Feijóo scheitert trotz fast 140 Sitzen an der Wahl

Feijóo gewinnt die Wahl, kann aber nicht regieren: Die PSOE ist von den Unabhängigen abhängig. Wie gewinnt man eine Wahl und bleibt ohne Regierungsmacht?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóo scheitert trotz fast 140 Sitzen an der Wahl
Feijóo gewinnt, aber regiert nicht: Die PSOE hängt von den Separatisten ab

Wie gewinnt man eine Wahl und bleibt dennoch ohne Regierung? Die PP hat seit dem 23. Juli Klarheit: Sie ist die stärkste Kraft mit rund 140 Sitzen, hat aber keine Mehrheit für irgendetwas. Feijóos Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten erreicht den Kongress ohne gesicherte Stimmenzahl, während PSOE und Sumar zusammen etwa elf Millionen Stimmen holten und die Schlüsselposition im Parlament bei den separatistischen Gruppen liegt. In diesem Szenario fasst ein Teilnehmer die vorherrschende These im Thread zusammen: Pedro Sánchez habe „alles fest und gut fest“ geklammert, und der Kandidat der Volkspartei sei bereits vor der Abstimmung ein politischer Leichnam.

Fast 140 Sitze reichen nicht zur Wahl des Ministerpräsidenten

Die im Nachwahl-Analyse verwendete Zählung – verteidigt von einem Forumsteilnehmer – sieht die PP bei knapp 140 Sitzen und Vox als drittstärkste Kraft im Kongress. Mit diesen Zahlen erfordert die Investitur Vereinbarungen, die die Siegerpartei nicht getroffen hat: Es gibt keine absolute Mehrheit, und niemand hat eine Enthaltung geschenkt. Das konservative Lager kommt zusammen nicht auf die nötige Zahl; das linke Lager ebenso wenig ohne die nationalistischen Parteien. Eine Strömung argumentiert, die PP habe ihre Zeit damit verbracht, mit Vox über die Verteilung des Präsidiums des Kongresses zu streiten, statt die Investitur zu sichern; eine andere entgegnet, das Problem sei strukturell, und dass knapp elf Millionen Wähler genau das gewählt haben, was sie gewählt haben.

Das Präsidium des Kongresses als Generalprobe für die Investitur]

Manche gehen davon aus, dass das Präsidium dank der Unterstützung der separatistischen Gruppen in sozialistischer Hand geblieben ist, und lesen diese Mehrheit als Generalprobe für das Kommende: Wer Stimmen für den Parlamentsvorsitz leiht, wird sie später auch für die Wahl des Regierungschefs leihen, so die am häufigsten wiederholte Prognose im Thread. Nach dieser Lesart sind die Posten und der Preis jeder Unterstützung zum eigentlichen Kern der Legislaturperiode geworden, noch vor dem politischen Programm.

Der Wahlkampf, der an Universitäten studiert werden wird

Die Obduktion des Ergebnisses der Volkspartei wurde hart durchgeführt und mit einer geteilten Diagnose versehen: Die PP konkurrierte um die Mitte, distanzierte sich von Vox und überließ ihrem Rivalen letztlich die Deutungshoheit. Ein Wahlkampf, der nach dieser Lesart die kritischsten Wähler der Regierung aus Angst vor Assoziationen mit der extremen Rechten mobilisierte. Der Vorwurf richtet sich auch gegen jene, die in Regionen und Kommunen mit Vox paktieren, während dies in Madrid abgelehnt wird. Und eine Schlussfolgerung wiederholt sich: Mit einer gespaltenen Rechten kehrt die Alternative zum Wandel nicht zurück.

Ayuso als Nachfolgerin und die Grenzen Madrids

Die Nachfolge ist unklar. Ein Teil der Analyse nennt Isabel Díaz Ayuso als natürliche Nachfolgerin, da sie besser kommuniziere und nicht unter der Abnutzung dieses Wahlkampfs leide. Der Einwand ihrer Kritiker ist ebenso deutlich: Es gebe keine Hinweise darauf, dass sie die knapp 140 Sitze hätte verbessern können, und außerhalb der Autonomen Gemeinschaft Madrid wären ihre Ergebnisse anders ausgefallen. Auch die Erinnerung daran, wie der Rücktritt von Pablo Casado gelöst wurde, wird erneut mit Bitterkeit erwähnt.

Die Rechnung der Pandemie: Bußgelder bis zu 60.000 Euro

Unter den Gründen für die Ablehnung Feijóos findet sich einer, der nichts mit dem 23. Juli zu tun hat: das Pandemiemangement. Ein Teilnehmer wirft ihm vor, die Impfpflicht durchsetzen zu wollen, verbunden mit Bußgeldern von 60.000 Euro, die als Angriff auf die individuelle Freiheit erinnert werden. Es wird diskutiert, ob diese Erinnerung schwerer wiegt als Inflation oder Unsicherheit, und es gibt keinen Konsens. Manche behaupten, wer einen festen Job hat, halte die Preiserhöhungen besser aus, andere entgegnen, dass Beamte und Rentner ebenfalls unter Inflation und Unsicherheit leiden.

Elf Millionen Stimmen und die Prophezeiung „wie Venezuela“

Nicht alle Diagnosen sind wohlwollend gegenüber der Rechten. Gegen die Idee, die PP sei Opfer eines ungerechten Systems gewesen, steht das Wahlergebnis: PSOE und Sumar sammelten rund elf Millionen Stimmen, viele davon in Andalusien und Extremadura, Gebieten, in denen die PP regieren möchte. Für die Zukunft stehen zwei gegensätzliche Prophezeiungen im Raum: die eines Teilnehmers, der behauptet, die Rechte werde nie wieder regieren, „wie in Venezuela“, und die eines anderen, der sagt, die PSOE ertrinke außerhalb Kataloniens und des Baskenlands.

Legislaturperiode verschuldet oder Neuwahlen im Januar

Es gibt zwei Auswege: eine Neuwahl, die zwischen Dezember und Januar angesetzt wird, oder eine Legislaturperiode, in der die PSOE jede Abstimmung mit Zugeständnissen an die nationalistischen und separatistischen Gruppen bezahlt. Manche argumentieren zudem, dass die PSOE immer weniger Abgeordnete außerhalb der Regionen mit eigenen Parteien habe.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (221 Antworten).

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