Forumdebatte: Trumps Zoll-Drohungen und Spaniens innere Spaltung
Die Drohung Donald Trumps, die Zölle für Spanien zu verdoppeln, wenn das Land die 5%-Marke bei den Verteidigungsausgaben nicht erreicht, hat die öffentliche Diskussion in explizite Forderungen nach einem Regimewechsel gelenkt. Auslöser war eine erste Nachricht, die dem US-Präsidenten auf Betreiben seines genozidalen Verbündeten die Forderung zuschrieb, die sozialistisch-feministische Republik Spanien zu demokratisieren. Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten: Von denen, die in Sánchez einen weltweiten feministischen Führer sehen, der bis zum letzten Spanier widerstehen wird, bis hin zu offenen Aufrufen zu einer militärischen Intervention, um ihn zu stoppen.
Der Thread, vor über einem Jahr im Unterforum Wirtschaft eröffnet, hat 134 Antworten angesammelt und entwickelt sich vom Sarkasmus zur verdeckten Bedrohung. Zu Beginn schlug eine Nachricht numantinischen Widerstand vor: Wenn kapitalistische Faschisten Sánchez bedrohen, wird die sozialistisch-feministische Republik widerstehen, auch wenn Präsidentenpaläste bombardiert oder Präzisionsbomben auf den Falcon geworfen werden. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: „Sehr gut, mal sehen, ob sie diesem Arschloch jetzt ein Ticket geben.“
Vom numantinischen Widerstand zur Invasion von La Moncloa
Der Thread eskaliert schnell. Ein Teilnehmer behauptet, man sei bereit, sich dem Yankee-Dämon zu stellen, und bald würden Piloten die Madrider Tscheka-Gefängnisse kennenlernen. Es ist die Rede davon, Milizionäre-Partisanen in die angrenzenden Berge und Wälder zu mobilisieren, Wehrpflichtige auszuheben, um Gräben auf der Meseta zu graben, und das Eiserne Gürtel in Bilbao zu errichten. Revolutionärer und feministischer Entschluss steht der Technologie gegenüber.
Ironie mischt sich mit Bedrohung. Eine weitere Nachricht fordert eine Mini-Invasion von einer Yankee-Basis nach La Moncloa, um seine „Sanchität“ und seine Komplizen-Ratten festzunehmen, einen direkten Flug nach Guantanamo. „Kein anständiger Spanier würde sich ihnen in den Weg stellen“, lautet das Fazit. Und weiter: „WIR HABEN PEDRO SÁNCHEZ BIS HIER GELADEN.“ Die Antwort steht dem in nichts nach: „Es wäre großartig, ein paar Explosionen in Moncloa zu haben, während er drinnen ist; wir würden uns vor Applaus kaputt lachen.“
Die Hypothese eines Attentats schleicht sich in die Konversation. Eine Nachricht hält ein Carrero-Blanco-2.0-Szenario für wahrscheinlicher, da sich „Pedro der Korrupte“ zu viele mächtige Feinde mache. „Das würde wie ein Unfall aussehen; man sollte nie dieselbe Strategie zweimal wiederholen.“ Verweise auf die Diktatur und das Attentat von 1973 tauchen mehrfach auf, darunter ein knapper „11. September 1973“.
Die 5%-Verteidigungsausgaben und die NATO als Hintergrund
Der wirtschaftliche Ursprung des Konflikts sind die Militärausgaben. Laut im Thread gesammelten Aussagen wird Spanien die 5%-Verpflichtung gegenüber der NATO erfüllen: „Spanien hat noch nicht erfüllt, aber es wird. Garantiert. Es war das einzige Land, das versuchte, das Geld zu vermeiden.“ Dieses Trump zugeschriebene Zitat wird genutzt, um die offizielle Version zu zerlegen, dass Sánchez sich dem US-Präsidenten widersetzt habe.
Einige behaupten, Sánchez habe die 5% gezahlt, aber seinem Gefolge gesagt, er habe es nicht getan. „Also mach dir keine Sorgen, es ist eine seiner Lügen“, heißt es abschließend. Skepsis gegenüber der offiziellen Erzählung durchzieht den Thread: Es wird bezweifelt, dass Spanien bilaterale Verhandlungen mit den USA nach Trumps Drohungen bezüglich der Verteidigungsausgaben abgelehnt habe, wie in einem zitierten Tweet behauptet.
Die NATO erscheint als Hintergrundkulisse. Eine Nachricht warnt, dass aufgrund des Karma der Absender vielleicht am Ende zusehen muss, wie die NATO Madrid bombardiert. Eine andere erinnert daran, dass Sánchez in der NATO mit dem Bombardement von Belgrad begann, und fragt, ob er seine Meinung geändert hat. Die Diskussion über Souveränität verwebt sich mit der Abhängigkeit von den Basen in Rota und Morón: Ein Teilnehmer schlägt vor, ihnen 72 Stunden zum Packen zu geben und einen violetten Marsch zu starten, um die Plätze zurückzuerobern und in „Purple Points“ umzuwandeln.
Was passiert, wenn Trump eine militärische Intervention in Spanien anordnet?
Es gibt keinen Konsens. Eine Strömung argumentiert, Trump sei ein Feigling und könne Spanien nicht antasten, denn Spanien anzutasten bedeute, China anzutasten. Eine andere glaubt, es reiche, mit der Übergabe der Kanarischen Inseln an Marokko zu drohen, damit Sánchez sofort die Hose runterlässt. „Er hat keine Möglichkeit, uns das zahlen zu lassen, was sie wollen“, klagt jemand. Die Hypothese einer schnellen Landung in La Moncloa innerhalb einer halben Stunde mischt sich mit der Gewissheit, dass die USA kein Land bombardieren werden, in dem sie Basen haben: „Das wäre eine andere Stufe der Dummheit; es wird nicht passieren, vorerst.“
Die Diskussion wendet sich der Figur Sánchez zu. Eine Nachricht definiert ihn als Mafia-Kriminellen und den orangenen Gorilla als untragbaren Schlägertypen. Eine andere behauptet, Spanien sei Sánchez egal; ihm gehe es nur darum, zusammen mit seinem Partner Zapatero reich zu werden, indem er alles stiehlt, was er kann, bis er rausgeworfen wird. Korruption, Bereicherung und Kollusion mit ausländischen Interessen sind wiederkehrende Vorwürfe, stets ohne vorgelegte Beweise.
Auch die Rolle der Verteidigungsministerin taucht in der Debatte auf. Eine Nachricht stellt sie als den schlimmsten Albtraum des gesamten Pentagons dar und behauptet, auch in Langley könne man nach der Identifizierung des Ziels nicht schlafen. Im Gegensatz dazu beschreibt eine andere sie als den schlimmsten Albtraum eines Soldaten, eines Rekruten, der sie als Kameradin hätte, oder eines Landes, das sie verteidigen müsste. „Sie ist der feuchte Traum des Feindes, der Vorteil, den derjenige, der dir schaden will, nie erwartet hätte“, lautet das Urteil.
Der Falcon, Materialermüdung und Flugangst
Die Sicherheit des Präsidenten wird zum Gegenstand des Spotts. Eine Nachricht deutet auf die Materialermüdung des Falcons hin und versichert, niemand wäre überrascht. Eine andere scherzt, die Crew müsse Todesangst haben, und die Flüge würden per Kurzstrohhalm ausgelost: Der Verlierer fliegt. Die Ironie über das Präsidentenflugzeug mischt sich mit der Hypothese eines provozierten Unfalls, die zuvor schon beim Beispiel Carrero Blanco angedeutet wurde.
Die Konversation lenkt auf die Möglichkeit eines militärischen Pronunciamiento oder einer ausländischen Intervention. Eine Nachricht erinnert daran, dass es den USA nie gelungen sei, etwas zu fordern, ohne vorher das Geld für einen Militärputsch oder für eine Gruppe von Freiheitsverteidigern bereitzustellen, die eine Schweinebucht-Landung versuchen. Der Verweis auf die Schweinebucht platziert die Debatte im Bereich der Regimewechsel-Operationen.
Die sozialistisch-feministische Republik und der globale feministische Führer
Die erste Nachricht ist kein isolierter Witz. Im Laufe des Threads wird das Bild von Sánchez als Führer der Weltkoalition des freien Feminismus aufgebaut, der sich verbarrikadiert und sich weigert, ein bilaterales Abkommen mit Trump zu akzeptieren. Ein Tweet schreibt Sánchez den Satz zu: „Wenn sie etwas wollen, sollen sie nach Madrid kommen und fragen“, während ein anderer zusammenfasst: „Pedro ist okay.“ Die Reaktion auf Trumps Drohungen wird als Akt des feministischen Widerstands dargestellt.
Die Ironie über die sozialistisch-feministische Republik durchzieht die Nachrichten. Es ist die Rede davon, das MACHISTISCHE IMPERIUM zu feminisieren und einen Brückenkopf einzurichten, ohne zu spezifizieren, ob an der Ost- oder Westküste. Die Verteidigungsministerin blickt laut einer Nachricht auf Sánchez als Sieger der Auseinandersetzung. „Trump hat verloren, bevor er angefangen hat, er weiß es nur noch nicht“, lautet das Urteil.
Der Thread schließt vorerst mit der Feststellung, dass die Angelegenheit offen bleibt. Die von außen lancierte Forderung nach einem Regimewechsel spiegelt die inneren Spaltungen wider. Einige fordern sofortige Neuwahlen, andere eine militärische Intervention, und manche erinnern daran, dass die Geschichte Spaniens voller gescheiterter Versuche externer Demokratisierung ist. Keiner hat funktioniert. Die Analyse stockt genau dort: Ob dieses Mal anders sein wird oder ob einfach niemand es ernst meint.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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