Forum diskutiert: „Bombardements sind gesund“ und Zweifel an den Bildern
Ein Video von Al Jazeera zeigt Stadtviertel in Gaza, die zu Trümmern reduziert wurden, und Rettungsteams, die zwischen den Resten der in der Nacht getroffenen Gebäude arbeiten. Die vom katarischen Sender verbreitete Szene ist Ausgangspunkt einer Diskussion, die binnen Stunden von der Solidarität mit Israel in einen systematischen Verdacht gegenüber allem kippt, was aus dem Gazastreifen kommt. Der Beitrag, der das Thema eröffnet, ist unmissverständlich: „Vorwärts Israel, ihr bombardiert Terroristen, das sind also gesunde Bombardements.“ Von da an wird der Thread zum Ringen darum, was überprüfbar ist und was nicht, wenn das Gebiet unter Militärkontrolle steht.
Von der sichtbaren Zerstörung zu „alles ist KI“
Die erste Reaktion auf die Bilder ist die Feststellung der Verwüstung. „Viele Tote, wir können sie hier sehen“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Doch innerhalb weniger Beiträge verschiebt sich der Fokus: Ein Tweet der AJN-Agentur wird geteilt, der behauptet, die Toten, die später in Massengräbern auftauchen, seien „Statisten“, und von da an setzt sich die These fest, das Bildmaterial sei gefälscht. „Es ist alles KI und Models wie immer“, urteilt ein anderer und verlinkt ein Wirtschaftsforum als angeblichen Beweis.
Die Diskussion driftet zu einer Frage, die immer wieder spöttisch gestellt wird: Warum sind in den Videos aus Gaza vor allem Kinder und Säuglinge in den Armen von Frauen zu sehen? „Machen sie etwas anderes, als endlos Kinder zu bekommen?“, fragt jemand. Die Antwort kommt mit Häme: „Wenn sie Spanien bombardieren würden, hätten die Frauen Katzen im Arm.“ Das Argument, eher rhetorisch als belegbar, dient dazu, die Idee zu stärken, das Material sei inszeniert.
Wer hat die Hamas geschaffen und wer holt die Migranten ins Land?
Der Thread nimmt eine Wendung, als die These auftaucht, Israel habe die Hamas geschaffen und fördere die Agenda 2030, um die Einreise muslimischer Flüchtlinge nach Europa zu begünstigen. Spanische Medien werden zitiert, um zu belegen, dass die israelische Innovationsbranche „Hand in Hand“ mit den Nachhaltigkeitszielen der UNO arbeite, und ergänzt wird, Israel sei nun verärgert über die internationale Organisation, weil diese seine Operation nicht unterstütze.
Die Antwort folgt prompt und ist verächtlich: Wer diese These vertritt, wird beschuldigt, eine Fabel nachzuplappern, und ihm wird vorgeworfen, andere zum Übertritt zum Sarracin überreden zu wollen. Die Auseinandersetzung spitzt sich mit gegenseitigen Anschuldigungen von Verrat und Fremdinteressen zu. Mitten im Lärm bringt jemand ein nicht unerhebliches Argument an: „Israel hat die Hamas erschaffen und Israel fördert die Agenda 2030, damit unter anderem muslimische Flüchtlinge zu Millionen nach Europa kommen.“
Die Lektion, die die einen fordern und die anderen ablehnen
Den härtesten Ton anschlagen diejenigen an, die meinen, Israel müsse den Palästinensern eine Lektion erteilen: „Die palästinensischen Muslime müssen lernen, wer überlegen ist, sie müssen lernen, wer unterlegen ist.“ Das Argument besagt, die Bombardements würden erst enden, wenn die Bevölkerung die Terroristen zur Rechenschaft zieht, die sie nach dieser Lesart als menschliche Schutzschilde benutzen. Die Antwort ist eine Frage ohne Antwort: „Sie lernen seit 70 Jahren, und nichts.“
Dagegen vertritt eine andere Strömung die Auffassung, die israelische Operation sei keine Verteidigung, sondern Kollektivstrafe, und die Zerstörung Gazas werde als palästinensische Propaganda dargestellt, während ihre Vernichtung offen gefordert werde. „Laut den Eichelmännern ist Gaza in Trümmern palästinensische Propaganda, aber sie fordern ihre Vernichtung selbst offen“, fasst ein Beitrag zusammen. Die Diskussion verstrickt sich in Verweise auf die Pandemie, 5G und Graphen, mit Anschuldigungen von Verschwörungsgläubigkeit auf der einen und blindem Mitläufertum auf der anderen Seite.
Das Video, das auf die israelische Armee selbst verweist
Eine der auffälligsten Wendungen kommt mit der Verbreitung von Zeugenaussagen, die – so wird behauptet – darauf hindeuten, dass die israelische Armee am 7. Oktober einige ihrer eigenen Bürger mit Panzern und Raketen getötet und die Leichen anschließend als Beweis für die Barbarei der Hamas zur Schau gestellt habe. „Bittet, so wird euch gegeben – bis zum Abwinken“, heißt es bei der Teilung des Materials. Der Vorwurf wird nicht durch unabhängige Überprüfung gestützt und bleibt eine der vielen unbestätigten Hypothesen, die kursieren.
Der Austausch endet mit einem Beitrag, der auf die Informationsmüdigkeit verweist: „An einem Tag eine Pandemie, dann mitten in dieser Pandemie ein Barrabas in Minneapolis, dann greift ein souveränes Land ein anderes an und ist böse, dann greift ein souveränes Land andere an, aber diesmal ist es gut.“ Die implizite Schlussfolgerung: Das Publikum konsumiert verpackte Narrative, ohne sie überprüfen zu können. Und die verstörende Feststellung lautet: Mitten in einer Debatte darüber, ob die Bilder echt oder gefälscht sind, hat niemand eine einzige unabhängige Überprüfung irgendetwas vorgelegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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