Festnahme wegen Vergewaltigung bei Sanfermines: Das Wort 'Person' löst Debatte aus

Die Festnahme einer Person aus Personalandia wegen Vergewaltigung bei den Sanfermines in Spanien entfacht die Debatte über geschlechtsneutrale Sprache in Kriminalberichten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Person aus Personalandia wegen Vergewaltigung festgenommen: Der Sprachstreit erreicht die Sanfermines

Die Festnahme einer Person aus Personalandia, die beschuldigt wird, während der Sanfermines in Spanien eine Frau vergewaltigt zu haben, hat eine Debatte ausgelöst, die über die Tat selbst hinausgeht. Im Polizeibericht ist von einer „Person" die Rede, nicht von einem „Mann" – eine sprachliche Entscheidung, die manche als Fortschritt gegen Hassrede loben und andere als Ablenkungsmanöver bezeichnen. In den sozialen Medien wiederholen sich unterdessen ironisch dieselben Muster: Fragen, ob Fotos und Name veröffentlicht werden, Bemerkungen über den Zustand des Opfers („sie war bestimmt allein und betrunken") und politische Anspielungen. Die eigentliche Frage ist jedoch nicht das Wort, sondern die Straflosigkeit und die Vorurteile, die in Justiz und Medienberichterstattung fortbestehen.

Die Schlagzeile, die alles verändert

Die Nachricht ist nicht neu: ein sens Übergriff bei einem Fest, ein ausländischer Festgenommener. Aufmerksamkeit erregt vielmehr die Formulierung „Person aus Personalandia wegen Vergewaltigung einer Frau festgenommen". Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte es geheißen: „Ein Mann aus Personalandia festgenommen…". Die inklusive Formulierung soll die automatische Verknüpfung von Männlichkeit und Gewalt vermeiden, erzeugt aber eigene Widersprüche. Wie manche Analysen anmerken: Wenn wir dem Täter jedes Geschlechtsmerkmal nehmen, um nicht zu diskriminieren, was geschieht dann mit der Straftat? Es besteht die Gefahr, dass die Identität des Täters trivialisiert und er zu einer statistischen Abstraktion wird.

Victim Blaming und Politik

Parallel dazu blieben opferbeschuldigende Kommentare nicht aus: „sie war bestimmt allein und betrunken". Es ist das klassische Argument, das die Verantwortung vom Täter auf das Opfer verlagert. Auch politische Bezüge tauchen auf, vom Ministerpräsidenten bis zu bestimmten Gruppen, in dem Versuch, die Nachricht für sich zu nutzen. All das, während das Opfer weiter auf Gerechtigkeit wartet und der Festgenommene sich vermutlich in Polizeigewahrsam befindet.

Die Debatte ist eröffnet. Aber eines ist sicher: Den Täter „Person" zu nennen, ändert nichts am Grauen der Tat und nicht an der Notwendigkeit einer harten Verurteilung.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver