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Finnland: Der nordische Mythos, den die Bruch mit Russland entlarvt hat
Der Bruch mit Russland hat die Arbeitslosigkeit in den finnischen Grenzregionen auf 20% getrieben. Ist Finnland noch das nordische Erfolgsmodell von einst?
Finnlands Rechnung für den Bruch mit Russland: 20% Arbeitslosigkeit an der Grenze
Es gibt ein Land, das sich rühmte, den Wohlfahrtsstaat in ein tragfähiges Modell verwandelt zu haben, mit einer beneideten Bildung und vorbildlichem sozialen Frieden. Doch die unbequeme Frage lautet: Ist Finnland noch dieser Ort – oder eine Fata Morgana, die die Wirtschaftssanktionen gegen Russland allmählich entlarven? Die Daten aus den Grenzregionen liefern eine unbequeme Antwort.
Der Preis des Bruchs mit Moskau
Jahrelang war Russland Finnlands wichtigster Handelspartner. Die Liste der Abhängigkeiten ist lang: billiges Holz für die Forstindustrie, vergünstigtes Gas und Öl sowie ein steter Strom russischer Touristen, der Geschäfte und Restaurants am Laufen hielt. Die Stadt Lappeenranta, eine Steinwurf von der Grenze entfernt, hing von dieser Konsumwelle ab. Als die Beziehungen abgebrochen wurden, machten sich die Folgen sofort bemerkbar: Hunderte Betriebe gingen pleite, und die Arbeitslosigkeit in den Grenzgebieten näherte sich 20%.
Der politische Kampf um die Deutungshoheit
Hinter der Wirtschaft steht die Politik. Manche behaupten, Finnland sei nicht mehr das Paradies von einst und die Hinwendung zu einer harten Rechten habe den Niedergang beschleunigt – mit Vergleichen bis hin zu Argentinien, Ecuador oder Brasilien. Dem halten andere entgegen, das Problem liege gerade im übermäßigen Bürokratie- und Staatsausgabenapparat des nordischen Modells. Der Schlagabtausch hinterlässt denselben Eindruck: Die Erzählung vom skandinavischen Erfolg trägt nicht mehr ohne Einschränkungen.
Dass Finnland die Geschichte vom nordischen Glück nicht mehr um jeden Preis verkauft, bestreitet niemand. Die Frage, ob das Land „derselbe pogre Müll wie die Niederlande oder Schweden“ ist, bleibt offen, doch die Arbeitslosen- und Handelszahlen deuten auf einen Verfall hin, den niemand in Helsinki offen ansprechen will. Die Analyse bleibt an derselben Zwickmühle hängen: schlecht regiertes Land oder Opfer eines unausweichlichen geopolitischen Wandels?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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