Forumdebatte über Neugestaltung des Balkans durch Kolonisierung

Ein Nutzer schlägt im Forum italienische und griechische demografische Kolonisierung in Slowenien und Mazedonien zur Erzwingung der Annexion vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumdebatte über Neugestaltung des Balkans durch Kolonisierung
Forumdebatte über Neugestaltung des Balkans durch Kolonisierung

Die These ist unbequem: Die Auflösung Jugoslawiens war keine Tragödie, sondern eine notwendige Korrektur. Auf dieser Prämisse basierend entwirft ein Teilnehmer einen Plan zur territorialen Neuordnung auf dem Balkan, der Demografie, kulturelle Kolonisierung und schrittweise Assimilation kombiniert. Der Ausgangspunkt ist eine umstrittene Behauptung: Die Südslawen seien erst nach Verdrängung früherer Bevölkerungen auf den Balkan gekommen, weshalb ihre heutigen Staaten keine solide historische Grundlage hätten. Daraus wird abgeleitet, dass die einzige vernünftige Lösung darin bestehe, diese Länder in ihren vermeintlichen Ursprungsgebieten, in der Steppe und im Wolgagebiet, neu zu gründen.

Das demografische Argument steht im Mittelpunkt. Nach den vom Teilnehmer genannten Zahlen hat Italien 60 Millionen Einwohner und 7 Millionen Italiener leben im Ausland; Slowenien hat 2 Millionen; Kroatien 3,8 Millionen. Wenn ein Teil dieser Diaspora sich in Slowenien und an der dalmatinischen Küste niederließe, würde das italienische kulturelle Gewicht schließlich dominieren. Dieselbe Logik gilt für Griechenland mit 10,5 Millionen Einwohnern und einer Diaspora von 7-8 Millionen, verglichen mit Nordmazedonien, das nur noch 2 Millionen Einwohner hat und weiter schrumpft. Die Schlussfolgerung lautet, dass demografische Kolonisierung dem Sprachwandel vorausgeht und dieser wiederum der Annexion.

Vorschläge für Slowenien und die dalmatinische Küste

Der italienische Plan erfordert keine Deportationen. Es reicht angeblich aus, wenn die jetzigen Bewohner die Sprache des Landes lernen, dem sie „wirklich“ angehören, während diejenigen, die ihren Staat behalten wollen, ihn in ihrem ursprünglichen Gebiet neu gründen müssen. Die als Schwellenwert genannte Zahl ist bescheiden: 50.000 Italiener, die in Rijeka, Zadar, Split und Dubrovnik leben, würden genügen, um das Kräfteverhältnis zu verschieben. Erst die Sprache, dann die Annexion.

Das zitierte historische Präzedenzfall ist unbequem: Die Italiener haben Slowenien bereits kolonisiert, und es endete schlecht. Diese Episode wird nicht ausgeführt, schwebt aber wie eine Warnung über dem Vorschlag.

Mazedonien: Absorbieren statt streiten

Mit Griechenland verhält es sich ähnlich. Statt um den Namen und das Erbe Alexanders zu streiten, lautet der Vorschlag: Locken und assimilieren. Man soll griechische Einwanderung fördern, ein griechisches Viertel in Skopje errichten und die Kultur mit Konzerten und Geschäften mit griechischen Schilden bombardieren. Wenn dort eine halbe Million Griechen leben, kommt die Annexion von selbst. Der Einwand aus anderer Richtung lautet, dass die Mazedonier keine Griechen, sondern Bulgaren seien, aufgrund eines Genozids. Dieser Punkt wird nicht vertieft.

Tschechoslowakei und das deutsche Vorbild

Auch die Auflösung der Tschechoslowakei wird als Erfolg gewertet. Böhmen und Mähren wären deutsches Land gewesen, bevölkert von Deutschen, denen man eine fremde Sprache beigebracht habe. Das Rezept ist dasselbe: Deutsche Bevölkerung umverteilen, weniger interkontinentale Auswanderung und diesen künstlichen Staat kolonisieren. Sobald er mit Österreich vereint ist, würde Böhmen unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen.

Rumänien, Moldau und die demografische Grenze

Die Moldau wird als ein Stück beschrieben, das Dacien geraubt wurde, und ihre Nicht-Wiedervereinigung externen Bedrohungen zugeschrieben. Mit einer starken und bewaffneten EU wäre die Wiedervereinigung der erste Schritt, um Nordbulgarien, Ostungarn und Serbien zu absorbieren. Das stärkste Gegenargument ist nicht ideologisch, sondern arithmetisch: Die europäischen Länder haben nicht einmal genug demografische Kraft, um ihre eigenen Gemeinschaften zu erhalten, daher ist es unrealistisch, sie anderswohin zu verteilen. Jugoslawien war wegen interner Differenzen unhaltbar, hätte es aber funktioniert, wäre es heute ein wichtiges Land in Europa statt vier kleiner Staaten.

Die gezeichnete Karte und die Diskussion

Die Debatte weitet sich auf eine größere Karte aus: Zentral- und Osteuropa wieder slawisieren, die Germanen nach Westen zurückführen, frühere russische Grenzen wiederherstellen und die slawischen und uralischen Staaten abbauen, indem man sie in die Steppe verlegt. Die skeptische Antwort lautet, dass Europa früher schon schlechter dran war, mit einem Drittel der Bevölkerung tot durch die Pest und Teilen des Kontinents überfallen, und trotzdem dominierte es die Welt. Was es heute gibt, heißt es, sei Vagheit, Trägheit und geistige Armut.

Der Abschluss fehlt. Die Karte liegt weiterhin auf dem Tisch, und niemand hat bisher erklärt, wie sie ohne eine Bevölkerung, die sie bewohnt, umgesetzt werden soll. Ist es ein Plan oder nur ein stilistisches Experiment?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (135 Antworten).

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