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Fußgänger-Krieg eskaliert: der Mike-Alstott-Effekt
Müde vom Ausweichen gehen manche Fußgänger zum NFL-Stil über: Kollision ohne Nachgeben. Der Kampf um den Gehweg entfacht eine urbane Debatte.
Fußgänger-Krieg eskaliert: der Mike-Alstott-Effekt
Die Szene ist immer häufiger zu sehen: Zwei Fußgänger kommen auf dem Gehweg in entgegengesetzter Richtung aufeinander zu, keiner weicht einen Millimeter, und die Spannung steigt bis zum Zusammenstoß. Manche haben beschlossen, dass das Ausweichen ein Ende hat, und greifen zur Metapher des NFL-Fullbacks, um ihre neue Strategie zu erklären: die Schulter senken und mit jedem kollidieren, der einem in den Weg kommt. Es ist keine wörtliche Drohung, wohl aber ein Symptom einer kollektiven Frustration über den Mangel an räumlichem Bewusstsein im öffentlichen Raum.
Der Verweis auf Mike Alstott, den legendären Runningback der Tampa Bay Buccaneers, der für seinen wuchtigen Stil bekannt war, ist kein Zufall. In einer Welt, in der viele in ihre Handys vertieft unterwegs sind, wird die Entscheidung, nicht auszuweichen, als eine Rückbesinnung auf die physische Präsenz dargestellt. "Sie werden es auf die harte Tour lernen", ist unter den Parolen derjenigen zu lesen, die ihr Recht auf freie Bahn einfordern.
Warum weichen die Leute nicht aus?
Die Erklärungsansätze sind vielfältig: von der Theorie, dass viele "NPCs" sind —Nicht-Spieler-Charaktere, in der Sprache der Videospiele—, denen das volle Bewusstsein für ihre Umgebung fehlt, bis hin zu schlichter Unhöflichkeit. Manche weisen darauf hin, dass Fußgänger, die in Gruppen unterwegs sind oder aufs Handy schauen, unverhältnismäßig viel Platz beanspruchen und auf Reize nicht reagieren. In jedem Fall geht die Geduld zur Neige.
Die Anekdote über das Sonnenlicht, das sich auf Glatzen spiegelt und mit antireflektierender Quarterback-Farbe beantwortet wird, offenbart einen schwarzen Humor, der die echte Spannung nicht verdeckt. Die Gehwege, eigentlich für einen flüssigen Verkehr konzipiert, werden zum Testfeld urbaner Toleranz.
Das Yard, das den Unterschied macht
"Third Down, ich brauche ein Yard", verkündet das Mantra des neuen aggressiven Fußgängers. Dieses Yard —die Zentimeter, die jemand nicht weicht— wird zum Symbol eines Kampfes um Raum, der in der Summe entscheidet, wer sein Ziel zuerst erreicht. Manche laufen bereits mitten auf der Fahrbahn und trotzen den Autos, Raucher nutzen ihre Zigarette als Abschreckungswaffe. Die Übertragung auf den NBA-Schenkel oder die Wut des Rugbys vervollständigt ein Ökosystem von Sportmetaphern, die Ordnung in das fußgängerische Chaos bringen wollen.
Die verstörende Erkenntnis: Während manche ihren Tackle vorbereiten, merken andere schlicht gar nichts. Der Fußgänger-Krieg ist am Ende ein Konflikt der Wahrnehmungen. Und wenn zwei Personen zusammenstoßen, liegt die Schuld immer beim anderen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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