Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Französische Anleihe unter Druck, Brent gibt den Ton an
Die zehnjährige französische Anleihe verliert weiter an Boden, während Brent bei Anleihen und Aktien den Takt vorgibt. Eine kursierende Rechnung: Die Zinsen fressen die Hälfte…
Französische Anleihe unter Druck, Brent gibt den Ton an
Die zehnjährige französische Anleihe verhält sich nicht mehr wie ein sicherer Hafen, sondern wie ein Problem. Während die spanische und die deutsche Anleihe sich hielten, stieg die Rendite der französischen mit einer Hartnäckigkeit, die sich nicht mehr allein mit der Lage erklären lässt: Der Markt bewertet ein Land, das mehr ausgibt als es einnimmt und das – anders als andere – keine Notenbank hat, die seine Papiere aufkauft. Das Ergebnis ist eine steilere Kurve und eine Regierung, die den Scherbenhaufen erben wird.
Der unmittelbare Auslöser liegt nicht in Paris. Er liegt in der Straße von Hormus. Der Ölpreis ist zum Thermometer der Geopolitik geworden und reißt alles andere mit: Anleihen, Börsen, Währungen. Steigt das Brent, geraten die Renditen unter Druck; fällt es, atmen sie auf. Und in den letzten Tagen hat das Brent beides binnen Stunden getan.
Brent als Dirigent des Orchesters
Der plötzliche Rückgang des Rohöls an einem einzigen Nachmittag genügte, um den IBEX zu retten und der Wall Street Luft zu verschaffen. Die Anleihen, die die Sitzung mit steigenden Renditen begonnen hatten, holten ab dem Nachmittag Terrain zurück und kehrten auf die Niveaus vor dem Schrecken zurück. Es war keine Bewegung der Fundamentaldaten: Es war eine Bewegung der Schlagzeilen. Der Besuch des pakistanischen Armeechefs in Teheran mit einer Botschaft aus Washington genügte, damit der Markt eine Entspannung einpreiste.
Das Problem: Diese Entspannung ist nicht bestätigt. Der Iran nutzt die Straße von Hormus weiter als Druckmittel, und die Bedingungen, die er auf den Tisch legt – Ende der Drohungen, Abzug der Truppen aus dem Golf, Aufhebung der Blockade –, scheinen kurzfristig nicht verhandelbar. Jedes angegriffene Schiff in der Region erinnert daran, dass der Ölpreis nicht von Angebot und Nachfrage abhängt, sondern von der politischen Agenda eines Landes.
Die Stagflation ist schon da
Die Kombination aus teurem Öl und schwachem Wachstum hat einen Namen und ist längst installiert. Die heutige Inflation ist nicht die nachfragegetriebene Variante, die man mit Zinserhöhungen bekämpft: Es ist Angebotsinflation, Knappheitsinflation, Energie, die aus Gründen teurer wird, die außerhalb der Geldpolitik liegen. Zinserhöhungen senken in diesem Szenario nicht den Rohölpreis, machen aber die Schulden teurer und ersticken Unternehmen und Haushalte.
Die Rechnung, die in den Gerüchteküchen kursiert, ist unbequem: Die Zinsen auf die Staatsschulden in Frankreich und den USA fressen bereits die Hälfte der Einnahmen der Regierungen. Die Hälfte. Allein an Zinsen. Von diesem Ausgangspunkt aus ist jede Renditesteigerung keine finanzielle Anekdote mehr: Sie ist eine Einkommensumverteilung vom Steuerzahler zum Anleihegläubiger.
Wahlen und Marktmanipulation
Die US-Wahl im November schwebt über der gesamten Analyse. Manche behaupten, die Rendite der amerikanischen Anleihe werde künstlich niedrig gehalten, damit sie am Wahltag unter 5 % liegt, und dass danach die Bremse gelöst wird. Die These ist nicht abwegig: Das Treasury hat Instrumente, um die Kaufnachfrage zu steuern, und der politische Kalender hat die Schuldenverwaltung immer schon beeinflusst.
Fakt ist, dass die amerikanische Anleihe die Sitzung fallend begann und steigend beendete und dass der Nikkei an einem einzigen Handelstag über 23,5 Billionen Yen – rund 150.000 Millionen Dollar – an Technologieverkäufen einbüßte. Die Märkte warten nicht auf die Wahlurne: Sie preisen das Szenario danach bereits ein.
Die spanische Anleihe und die Schirm-Fata Morgana
Die zehnjährige spanische Anleihe nähert sich Niveaus, die es seit Langem nicht mehr gab – und das ohne den Schirm der EZB. Während der letzten Krise kaufte die Notenbank ohne Zögern Peripherieanleihen. Heute nicht mehr. Die spanischen Schulden stehen ohne Netz am Markt, und die Spanne zur deutschen Anleihe wird zum einzigen verlässlichen Thermometer.
Der Vergleich mit Portugal und Griechenland, den einst schlechten Schülern, wird langsam unbequem. Wenn die es besser aushalten, lautet die Frage nicht, was sie richtig machen, sondern was wir falsch machen. Und die Antwort liegt vorerst nicht in den Wachstumsdaten.
Die Druckerpresse als letzte Grenze
Die Versuchung, zu Nullzinsen und massiver Papieremission zurückzukehren, liegt auf dem Tisch. Das Problem: Das Rezept von 2010 mit einer bereits hohen und energiegetriebenen Inflation zu wiederholen, hält den Preisanstieg nicht auf – er beschleunigt ihn. Und bei knapper Wohnungsnot führt jede geldpolitische Stimulanz zu mehr teurem Immobilienangebot, nicht zu mehr Produktion.
Das Szenario, das bleibt, will niemand: relativ hohe Zinsen halten, Entlassungen und Pleiten verschuldeter Unternehmen hinnehmen und darauf hoffen, dass sich das Öl von selbst beruhigt. Einen Plan B, der nicht aus Beten besteht, gibt es nicht.
Bei diesen Spannen müsste die Kapitalwanderung in die Peripherieanleihen massiv sein. Sie bleibt marginal. Niemand kann so recht erklären, warum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (298 Antworten).
Robert Pape nennt die Intervention im Iran die schwerste strategische Niederlage der USA seit Vietnam, mit der Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle und Billigdrohnen.
Eine 30-jährige Frau lässt ihren Verlobten am Traualtar stehen, um als Backpackerin in die USA zu reisen. Der Vorfall löst eine intensive Debatte über individuelle Freiheit aus.
Gayle geht nach 44 Jahren bei Walmart in den Ruhestand und erhält einen Blumenstrauß. Die Geste entfacht erneut die Debatte über Anerkennung im Job und Rentenpläne.
Zwei Schadenmeldungen in einem Jahr genügen, damit Generali eine 35 Jahre alte Hausratversicherung nicht verlängert. Die Branche nennt das Schadenhistorie.
Die Hälfte des Lohns geht an den Staat statt an die Mitmenschen: Diese Zahl stützt die These, dass Menschen einander nicht lieben und sich gegenseitig als Werkzeuge benutzen.