Gehaltsnachweise sind legal; Arbeitgeber dürfen nicht kontaktiert werden
Keine Vorschrift verbietet Vermietern, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, den Arbeitsvertrag, die Steuererklärung oder halbjährliche Kontoauszüge anzufordern. Niemand ist jedoch verpflichtet, diese Dokumente herauszugeben. Das Problem beginnt im nächsten Schritt: Wenn der Eigentümer statt das Dokument zu lesen, den Arbeitgeber anruft, um das Gehalt zu überprüfen. An diesem Punkt steht das Gesetz nicht mehr auf Ihrer Seite.
Die öffentliche Debatte dreht sich seit Jahren um eine falsch formulierte Frage. Fast alle diskutieren, ob es legal ist, zu verlangen; kaum jemand fragt, ob es legal ist, zu verifizieren.
Was sagt der Datenschutz über die Anforderung von Gehaltsabrechnungen?
Das Verlangen selbst verstößt nicht gegen die Datenschutzbestimmungen. Die Bestätigung durch einen Dritten ohne Rechtsgrundlage hingegen schon. Hier trennen sich die Geister wirklich, nicht beim Dokument selbst. Der Arbeitsplatz einer natürlichen Person ist ein personenbezogenes Datum, und das Unternehmen darf dieses dem Vermieter nicht zur Bonitätsprüfung eines Bewerbers mitteilen. Wer dies tut, riskiert eine Beschwerde bei der Agencia Española de Protección de Datos (Spanische Behörde für Datenschutz), deren Entscheidungen in der Praxis Beweise erfordern.
Dem wird das Argument der Einwilligung entgegengehalten: Wenn Sie das Dokument freiwillig übergeben, liegt eine ausdrückliche und nachweisbare Genehmigung vor. Es gibt auch einen dritten, pragmatischeren Weg: Ein privater Vermieter führt keine Akten und speichert nichts, er schaut nur aufs Papier und entscheidet. Wo bleibt dann die Datenverarbeitung? Niemand einigt sich darauf.
Gehaltsnachweise sind nicht obligatorisch; Miete ebenfalls nicht
Die häufigste Antwort ist auch die unbequemste: Niemand zwingt Sie, etwas herauszugeben. Stimmt. Ebenso wahr ist, dass der Eigentümer keine Pflicht hat, Ihnen zu vermieten. Die Partie endet unentschieden, mit einer grundlegenden Asymmetrie: Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Auf einem Markt mit 5.000 Mietwohnungen gegenüber 50.000 suchenden Mietern gewinnt derjenige, der sich weigert, Papiere zu zeigen, nicht die Hand – er verlässt einfach die Warteschlange.
Manche werden argumentieren, dass dies die Freiheit zweier Erwachsener einschränkt, Verträge zu schließen. Warum der Gesetzgeber in private Verhandlungen eingreifen muss, ist ein eigenes Thema.
Warum sie angefordert werden: Eine Räumungsklage kann bis zu zwei Jahre dauern
Hier liegt der wahre Grund, der selten laut ausgesprochen wird. Wenn die Wiedererlangung einer Wohnung, die von einem zahlungsunwilligen Mieter belegt ist, zwischen 12 und 24 Monaten dauert, filtert der Eigentümer nicht aus Lust, sondern versucht, nicht 10.000 Euro oder mehr an Miete, Gerichtskosten und Schäden zu verlieren. Die Dokumentation ist der billige Ersatz für ein schnelles Justizsystem.
Das Gegenargument ist vernichtend und stammt aus der eigenen Berufslaufbahn: Ein unbefristeter Vertrag garantiert nichts. Seit 1995 unbefristete Verträge hintereinander zu haben, verhinderte nicht drei Entlassungen, zwei aus betriebsbedingten Gründen und eine wegen Personalabbau (ERE). Das Papier zeigt, was im letzten Monat galt, nicht was im nächsten passieren wird.
Der fehlende Faktor: Spanien hat kein Bonitätshistorie-System
In Ländern mit einer eindeutigen Kreditkennung reicht es, eine Nummer anzugeben und die Historie abzurufen. In Spanien gibt es keinen einfachen Weg zu erfahren, ob ein Bewerber mehrere Räumungsklagen wegen Zahlungsverzugs angesammelt hat, und dieser Informationsmangel treibt den Vermieter dazu, die Gehaltsabrechnung zu fordern. International wird oft verglichen, dass in anderen europäischen Märkten die Anforderungen gleich oder höher sind, mit Verträgen, Referenzen und Vorstrafen auf dem Tisch.
Bankgarantie, Mietausfallversicherung und Sozialversicherungsbericht
Die Mietausfallversicherung ist zum de-facto-Filter geworden: Sie deckt bis zu zwölf Monatsmieten und die Gerichtskosten der Räumung, kostet ungefähr eine Monatsmiete plus 5% der Miete und zahlt dem Vermieter am 5. jedes Monats. Gibt es keine versicherbaren Gehälter, gibt es keine Police, und ohne Police unterschreiben viele Eigentümer nicht.
Es gibt Alternativen, die beide Seiten zufriedenstellen könnten: Eine unwiderrufliche Bankgarantie, die die gesamte Vertragslaufzeit abdeckt, oder der Bericht über die Beitragsgrundlagen der Sozialversicherung, der sofort mit seinem Verifizierungscode überprüft werden kann und viel schwerer zu fälschen ist als eine PDF-Gehaltsabrechnung.
Fälschung der Gehaltsabrechnung: Die offene Frage
Und dann bleibt der Abkürzungsweg, den viele erwägen und wenige gestehen: Das Dokument bearbeiten. Mit einem Textverarbeitungsprogramm lässt sich in zehn Minuten eine glaubwürdige Gehaltsabrechnung erstellen. Die rechtliche Unsicherheit – ob die Übergabe eines bearbeiteten Dokuments Urkundenfälschung darstellt und welche Konsequenzen daraus folgen – wurde aufgeworfen, aber nicht abschließend geklärt. Niemand legte dafür die Hand ins Feuer.
Hier ist die unbequeme Zusammenfassung: Das Gesetz verbietet das Verlangen nicht, erzwingt die Herausgabe nicht und hindert nicht daran, abzulehnen. Solange die Räumungsklagen so lange dauern wie bisher, wird das Papier weiterhin als Türsteher fungieren, und alles deutet darauf hin, dass die Forderung in mildere Formen umgewandelt wird, falls die aktuelle Praxis jemals verboten wird. Allerdings ist es auf diesem Markt genauso riskant, auf kurze Fristen zu wetten, wie ohne Einsicht in die Gehaltsabrechnung zu unterschreiben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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