Französische Zehnjahresanleihe erstmals seit 2002 über 5 Prozent

Die französische Zehnjahresanleihe hat erstmals seit 2002 die 5-Prozent-Marke überschritten, die Risikoprämie steigt auf 156 Basispunkte. Was das für spanische Anleihen bedeutet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die französische Zehnjahresanleihe hat erstmals seit 2002 die 5-Prozent-Marke überschritten, die Risikoprämie liegt bei 156 Basispunkten. Es ist das deutlichste Signal, dass der Markt das politische Risiko in der Eurozone bepreist.

Die französische Referenzanleihe mit zehnjähriger Laufzeit hat die 5-Prozent-Schwelle überschritten, ein Niveau, das es seit 2002 nicht mehr gab. Die Risikoprämie des Landes hat sich bei 156 Basispunkten eingependelt. Zwei Zahlen, die zusammen eine unbequeme Geschichte erzählen: Der Markt behandelt Frankreich nicht mehr als sicheren Hafen und betrachtet es zunehmend mit derselben Lupe wie andere südliche Nachbarn.

## Was mit der französischen Anleihe passiert ist

Die Rendite der Zehnjahresanleihe überstieg erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten die 5-Prozent-Marke. Die Risikoprämie – die Differenz zur deutschen Anleihe – stieg auf 156 Basispunkte. Das ist keine isolierte Tagesbewegung: Es ist die Bestätigung eines Trends, der sich seit Wochen anbahnte.

Der unmittelbare Auslöser hängt mit der politischen Unsicherheit in Frankreich zusammen. Wer Staatsanleihen kauft, leiht einem Staat Geld und lässt sich für das Risiko entlohnen, es nicht zurückzubekommen. Steigt dieses Risiko, steigt der Zins mit. Und 5 Prozent sind eine runde Zahl, die wehtut: Sie verteuert die Finanzierung des Staates, der Unternehmen und in der Folge auch der Hypotheken.

## Warum es über Frankreich hinaus wichtig ist

Frankreich ist nicht Griechenland. Es ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und eine der Säulen des europäischen Projekts. Dass seine Anleihen 5 Prozent abwerfen, während Deutschland deutlich weniger zahlt, zwingt dazu, die jahrelang angenommene Risikohierarchie zu überdenken.

Für Spanien ist die Lage doppelt zu lesen. Zum einen hat sich der spanische Spread zur deutschen Anleihe parallel bewegt und sollte beobachtet werden. Zum anderen steigen die Finanzierungskosten für spanische Unternehmen und Haushalte tendenziell, wenn der deutsche Bund als sicherer Hafen erhalten bleibt und die übrigen Prämien sich ausweiten. Das ist keine Prophezeiung: Es ist Marktmechanik.

## Die Zahl, die niemand sehen wollte

5 Prozent sind nicht nur eine Zahl. Es ist das Niveau, ab dem viele Pensionsfonds und Versicherer ihre Portfolios neu berechnen. Wenn die Anleihen eines großen Landes so viel abwerfen, findet Geld, das früher in Aktien oder riskantere Anlagen floss, einen ernsthaften Konkurrenten im Rentenmarkt.

Das kann produktive Investitionen abkühlen und Kredite verteuern. Und wenn die französische Risikoprämie weiter steigt, wird die Debatte über die Haushaltsdisziplin in der Eurozone wieder auf die Tagesordnung rücken. Mit einem Unterschied: Diesmal liegt der Fokus nicht auf dem Süden, sondern im Herzen Europas.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver