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Franco nach 40 Jahren: Der Mythos des besten Herrschers
Vierzig Jahre nach Francos Tod bleibt der Franquismus in Spanien gespalten: Befürworter loben niedrige Arbeitslosigkeit, Kritiker verweisen auf Repression und Massengräber.
Vierzig Jahre ohne Franco: Der Diktator, der Spanien noch immer spaltet
Vierzig Jahre nach seinem Tod ist die Bilanz Francisco Francos weiterhin unvollständig. Nicht aus Mangel an Versuchen: Jedes Jahr am 20. November entbrennt dieselbe Debatte zwischen denen, die ihn als einen der besten Staatsführer des 20. Jahrhunderts in Spanien sehen, und jenen, die daran erinnern, dass er vor allem ein Diktator war. Das Jubiläum im November 2015 – genau vier Jahrzehnte nach seinem Ableben – diente dazu, eine Rechnung wieder zu öffnen, die nie als abgeschlossen galt.
Franco starb am 20. November 1975, als Staatsoberhaupt seit 1939. Seitdem ist mehr Zeit vergangen als jene, die er an der Macht verbrachte. Dieses Detail, das theoretisch die Last der Debatte mindern sollte, bewirkt genau das Gegenteil.
Was die Bilanz sagte, die die Diskussion neu entfachte
Der Ausgangspunkt war nicht wirtschaftlich, sondern biografisch. Es wurde ein Franco ohne offensichtliche Talente dargestellt – kleinwüchsig, ohne intellektuellen Glanz –, der dazu bestimmt schien, keine große Rolle zu spielen, sich aber durch harte Arbeit durchsetzte. Vom Eintritt in die Infanterieakademie von Toledo bis zu seinem Drängen, nach Marokko versetzt zu werden, betont das Porträt stets dasselbe: Disziplin, physische Tapferkeit und Ausdauer.
Der Rif-Krieg steht im Zentrum dieser Version. Der junge Offizier soll auf eine schlecht ausgebildete, schlecht ausgerüstete Armee mit Vorgesetzten gestoßen sein, die weit von ihren Truppen entfernt lebten, und habe sich für das Gegenteil entschieden: direkte Führung, Vorbildfunktion und keine Laster. Dies ist Stoff für ein Führungslehrbuch. Es handelt sich jedoch auch, wie angemerkt werden muss, um eine Erzählung, die später von seinen Bewunderern rekonstruiert wurde.
Die 6% Arbeitslosigkeit: Die meistzitierte Zahl als Beweis
Hier kommt das Hauptargument. Während des Franquismus hätte Spanien eine Arbeitslosenquote von etwa 6% gehalten, im Vergleich zu 1-2% in Frankreich oder Großbritannien im selben Zeitraum. Hinzu kommen Vollbeschäftigung, Sicherheit auf den Straßen und die Möglichkeit, eine Familie mit einem einzigen Gehalt zu ernähren. Eine weitere hartnäckige Vergleiche zirkuliert: Etwa 10.000 Häftlinge in der letzten Phase des Regimes gegenüber rund 80.000, die angeblich bereits in der Demokratie erreicht wurden.
Der Gegenschlag lässt nicht lange auf sich warten. Der Franquismus fällt fast vollständig mit den sogenannten Trente Glorieuses zusammen, dem europäischen Wachstumszyklus von 1945-1973, der durch neue Industrien und billiges Öl getrieben wurde. Spanien startete von einer totalen Zerstörung und wuchs von dort aus. Mit demselben Rückenwind hatten Frankreich und Großbritannien eine Arbeitslosigkeit von 1-2%: besser, nicht schlechter. Hier liegt laut dieser Lesart die Falle des Vergleichs.
Die Autarkie: Der Fehler, den kaum jemand bestreitet
Es gibt einen Punkt, an dem sich beide Seiten annähern: der wirtschaftliche Start des Regimes. Das Streben nach Autarkie und internationaler Isolation ließ Spanien in den 1940er Jahren mit Rationierungskarten, Schwarzmarkt und einer kümmerlichen Industrie zurück. Die spätere Öffnung – Tourismus, ausländische Investitionen, billige Arbeitskräfte – war es, die das Bild veränderte. Zu diskutieren, ob diese Wende zu spät kam, bedeutet zu diskutieren, wie viele Jahre des Elends hätten vermieden werden können.
Wer diese Phase verteidigt, leugnet die Daten nicht. Er leugnet die Absicht: Er behauptet, die Isolation sei durch die internationale Blockade nach dem Zweiten Weltkrieg aufgezwungen worden. Die Debatte verheddert sich darin, wer zuerst die Tür geschlossen hat.
Die Repression: Die Zahlen sind nicht geklärt und niemand klärt sie
Dies ist das Terrain, auf dem die Bilanz zerbricht. Die Massengräber haben noch keine allgemein akzeptierte Zählung. Es wird behauptet, Spanien sei das Land mit der zweitgrößten Zahl an Verschwundenen weltweit, nur hinter Kambodscha; andere Stimmen argumentieren, dass diese Zahl von Vereinigungen mit Interesse an der Erzählung stamme und den Archiven nicht standhalte. Auf der anderen Seite werden Paracuellos, der Bombardierung von Cabra oder Guernica – wo diskutiert wird, ob „hundert und einige“ starben – als sarracena Gegenpol angeführt.
Ohne geklärte Zahlen gibt es keine abgeschlossene Bilanz. Und ohne abgeschlossene Bilanz beginnt jedes Jubiläum wieder bei Null.
Warum das Thema alle paar Jahre wieder auftaucht
Der Grund ist nicht historisch, sondern politisch. Die Bearbeitung eines neuen Gesetzes zur historischen Erinnerung und die Einordnung des Regimes von 1978 in die aktuelle Erzählung schüren die Kontroverse. Am einen Ende wird gewarnt, dass die Rehabilitierung Francos bald strafbar sein werde; am anderen wird seine Figur als direkte Reaktion gegen die jeweilige Regierung verteidigt. Der Franquismus funktioniert als Identitätsmarker, nicht als Forschungsobjekt.
Diese Nutzung erklärt auch die Langlebigkeit des Themas: Debatten, die vor einem Jahrzehnt begannen, erhalten Jahre später noch Antworten, mit denselben Daten und denselben Vorwürfen.
Die Bilanz, die nie kommen wird
Es ist wahrscheinlich, dass in einer weiteren Dekade die Schlagzeile dieselbe sein wird und der Streit identisch. Niemand hat bisher ohne Tricks quantifizieren können, wie viel vom Guten Zufall war und wie viel vom Schlechten Entscheidung. Mit noch offenen Massengräbern und den 6% Arbeitslosigkeit, die in jeder Diskussion im Hinterkopf bleiben, hat keines der beiden Spanien einen Grund, den Ring zu verlassen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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