der spätere Zuwachs geht auf Operationen zurück, die laut Kritikern nicht mehr zwischen militärischen Zielen und Wohngebieten unterscheiden. Die Zahlen werden ohne unabhängige Überprüfung verbreitet, und diese Informationsasymmetrie ist das Hauptargument derer, die die Statistiken anzweifeln.

Das Argument der menschlichen Schutzschilde und seine Lücken

Jedes Mal, wenn die Zahl steigt, taucht derselbe Gegenargument auf: Der Gazastreifen sei extrem dicht besiedelt, und Kämpfer nutzten die Zivilbevölkerung als Schild. Die implizite Schlussfolgerung lautet, dass die Verantwortung für den Tod beimjenigen liege, der ihn als Deckung missbrauche, nicht bei dem, der die Bombe abwerfe.

Dieses Argument weist laut Kritikern eine schwer zu schließende Lücke auf: Sie betonen, dass die Basen und Waffen der Hamas unterirdisch lägen und Israel diese bereits zerstört hätte, wären sie in zivilen Gebieten. Es bringt wenig, ein Viertel zu verwüsten, wenn das Ziel weiterhin unter der Erde liegt. Zudem gibt es ein zeitliches Detail, das unbequem ist: Dieselben Warnungen vor „Heulerei“ nach Bombardements beschreiben ein Szenario, das sich seit Jahren wiederholt.

Von 2.300 Kindern seit 2000 zur Abgeordneten, der Forderungen nach Atomwaffen zugeschrieben werden

Die langfristige Reihe beginnt weit vor Oktober. Laut Dokumentationen von Defence for Children Palestine hätten israelische Streitkräfte und Siedler zwischen 2000 und dem 9. Oktober 2023 mehr als 2.300 palästinensische Kinder getötet. Der Kontrast zu den 6.150 später gemeldeten Fällen zwingt dazu, die bisher bekannten Größenordnungen neu zu bewerten.

In diesem Kontext wurden Aussagen der israelischen Abgeordneten Tally Gotliv bekannt, der vorgeworfen wird, Angriffe mit Atomwaffen auf den Gazastreifen gefordert zu haben, wo zwei Millionen Menschen leben, darunter mehr als 800.000 Kinder. „Ohne Gnade!“ steht in der kursierenden Transkription. Manche sehen darin nur verbale Entgleisungen einer Parlamentarierin, andere den Beweis dafür, wie weit die offizielle Rhetorik geht.

Der Kampf um die Narrative: 40 Babys und fehlende Fotos

Bevor die Zahlen in Gaza explodierten, behaupteten einige, westliche Medien hätten die Geschichte von 40 geköpften Babys ohne ein einziges überprüfbares Bild verbreitet. Auf dieser Asymmetrie baute sich ein Teil der Debatte auf: Während alle zehn Minuten verletzte Kinder in Krankenhäuser in Gaza eingeliefert werden, konzentriert sich die Berichterstattung oft auf Unverifizierbares.

Hinzu kommt die Diskussion über die Ursprünge. Angesichts der pauschalen Verurteilung der Hamas erinnern manche daran, dass die Gruppe extern gefördert wurde, um andere palästinensische Organisationen zu schwächen, und dass derselbe Staat, der sie heute bombardiert, sie duldete, solange sie nützlich war. Der Ventilator spritzt, wie immer, auch auf den, der ihn eingeschaltet hat.

Zahlen gegen Worte: Ein unmöglicher Ausgleich

Unabhängig von der politischen Zuordnung wiederholen sich drei Elemente: Die Zahl sinkt nicht, die Berichte werden fast täglich aktualisiert, und unter den Verletzten sind überwiegend Kinder und Frauen. Mehr als 3.110 Verletzte waren ausschließlich Kinder und Frauen, so das palästinensische Gesundheitsministerium. Alles Weitere – Schuldige, Absichten, Verhältnismäßigkeit – bleibt strittig.

Wann wird eine Zahl von einer Statistik zu einem politischen Problem? Niemand beantwortet diese Frage, solange die Kurve weiter steigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (361 Antworten).

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