Fight Club: Streit um spanische Titel in Spanien und Lateinamerika

Der Titel 'El club de la pelea' statt 'El club de la lucha' löst eine Debatte über Synchronisation, Akzente und Sprachpurismus zwischen Spanien und Lateinamerika aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fight Club: Streit um spanische Titel in Spanien und Lateinamerika
Fight Club: Der Titelstreit, der Spanien und Lateinamerika entzweit

Die Kontroverse um den Titel 'El club de la pelea' im Gegensatz zu 'El club de la lucha' ist kein Einzelfall. Es ist die Spitze eines Eisbergs, der seit Jahrzehnten Zuschauer auf beiden Seiten des Atlantiks gegenüberstellt: die Übersetzung von Filmtiteln und die Synchronisation. Die Diskussion, die sich über mehr als zweieinhalb Jahre erstreckt hat, beginnt mit einer klaren Aussage: Lateinamerikaner nennen David Finchers Film 'El club de la pelea', einen Titel, den viele direkt hassen. Von dort aus entwickelt sich das Thema zu einer Abrechnung über Sprache, politische Korrektheit und die Rolle der RAE.

Der Ursprung des Ärgers: 'El club de la pelea' vs. 'El club de la lucha'

Der Auslöser ist der Titel. Während man in Spanien 'El club de la lucha' wählte, wurde er in Lateinamerika als 'El club de la pelea' übersetzt. Der Unterschied ist minimal, aber die Ablehnung ist maximal. Einige behaupten, dass 'pelear' (kämpfen/schlagen) und 'luchar' (ringen/kämpfen) keine exakten Synonyme sind und dass die lateinamerikanische Wahl den ursprünglichen Sinn verrät. Wie in der Diskussion erinnert wird, stellt die RAE fest, dass pelear mit Waffen sein kann und luchar ohne Waffen, was für manche die lateinamerikanische Version zu einem Nuancenfehler macht. Andere verteidigen, dass der Begriff ebenso gültig sei und die Polemik nur ein Vorwand sei, alles anzugreifen, was nach neutraler Synchronisation klingt.

Das Thema bleibt nicht bei einem einzigen Film. Die Liste der unterschiedlich übersetzten Titel ist endlos: 'Die Hard' wurde zu 'La jungla de cristal', 'Scarface' zu 'El precio del poder' und 'Falling Down' zu 'Un día de furia'. Auf lateinamerikanischer Seite sind die Beispiele genauso auffällig: 'El guasón' für 'Joker', 'Arturito' für R2-D2 und 'Sitripio' für C-3PO. Die Schlussfolgerung lautet, dass niemand ein Monopol auf Absurdität hat.

Neutrale Synchronisation und der Kampf der Akzente

Über den Titel hinaus geht die Debatte zur Synchronisation. Ein Teil der Teilnehmer vertritt die Ansicht, dass die lateinamerikanische Synchronisation, die in Miami in einem neutralen Spanisch ohne Akzente oder Idiome erstellt wird, künstlich und monoton wirke. Es wird argumentiert, dass Wortspiele und Doppeldeutigheiten wörtlich übersetzt werden, wodurch viele Witze unverständlich bleiben. Dem hält eine andere Strömung entgegen, dass auch die spanische Synchronisation nicht perfekt sei und dass die instinktive Ablehnung des lateinamerikanischen Akzents reines Vorurteil sei.

Die Diskussion eskaliert, wenn das Thema der Vielfalt des Kastilischen berührt wird. Manche behaupten, nach Jahren außerhalb Spaniens, dass das auf der Halbinsel gesprochene Kastilisch sehr zu wünschen übrig lasse und man erst beim Verlassen Spaniens erkenne, wie schlecht man es spricht. Die Antwort lässt nicht auf sich warten: Den Spaniern wird vorgeworfen, sie seien die Ersten, die über fremde Akzente lachen, während sie eine Synchronisation verteidigen, die sie für überlegen halten. Die Ironie ist serviert.

RAE, Purismus und Angst vor Anglizismen

Die Debatte driftet zum sprachlichen Purismus. Kritisiert wird, dass in Spanien unnötige Anglizismen wie 'stop' statt 'alto' verwendet werden, sogar in grammatikalischen Konstruktionen, die vom Englischen kopiert sind. Der Fall 'stop desahucios' (Stop Zwangsräumungen) oder 'stop despidos' (Stop Entlassungen) wird erwähnt; Sätze, die laut Kritikern im Spanischen falsch konstruiert sind und 'alto a los desahucios' heißen sollten. Das Paradoxon ist offensichtlich: Man kritisiert die lateinamerikanische Synchronisation dafür, das Original zu verraten, akzeptiert aber problemlos englische Begriffe im Alltag.

Die Diskussion berührt auch den kulturellen Einfluss. Manche bedauern, dass Spanien und Lateinamerika damit beschäftigt sind, sich über ihre jeweiligen Übersetzungen lustig zu machen, statt ihre Kräfte zu vereinen, um den Einfluss der spanischen Sprache weltweit zu erhalten. Argumentiert wird, dass Amerikaner sich nicht lustig machen, weil einige 'elevator' und andere 'lift' sagen, und dass diese Spaltung nur die Position der Sprache gegenüber dem Englisch schwächt.

Hintergrund: Eine Diskussion über Identität

Was als Beschwerde über einen Filmtitel begann, endet als Abrechnung über Identität. Es vermischen sich Anschuldigungen von Rassismus, Komplexen und sarracena Überlegenheit. Ein Teil der Teilnehmer vertritt die Ansicht, dass die Ablehnung der lateinamerikanischen Synchronisation eine Form der Geringschätzung gegenüber einer Gruppe sei, während andere behaupten, es handle sich einfach um eine Frage der Hörgewohnheit. Das Gespräch vergiftet sich und die Standpunkte radikalisieren sich.

Das Ergebnis ist ein Porträt der linguistischen und kulturellen Kluft zwischen Spanien und Lateinamerika, eine Wunde, die jedes Mal wieder aufreißt, wenn ein Film mit zwei verschiedenen Titeln in die Kinos kommt. Die Grundfrage bleibt unbeantwortet: Wer hat das Recht zu entscheiden, wie ein Kunstwerk auf Spanisch heißt?



Wichtige Fakten

  • Der Originaltitel von David Finchers Film ist 'Fight Club'.
  • In Spanien wurde er als 'El club de la lucha' übersetzt, in Lateinamerika als 'El club de la pelea'.
  • Die RAE stellt fest, dass pelear mit Waffen sein kann und luchar ohne Waffen.
  • 'Die Hard' wurde in Spanien als 'La jungla de cristal' übersetzt.
  • 'Scarface' wurde als 'El precio del poder' übersetzt.
  • 'Falling Down' wurde als 'Un día de furia' übersetzt.
  • In Lateinamerika wurde 'Joker' als 'El guasón' übersetzt.
  • R2-D2 und C-3PO sind in Lateinamerika als 'Arturito' und 'Sitripio' bekannt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (147 Antworten).

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