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Forist erkennt Schulter-Kopf-Schulter bei Gold und sieht 4.000 Dollar
Gold notiert bei rund 4.300 Dollar, ein Forist erkennt ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster mit Ziel bei 4.000 Dollar; im Forum streitet man, ob man auf den Rücksetzer warten oder sofort kaufen soll
Gold bei 4.300 Dollar: das Schulter-Kopf-Schulter-Muster, das ein Forist im Chart erkennt
Der Goldpreis stellt das Lehrbuch seit Längerem auf den Kopf: Die Notenbanken erhöhen die Zinsen, und das Edelmetall müsste eigentlich nachgeben. Im Forum wird diskutiert, ob das tatsächlich der Fall war. Jetzt, wo die Unze im Bereich von 4.300 Dollar notiert, ist ein Teilnehmer sicher, dass der Tageschart ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster (SKS) gezeichnet hat, das auf eine Korrektur Richtung 4.000 Dollar hindeutet, «oder darunter». Die Formation ist keine Prophezeiung und bislang nur eine Lesart der technischen Analyse, hat aber die alte Debatte über Zinsen, Inflation und Gold neu entfacht.
Was ist ein SKS und warum ist von 4.000 Dollar die Rede?
Das Schulter-Kopf-Schulter-Muster ist eine klassische Formation der technischen Analyse: drei Gipfel, der mittlere am höchsten, mit zwei Tälern dazwischen. Ist die Formation vollständig, wird das als Ende des Aufwärtstrends gedeutet, und als Kursziel wird ein Rückgang in Höhe der Formation projiziert. Beim Gold würde diese Lesart das Ziel im Bereich von 4.000 Dollar verorten, mit Szenarien, die noch weiter nach unten gehen.
Manche sehen darin nur eine gesunde Korrektur nach einem sehr steilen Anstieg. Gold war stark gestiegen, und jetzt nehmen die Spekulanten ihre Gewinne mit. In dieser Erzählung ist die Korrektur die Gelegenheit: bei 4.000 zuschlagen und, falls es richtig schlecht läuft, bei 3.500 mit einer Hypothek im Gepäck stehen bleiben, wie ein Forist scherzt. Andere zögern dagegen: bei 3.500 ja, bei 4.000 nein.
Warum steigt Gold, obwohl die Zinsen steigen?
Das Lehrbuch sagt: Steigende Zinsen verteuern die Opportunitätskosten, ein zinsloses Metall zu halten. Im Forum halten mehrere Teilnehmer dagegen, dass die jüngere Realität das widerlegt. Nach Ansicht eines von ihnen ignorierte Gold während der Stagflation der 70er-Jahre die Zinserhöhungen, weil der Markt sie als zu spät und zu gering verstand. Heute, fügt er hinzu, sei es ähnlich, mit einem unbequemen Detail: Gold leidet an der Börse, obwohl die Logik das Gegenteil nahelegt.
Eine weitere These, die im Thread immer wieder auftaucht: Die Zinserhöhungen sind nur eine Show. Es wird behauptet, die echte Inflation liege bei rund 20 Prozent pro Jahr, und bei diesem Tempo sei selbst mit 15 Prozent Zinsen keine echte Restriktion erreicht. Das skizzierte Szenario ist eine Flucht nach vorn: langsame Erhöhungen von einem Viertelprozentpunkt alle vier Monate, und in zwei Jahren ein neuer Vorwand — ein Bicho, ein Krieg — um wieder zu drucken. Gold lässt sich derweil nicht drucken.
Die Öl-These: Türkei, Golf und Russland verkaufen Gold
Gegen die monetäre Erklärung verteidigt ein anderer Teilnehmer eine ganz irdische. Der gestiegene Ölpreis, so seine Argumentation, treffe die Türkei, die Golfstaaten und Russland hart, die daraufhin Gold verkaufen müssten. Sein Fazit: Es gibt mehr Verkäufer als Käufer, während China tut, was es kann.
Aus dieser Sicht wäre die entscheidende Korrelation nicht die zu den Zinsen, sondern die inverse Beziehung zwischen den Öl-Futures und dem Edelmetall: Rohöl oben, Edelmetalle unten. Eine Idee, die ein weiterer Teilnehmer teilt, der diese inverse Beziehung ebenfalls bei den letzten Bewegungen beobachtet.
Lohnt es sich, auf 4.000 Dollar zu warten?
Hier kommt das Argument der Geduld ins Spiel. Die Unze habe jahrelang im Bereich von 11xx notiert, erinnert ein Teilnehmer, und die ganze Zeit über war der Mantra immer derselbe: «Ich warte, bis er bei 1.000 ist, dann kaufe ich.» So weit kam es nie. Jetzt, wo das Metall bei 4.300 liegt, fragen sich manche, was es ausmacht, 4.300 statt 4.000 zu zahlen, wenn der Anlagehorizont langfristig ist.
Das Grundargument dieses Foristen: Die Schulden sind nicht mehr tilgbar, und der Tag, an dem Gold von 3xxx-4xxx auf 10.000 springt, wird kommen — schlagartig, in fünf Minuten und ohne Vorwarnung. Nach seiner Ansicht bleiben der Europäischen Union fünf Jahre, und der Euro wird angeschlagen sein; an diesem Tag, sagt er, sei die Reise zu Ende. Dagegen verteidigen die Wartenden das Kleinkarierte: 70 bis 100 Euro pro Unze zu sparen sei, so ihr Argument, eine Unze Silber oder ein gutes Abendessen.
Und wenn das SKS sich nie vollendet und Gold nach oben ausbricht? Dann sehen manche das Ziel bei 4.800 Dollar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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