Forennutzer: 'Ich kenne niemanden im Privatsektor'

Nutzer berichten von einer Dominanz von Beamten und Prüflingen in ihrem Umfeld; andere sehen einen Mangel an qualifizierten Jobs.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forennutzer: 'Ich kenne niemanden im Privatsektor'
Zum Lachen: Ich kenne niemanden, der im Privatsektor arbeitet

Die Diagnose kursiert mit einer Mischung aus Ironie und Alarm: Im unmittelbaren Umfeld der Erzählenden ist die Beschäftigung im Privatsektor zu einer statistischen Seltenheit geworden. Von fünfzehn Bekannten sind vierzehn verbeamtet oder beziehen Einkünfte aus öffentlichen Kassen. In einer anderen Gruppe von vierzehn sind acht bereits verbeamtet, während es vor acht bis zehn Jahren nur vier waren. Die Anekdote wiederholt sich mit einer Beharrlichkeit, die wie ein Muster wirkt.

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf ein Viertel oder eine Generation. In einem Gebäude mit sechzehn Wohnungen leben in acht mindestens ein Beamter, drei werden von pensionierten Beamten bewohnt, vier von Familien, die vollständig aus öffentlichen Bediensteten bestehen, und nur eine von Selbständigen. In einem Familienkreis von weniger als siebzig Personen arbeiten kaum dreizehn im Privatsektor. Der Rest: Beamte, Rentner, Arbeitslose, Studenten und wenige Kinder.

Die Blase der Beamtenprüfungen: Vom 16. Lebensjahr zur Akademie

Parallelen zur Immobilienblase von 2006 tauchen in mehreren Beiträgen auf. Damals gab man das Studium auf, um 3.000 Euro als Bauarbeiter zu verdienen; heute tut man dies, um ab dem sechzehnten Lebensjahr Prüfungen abzulegen. Sprach- und Ingenieursakademien in den Stadtteilen haben sich in Vorbereitungszentren für Verwaltungsassistenten, Finanztechniker, Postbeamte oder Nationalpolizisten verwandelt. Die familiäre Investition in die Prüfungsvorbereitung wird über drei Jahre oder länger geplant, mit dem Risiko, dass nicht alle bestehen und das Geld verloren geht.

Der Zugang ist zudem nicht neutral. Eine vorherige befristete Anstellung in der Verwaltung gewährt Senioritäts-Punkte und Kurse, die zur Prüfungsnote addiert werden. Wer von außen mit einem Master kommt und nie in der Verwaltung war, hat es sehr schwer, eine Stelle der Gruppe A1 zu bekommen. Die Konkurrenz ist brutal und das Nadelöhr eng.

Der kahle Ingenieur und das öffentliche Gehalt

Der einzige zitierte Fall einer qualifizierten Privatbeschäftigung ist der eines Ingenieurs bei einer Automobiltochter: 1.300 Euro, hohe Verantwortung, enorme Arbeitsbelastung und Kahlköpfigkeit innerhalb eines Jahres durch Stress. Dem gegenüber steht die bescheidene öffentliche Stelle mit ihrem verbundenen Drucker, Bier nach Feierabend und Pool am Nachmittag. Der Vergleich ist nicht nur wirtschaftlich: Er betrifft die Lebenserwartungen.

Einige behaupten, der öffentliche Sektor sei zugleich Zuflucht und Strafe. Ein ehemaliger Beamter beschreibt es als sarracena Qual: täglich zu sehen, wie Menschen geschädigt werden, und durch Schweigen Komplize zu sein. Er wechselte in den Privatsektor und plant keine Rückkehr, obwohl er seinen Urlaub behält. Andere vertreten das Gegenteil: Private Unternehmen tragen das System und leiden unter Lohn-Dumping und globalem Wettbewerb.

Wer bezahlt die Party?

Die Frage zieht sich durch den Austausch ohne abschließende Antwort. Selbständige erscheinen als Superhelden, die Gehälter, Renten, Medikamente und Transplantationen finanzieren. Die Druckerpresse der EZB und die von Deutschland gekaufte Schuldenlast werden als Mechanismus genannt, der alles am Laufen hält. Und das Altern droht: Im tiefsten Spanien sind 90 % Rentner, 10 % Arbeitnehmer und es gibt wenige Kinder. Die Babyboomer-Generation geht in Rente und die EZB kauft keine unbezahlbaren Schulden mehr.

Die Kaufkraft hat sich laut kursierenden Berechnungen in drei Jahren halbiert, was Ruderer, Beamte und Rentner gleichermaßen betrifft. Kein Rindfleisch mehr kaufen, Olivenöl durch Sonnenblumenöl ersetzen, auf Wassermelone im Sommer verzichten. Man sagte, nichts würde passieren. Das sagt niemand mehr.

Es gibt keinen Abschluss. Einige sehen den Zusammenbruch des Beamtentums in weniger als drei Jahren; andere erinnern an Länder mit mehr öffentlichen Bediensteten und bemerken, dass der Tourismus die Struktur trägt. Währenddessen geht die Prozession weiter, die Kerze ist kurz und niemand weiß, wann sie ausgeht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (131 Antworten).

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