Generalstreik in Spanien: Wer ruft ihn auf?
Kann ein Land lahmgelegt werden, wenn die Gewerkschaften, die es eigentlich aufrufen sollten, nach wiederholten Vorwürfen "vollständig von der jeweiligen Regierung gekauft" sind? Das ist der Ausgangspunkt einer Debatte, die mit einem konkreten Vorschlag beginnt: den Privatsektor – der öffentliche sei egal – zu einem unbefristeten Generalstreik zu mobilisieren. Die anfängliche These hält sich nicht zurück: "Mal sehen, wer länger durchhält", und Ziele werden vor dem Aufruf festgelegt, weil dies, so wird behauptet, die einzige verbleibende echte Lösung sei.
Das Problem zeigt sich im zweiten Satz. Wenn die Gewerkschaften nicht aufrufen, wer unterschreibt dann das Papier? Die am häufigsten genannte Antwort zu Beginn ist eine Mischung aus Skepsis und Wut: Die Rechten sollen aufrufen, wir werden sehen, oder sonst gehen wir alle gemeinsam unter. Die zugrunde liegende Diagnose lautet, dass die klassische Arbeitnehmervertretung erschöpft ist.
Wer ruft einen Generalstreik auf, wenn Gewerkschaften es nicht tun
Die Paradoxie zieht sich durch das gesamte Thema. Manche weisen direkt auf eine bestimmte Gewerkschaft hin, die mit dem politischen rechten Spektrum verbunden ist, und fragen, worauf sie wartet, um aufzurufen. Die Antwort im Austausch selbst ist scharf: Sie wollen sich nicht vor ihren Chefs, den Arbeitgeberverbänden und den Reichen lächerlich machen. Die sich aufdrängende Schlussfolgerung ist, dass niemand mit rechtlicher Befugnis zum Aufruf einen Anreiz hat, dies zu tun.
Dagegen wird der Weg der spontanen Mobilisierung aus dem Privatsektor vorgeschlagen. Das Argument lautet, dass die Beschäftigten des Privatsektors und die Selbstständigen (Autónomos) gespalten seien, dass junge Fleißige keine Zukunft und Hoffnung hätten und dass das Land wie ein Dschungel funktioniere, in dem jeder für sich kämpfe. Die Zersplitterung – nach Ideologie, Geschlecht, Status, zwischen Beamten und normalen Angestellten – wird als bewusste Hürde beschrieben.
Mindestversorgung, Streikposten und rechtliche Grenzen
Die Unterhaltung verheddert sich schnell in den Details. Es wird gefragt, ob Angehörige der Guardia Civil demonstrieren dürfen, ob das legal wäre, und daran erinnert, dass sogar Politiker an Demonstrationen teilnehmen. Die gegebene Antwort lautet, dass es keinen Grund gebe, ihnen das Demonstrieren zu verbieten. Von dort springt man zu einer ehrgeizigeren Idee: Dass das Militär oder die Sicherheitskräfte aufhören sollten, den Politikern zu gehorchen, und sich auf die Seite der Menschen stellen sollten, denn wenn sie ihre Uniform ablegen, leben sie in derselben Gesellschaft wie alle anderen.
Der Ton verschärft sich, wenn es um die Mindestversorgung geht. Es wird vorgeschlagen, dass wenn alles stillsteht, einschließlich der Notfall-Mindestversorgung im Gesundheitswesen, "man mal sehen müsste, wie sehr man lacht". Und der Streikposten wird als klassisches Instrument für jene erwähnt, die den Streik nicht unterstützen. Dort hört die Debatte auf, wirtschaftlich zu sein, und betritt heikles Terrain.
Wie lange hält der Staat ohne Einnahmen durch
Der konkreteste ökonomische Vorschlag betrifft die Dauer. Kein eintägiger Streik: unbefristet, mit einem expliziten Ziel, nämlich dass der Staat bankrottgeht. Die Begründung lautet, dass erst wenn Beamte und Rentner nicht mehr bezahlt werden, sie erkennen werden, dass das System nicht tragfähig ist. Dies ist eine harte These, und im Austausch wird sie ohne Nuancen akzeptiert.
Der Gegenpunkt kommt über den Konsum. Es wird vorgeschlagen, dem Streik einen Konsumboykott und Steuerwiderstand hinzuzufügen. Die Korrektur ist sofortig: Es wird Widerstand sein, denn Unterwerfung haben wir bereits zu viel. Dieses Wortspiel fasst die allgemeine Stimmung zusammen.
Kalender: Amtseinsetzung als Zieltermin
Die einzige zeitliche Konkretisierung, die auftaucht, ist die Amtseinsetzung (Investidura). Es wird vorgeschlagen, den Streik vorher anzumelden und auf diesen Tag fallen zu lassen. Später wird behauptet, dass der 3. bereits für den Generalstreik vorgeschlagen wurde, ohne weitere Details. Es gibt keine Bestätigung darüber, wer ihn aufruft oder ob er Erfolg hat.
Der politische Rahmen des Moments durchdringt alles. Man spricht von einem "parlamentarischen Staatsstreich" und einer "kommunistischen Diktatur" und behauptet, dass eine parlamentarische Mehrheit nicht über dem Gesetz stehe. Auch wird behauptet, das Militär sollte die Macht übernehmen und die Rechtsstaatlichkeit wiederherstellen. Dies sind Aussagen, die im Umlauf sind, keine verifizierten Fakten.
Gewerkschaftswesen damals und heute
Der Blick in die Vergangenheit nimmt mehrere Nachrichten ein. Es wird daran erinnert, dass die Sozialversicherung, die 40-Stunden-Woche und das Recht auf Arbeitslosigkeit Errungenschaften waren, die der Macht von einer Linken abgerungen wurden, die damals tatsächlich für den Arbeitnehmer kämpfte. Und ein unbequemer Aspekt wird hinzugefügt: Dass die Finanzierung eine Last für den Arbeitnehmer war, mit einem perversen Effekt, denn ohne Kredit kann man aufgrund der Inflation der Güter nicht mehr an Wohnraum kommen.
Die Schlussfolgerung dieser Rückschau ist, dass der Schutz des Arbeitnehmers nie existiert hat, außer in den romantischen Anfängen des Gewerkschaftswesens, und dass der Staat sowohl Herr als auch Lehnsherr ist, der über Leben und Besitz verfügt. Mit diesem Ausgangspunkt wird der Generalstreik weniger als gewerkschaftliches Werkzeug denn als vollständiger sozialer Impuls dargestellt.
Am Ende ist die einzige Zahl, die präzise gehandhabt wird, der 3. Alles andere – wer unterschreibt, wie lange es dauert, wie lange der Staat durchhält – bleibt unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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