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Gescheiterte Technik: Von Betamax bis Google Glass
Von Betamax bis Google Glass: Ein Rückblick auf gescheiterte Technologien und Formate, die trotz besserer Produkte verloren.
Von Betamax bis Google Glass: Das Museum der gescheiterten Technik
Was haben Betamax, MiniDisc und Google Glass gemeinsam? Sie versprachen die Zukunft zu sein und endeten als Briefbeschwerer. Gescheiterte Technologie scheitert selten an mangelnder Qualität: Der Betamax bot eine bessere Bildqualität als VHS und verlor trotzdem; der Video 2000 hatte die doppelte Kapazität seiner Konkurrenten und setzte sich ebenfalls nicht durch. Dieses Muster wiederholt sich seit über einem Jahrhundert und deutet fast immer auf dieselben Ursachen hin: zu spät kommen, zu teuer sein oder das Format in den Händen eines einzigen Herstellers belassen.
Betamax und Video 2000: Den Krieg verlieren, obwohl man das bessere Produkt hat
Der Videokrieg ist ein Lehrbuchbeispiel. Sonys Betamax bot eine bessere Bild- und Tonqualität sowie kompaktere Kassetten als VHS, verlor aber dennoch. Die genannten Gründe sind zwei, wenig romantische: Kassettendauer und Preis. Sony wollte die Lizenzkontrolle behalten, und dieser Besitzstandswahn kostete den Marktanteil. Manche behaupten zudem, dass Prono den Ausschlag gab – VHS wurde zum Standard für Erwachsenenfilme –, was jedoch ins Reich der Legenden gehört.
Zum Betamax gesellte sich ein noch unglücklicherer Konkurrent. Der von Philips und Grundig entwickelte Video 2000 bot bessere Qualität und doppelte Kapazität. Er kam zu spät, war im Vergleich zu VHS zu teuer und es gab kaum Filme in diesem Format in Videotheken. Es handelte sich nicht um einen mittelmäßigen Hersteller; er verlor einfach das Rennen um Monate und Preis.
MiniDisc, Discman, ZIP und Digital Compact Cassette
Die Liste der früh gestorbenen Formate ist lang. Die MiniDisc hätte CD zeitweise ablösen können, bis MP3 auftauchte und sie verdrängte. Der Discman ist selbst umstritten: Manche sagen, er hielt nur drei oder vier Jahre durch, andere erinnern sich, ihn deutlich länger genutzt zu haben. Die Digital Compact Cassette entstand mitten im CD-Zeitalter und war ein angekündigtes Desaster. Auch das Digital Audio Tape (DAT) steht auf der Liste: Es ermöglichte Aufnahmen in CD-Qualität, setzte sich aber nicht durch.
Das Kapitel der Disketten verdient einen eigenen Absatz. Die Zip-Laufwerke speicherten etwa 200 MB und schienen die Zukunft des externen Speichers zu sein. Als CD-Brenner billiger wurden und USB-Sticks erschienen, verschwanden sie vom Markt.
Kommerzielles Scheitern oder Obsoleszenz? Die Grenze, die niemand respektiert
Hier lohnt sich eine Differenzierung. Das 3D-Kino ist keine neue Erfindung: Es geht auf das Jahr 1890 zurück und hatte in den Fünfzigern und jedem folgenden Jahrzehnt gescheiterte Wiederaufführungen. Blu-ray wurde oft für tot erklärt, existiert aber weiter, sogar als Konsole-Spielträger. Das Faxgerät wurde als Revolution verkauft – tauchte als futuristisches Gerät in Zurück in die Zukunft II auf – und als es günstiger wurde, verdrängten es bereits Mobiltelefone.
Manche argumentieren, dass keine Technologie vollständig scheitert, sondern dass Monopole scheitern, die versuchen, ein einziges System durchzusetzen. Markenabhängige Handy-Ladegeräte sind das angeführte Beispiel. Ein anderer Nutzer entgegnet, dass Verwechslung von „obsolet“ mit „kommerziell gescheitert“ unfair sei, und es gab echte Katastrophen, die sich nicht nur durch Evolution erklären lassen, wie Advantix, PhotoCD, der Coleco ADAM – zwei Jahre auf dem Markt – oder Nintendos Virtual Boy.
Elektroauto, Drohne und fliegendes Auto: Versprechen, die nicht abheben
Das Elektroauto steht aus drei Gründen auf der Liste: teuer, geringe Reichweite, geringe Leistung. Das dritte Argument widerlegt ein Nutzer allein: Ein großer Tesla oder ein Taycan schlägt jeden Supersportwagen. Die anderen beiden bleiben bestehen. Man sollte daran denken, dass die ersten Elektroautos zwischen 1880 und 1920 fuhren und vom Verbrennungsmotor verdrängt wurden. Das Scheitern, falls es eines ist, dauert nun schon über ein Jahrhundert.
Bei Drohnen verhält es sich ähnlich. Es heißt, sie seien überbewertet, unsicher und revolutionierten nichts. Dem gegenüber steht das Argument, dass sie eine der am schnellsten verbreiteten Technologien in Industrie und Militär seien: Inspektion von Anlagen und Pipelines, Bewässerung und Düngung in der Landwirtschaft sowie militärische Missionen ohne Lebensgefahr. Eine Frage der Perspektive. Und die von Blade Runner angekündigten fliegenden Autos sind weiterhin nicht da: Wir sind zurück bei E-Scootern und Fahrrädern.
Fax, Second Life und elektrischer Dosenöffner
Es gibt große und kleine Misserfolge. Second Life sollte unsere Art zu kommunizieren und zu leben revolutionieren; manche wissen nicht einmal mehr, ob es noch existiert. Teletrébol hielt nur einen Moment stand, inklusive Rezeptdrucker. Der elektrische Dosenöffner wurde am Tag des Kaufs benutzt und nie wieder. Und das Fax, dieser Zombie, sendet noch Signale: Manche erinnern sich, dass für die Auslandsstimme ein Fax oder elektronischer Personalausweis erforderlich war, wobei Leitungen ohne Papier liefen und Stimmen nicht eingingen.
Den Abschluss bildet der Dosenöffner, ja, aber auch der Aerotrain, die Kaltfusion – über deren Betrugspotenzial noch Unklarheit herrscht – und sogar Bronze, das vom Eisen verdrängt wurde.
Mit diesen Listen ist es nicht seltsam, dass Technologie scheitert. Seltsam ist, dass jemand versucht, uns das nächste Scheitern als unvermeidlich zu verkaufen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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