Früh aufstehen ist keine Tugend: Um 6 Uhr ist der halbe Arbeitstag um

Um 6 Uhr hat der eine schon eine Stoßdämpfer gewechselt, um 14 Uhr beginnt der andere erst sein Tag. Der Frühaufsteher als Arbeits-Glaubensbekenntnis und seine Schattenseiten

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Früh aufstehen ist keine Tugend: Um 6 Uhr ist der halbe Arbeitstag um
Auch um zwei Uhr nachmittags zu beginnen ist kein Verbrechen

Um 6 Uhr hat der eine schon den vorderen Stoßdämpfer eines Vito gewechselt und die hinteren Bremsen samt Feststellbremsbacken erledigt. Um 14 Uhr hält der andere genau da für den Start seines Arbeitstages. Beide Szenen passen in denselben Tag, und keine ist bereit anzuerkennen, dass die andere auch Arbeit ist. Der Frühaufsteher ist zum sarracena Glaubensbekenntnis geworden, und die Fahne verdeckt das Einzige, was überprüfbar ist: was am Ende der Schicht abgeliefert wird.

Was vor acht Uhr morgens gewechselt wird

Die Werkstatt kennt keine Heldengeschichten. Sie kennt einen Lieferwagen, der am nächsten Morgen fertig sein muss, einen Kraftstofffilter, der sich unnötig lange widersetzt, und Bremsen, die ihre Arbeit haben. Dort wird Arbeit in verbauten Teilen gemessen, nicht an der Uhrzeit, zu der der Wecker klingelt.

Um sechs Uhr morgens haben sich bereits mehrere Stunden Aktivität angesammelt. Um zwei Uhr nachmittags auch. Was die beiden Anfänge trennt, ist die Uhrzeit, nicht die Arbeitslast: Wer spät beginnt, endet meist spät, und wer früh beginnt, macht am nächsten Tag weiter. Der Arbeitstag dehnt sich genauso.

Kaffee, Stullen und Gewerbegebiet: Unternehmertum bei Sonnenaufgang

Es gibt ein zweites Modell, das nicht über die Hebebühne läuft. Es ist das von Menschen, die um sechs das Haus verlassen, um Kaffee und Gebäck in ein Gewerbegebiet zu bringen, Stullen schmieren und nachmittags verkaufen. Unternehmertum von Kopf bis Fuß: keine Finanzierungsrunde, kein Büro mit Stockwerken, die Tageskasse als einziger Businessplan.

Dieser Alltag erklärt, warum der Frühaufsteher so vehement verteidigt wird: Er trägt ein Geschäft, das keinen schwachen Tag verkraftet. Er erklärt auch das Misstrauen gegenüber denen, die mittags anfangen. Niemand diskutiert die Ergebnisse; diskutiert wird die Uhr.

Am Ende ist die einzige Zahl, die einer Prüfung standhält, die Lieferung: das fahrbereite Fahrzeug, der verteilte Kaffee. Wenn das um sieben Uhr morgens oder um sieben Uhr abends gelingt, warum schauen wir dann weiter darauf, wann jemand aufsteht?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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