Gastronom in Spanien bietet 44-Stunden-Woche – bezahlt werden nur 20, unter Mindestlohn

Ein Gastronom in Spanien bot einer Kellnerin 44 Wochenstunden an, meldete aber nur 20 zur Sozialversicherung – unterhalb des Mindestlohns. Ihre Antwort wurde viral. Wir analysieren den Lohnbetrug…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gastronom in Spanien bietet 44-Stunden-Woche – bezahlt werden nur 20, unter Mindestlohn
44 Stunden pro Woche, nur 20 angemeldet: Der Lohnbetrug, der in der spanischen Gastronomie viral geht

Arbeitsbetrug in der Gastronomie ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Ein viraler Fall hat das Thema wieder auf den Tisch gebracht: Ein Gastronom bot einer Kellnerin 44 Arbeitsstunden pro Woche an, meldete aber nur 20 zur Sozialversicherung – und zahlte unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Die Antwort der Arbeitnehmerin, «schämst du dich noch oder ist die Scham schon aufgebraucht?», bringt die Empörung einer Branche auf den Punkt, die seit Jahrzehnten so funktioniert.

Der Fall, der die Alarmglocken läuten lässt

Die Konversation, vom Account @soycamarero verbreitet und von Infobae España am 9. April aufgegriffen, zeigt einen Gastronomen, der eine Vollzeitstelle anbietet, aber einen Teilzeitvertrag ausstellt. Statt sich fügen zu lassen, kontert die Arbeitnehmerin mit einer Frage, die zum Meme wurde. Der Fall ist nicht neu: Manche bezeichnen ihn als «zyklischen Fake», doch die Berichte von Beschäftigten der Branche deuten darauf hin, dass es gängige Praxis ist, kein Einzelfall.

Die wirtschaftliche Realität der Branche

Die Zahlen, die in der Debatte kursieren, sind aufschlussreich. Ein Restaurant, selbst das bescheidenste, kann in der Hochsaison mehr als 5.000 Euro am Tag umsetzen – mit einer sehr hohen Gewinnmarge. Bei diesem Volumen sind 8 Euro pro Stunde keine Anstrengung: Das ist nach zwei Minuten Service wieder drin. Dennoch haben sich viele Gastronomen daran gewöhnt, das Minimum zu zahlen und ihre Beschäftigten auszupressen – mit Verweis auf die Sozialversicherungsbeiträge, die in Wirklichkeit bei rund 11-12 Euro pro Stunde inklusive allem liegen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf die Gastronomie. Es erstreckt sich auf die Landwirtschaft und andere Industriezweige, wo Tausende Menschen dankbar sind, überhaupt 600 Euro im Monat zu bekommen. Vier-Stunden-Verträge, die zu Zwölf-Stunden-Schichten werden, unbezahlte Überstunden und Schwarzarbeit sind in manchen Regionen die Norm.

Fake oder gängige Praxis?

Die Debatte darüber, ob der Fall echt oder ein wiederkehrender Schwindel ist, spaltet die Meinungen. Wer von einer Inszenierung ausgeht, verweist darauf, dass der Account @soycamarero alle paar Wochen ähnliche Fälle veröffentlicht. Wer selbst in der Branche arbeitet, sagt, der Fall sei eher noch zu harmlos: Es gebe viel schlimmere Situationen, etwa Beschäftigte, die im Lokal schlafen oder überhaupt keinen Vertrag haben.

Der Vergleich mit anderen Ländern hilft auch nicht weiter. In Portugal, Frankreich oder Deutschland sind die Restaurantpreise höher, aber auch die Löhne. In Spanien verteuern Handelskette und Mehrwertsteuer das Endprodukt, doch vom Aufpreis sieht der Arbeitnehmer keinen Euro. Solange die Arbeitsaufsicht in manchen Branchen auffällig abwesend ist, bleibt Betrug lukrativ. Die Frage ist nicht, ob der Gastronom sich schämt, sondern wann die Verwaltung endlich etwas unternimmt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (67 Antworten).

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